Vorsilben
miss- und
voll-Zusammen-
Nomina.
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Zusammensetzungen endlich mit den aus alten Adjektiven
entstandenen Vorsilben miss- und vollwie
wissachten, vollenden, von denen die erstere
die Bedeutung des Verfehlten, Verkehrten, die letztere
des Erfüllens hat, führen uns hinüber zur
letzten Gruppe von Zusammensetzungen, bei der
zwei selbständige Wörter durch Aneinanderreihung
ein neues Wort bilden, die ergiebigste Quelle der
Wortschöpfung beim Hauptwort und Eigenschaftswort.
Im Althochdeutschen pflegen Hauptwörter
mit den lebendigen Suffixen -Ari, -unga, -nissi nicht
als erste Kompositionsglieder aufzutreten, ebensowenig
Adjektive auf -ag, -ig; als zweite Glieder
einer Zusammensetzung sind Ableitungen jeder Art
verwendbar. Häufig wird das zweite Glied, wenn
es Substantiv ist, schwach flektiert oder erhält ein
-ja-Suffix : ahd. giburti-tago ‚„Geburtstag‘‘ von tag,
unwitiri „Unwetter‘‘ zu wetar. In der ältesten Eorm
der Zusammensetzung treten beide Glieder einfach
nebeneinander: S/ahlfeder, Grossvater, Brennholz
(Subst. - Subst., Adj. + Subst., Verb + Subst.).
Bald aber wird die syntaktische Beziehung des
ersten Gliedes zum zweiten zum Ausdruck gebracht,
indem das erste Substantiv z. B. in den Genitiv
tritt: ahd. sunnüntag „Sonntag“ eig. Tag der Sonne;
Frankonofurt ‚‚Frankfurt‘“ eig. Furt der Franken,
windisbrüt „Windsbraut‘“. In diesen eigentlichen
Genitivverbindungen ist der Ursprung des s in der
Kompositionsfuge zu suchen, das besonders im
Neuhochdeutschen weit über sein eigentliches Gebiet
hinausgreift. So steht neben der älteren Form
Amtmann die jüngere Im’sgericht, neben Bluftrache
— Blutsfreund (Luther sagt noch Blutfreund))
und zahllose andere. Sogar Feminina erhalten dies