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statt annchmen Steinbach; wär ich an deiner statt,
ich hütte bis jetzt nicht gezaudert Goethe Herm. u.
Dor. 2; ein solch papier, an gold und perlen statt
Faust II 1; neuer auch in Zusammenrückungen, vgl.
kindesstatt; euch soll, an zahlungsstatt, die haut zu
dienste stehen Hagedorn Fab. 1, 34; an eidcesstatt.
versichern, u. ä. 3) statt (an die Bed. 2 angelehnt),
als Präposition und Conjunetion, Kürzung der Verbindung
an statt (vgl. auch anstatt), erst seit 18. Ih.
verbreitet; Präp. mit dem Gen.: einen statt eines vaters
ehren, statt eines gesetzes in acht nehmen, statt einer
wohlthst annehmen Steinbach; babe er cinmal den
prüsidenten .. zuf die galeeren geschickt und den
muller statt seiner zum präsidenten gemacht Gandy
Erz. 64; dafür mit dem Dat.: statt einem solehen
steine B ing ant. Br. 23; statt heiszem wunschen,
wildem wollen, statt listgem fordern, strengem sollen
Goethe Eins u. Alles; statt dolchen des gewissens
Schiller Karl. 1, 5; ohne Flexion: wenn ich . dem
könig nein statt ja sagte Bismarck Red. 4, 151; —
als Conjunction in Verbindung mit dasz oder Inf.:
äuszert eine zurückstoszende kraft, statt dasz er die
aufmerksamkeit der leser fesseln sollte Schiller Räub.,
2. Vorrede; statt nun stil!l . im hintergrunde zu bleiben
C F Meyer Fenatsch 174. 4) in den pluralen Verbindungen
von, zu statten gehört das Subst. nicht zu
statt, sondern zu ahd. stata., mhd. state. stat, bequemer
Ort, gute Gelegenheit, Umstände, Lage (vgl. dazu stattlich);
mhd. mit verschiedenen Verben: ze staten gestän
(Iwein 5707), ligen (6736), komen (Lamprecht Franz.
623), uhd. nur noch zu statten kommen, -zu Hilfe
und Nutzen gereichen: wie deine macht mir reiellich
kommen sei zu statten Opitz Plalmen 116; (die Fran)
kam ihm in der haushaltung zu statten Möser Phant.
2, 87; kam dem könig die unterstutzung des römischen
stuhles zu statten Ranke Werke 1, 245; von statten
geben, in günstiger Lage, unter guten Umständen sich
vollziehen; succedere, recie procedere Stieler; die
weitere fahrt rheinabwürts ging froh und glucklich
von statten Goethe Du W. 11; dessen erlernung
nicht recht von statten gehen will Keller Nachl. 12.
— Zusammensetzungen: Statthalter, m. (nach statt 2)
Stellvertreter eines Regenten oder einer obrigkeitlichen
Person, mhd. stathalter, als Ubersetzung des mittellat.
#oiservator oder (ocumtenens (vgl. auch leutenant):
ricarius stedchalder, stathalter Dies.; lies hinder jm
den fürsten Andronicum zum stadhalter 2. Macc. 4, 31;
als politisches Amt: in den Niederlanden.astatthalter
Schiller 7, 88; st. in Elsasz-Lothringen; landschastlich
als richterliche Würde, oder Verwalter auf adlichen
Gütern Adelung; Fem. der statthalterin Margarcthe.
Schiller 7, 89.— Statthalterei, f. Gebiet und Wohnung
eines Statthalters. — Statthalterschaft, (. Würde, Amt,
Gebiet eines Statthalters: noch werden alle statthalterschuften
mit Niederländern besetzt Goethe Egm. 1.
Stätte, f. Nebensorm zu statt (s. d.), aus der inhd.
Genitiv= und Dativsorm dieses Wortes, so, daß sich
nach Fügungen wie ab, an, in, von, 2e der stete, schon
im späteren Mhd. die gleiche Nominativ= und Accusativsorm
entwickelte (stote, stctte — Platz, Schießstätte
Lexer); ebenso hat sich mnd. stede neben stat, altsächs.
stad ergeben; ein neuer Plur. zusrühest dort als steden,
später erst als stätten auch bochdeutsch (noch nicht bei
Luther);z eine Stelle, Platz im weitesten örtlichen Sinne
meinend: stete, (ocus Schottel; er zoch . . an die
stet, da am ersten seine hutten war 1. Mos. 13, 3; es
ist eine heilige stet Hes. 42, 13; eiho da, die stete, da
sic ju hinlegten Marc. 16,6; wir haben keinc gewisse
stete 1. Cor. 4, 11; liederwürmie (Gocthe Eleg.
1, 10), freie (Iphig. 2, 1), sichere (Häusser d. Gesch.
3, 38), gastliche (Benedix zärtl. Verw. 1, 4), grausige
(Schiller Räub. 4, 5) stätte u. s. w.; leergebranot
Statthalter — Stätte.
statten — Staub. 760
ist die stätte Glocke 214; die stätte, die ein guter
mensch betrat, ist eingeweiht Goethe Tasso 1, 1; im
besonderen von einer Stadt: ich wil . ungluck uber
diesc stet (Jerusalem) gehen lassen Jer. 19, 3; von
Grundeigentum: schuldner sowohl, als ihre stätten,
wurden sich immer noch besser bei 6 prozent zinsen.
stehen Möser Phant. 2, 106; Stelle am Körper: nam
seiner rieben einc, und schlos die stet zu mit fleisch
1. Mos. 2, 21; — seltener in der verblaßteren Bed. von
statt (s. d. 1), als stätte geben: streit, der niecht
raum noch stälte der versöhnung gab Schiller Br.
v. Mess. 1374; auch für statt 2: jungling an dessen
stätte er klüger, wie ihn däucht, sich aufgefuhret
hätte Wieland Idr. 1, 48. — statten, Verb., nur in
Zusammensetzungen, ab-, aus-, be-, ge-, verstatten
(s. d.). — statthaft, Statt, Ort, Erlaubnis habend, mhd.
statchaft in der andern perfönlichen Bed. des Statt
habenden, besitzenden, begüterten; auch später noch statthaft,
der in eine stelle im rath und regiment einer
stadt kommen kan Frisch; sonst von Dingen: statthafter
beweis, statthaftes verfahren, dieso entschuldigung
ist nicht etatthaft (kann nicht angenommen werden)
Adelung:; so statthaft cs nun ist, dasz die edle frau
dem verewigten nach der zeit noch cinen erweiterten
weltgenusz wünscht Keller Nachl. 47. — stattlich,
gehörig, den Umständen angemessen, tüchtig, vortrefflich,
zu ahd. stata, mhd. state (vgl. unter statt 4), schon
ahd. als Adv. statelicho rectis modis gebildet, mhd.
als statclich, stetelich hänfig, erst später auch als Adj.;
in der älteren Spr. — der Ordnung gemäß, gehörig:
auch wart in statlich bovolhen, dax sie den gensen
und hunern nit solten nachlaufen D. Städtechr. 2, 214;
so statlich nachthun Garg. 88; (sie) schicket sich etattlich
in den handel Simpl. 3, 5; auf inneren Wert bezogen,
gehörig, tüchtig: statlicher wein, vinum generosum,
nobliee, statlicher name, nomen LVonestaen,
nuleserrimum Stieler:; stattlicher prediger, medicus,
musicus, ststtliche rede, antwort u. s. w. Adelung;
ein groszer, stattlicher, gepriescher mann Schiller
Ränb. 4,1; ironisch, — gehörig, derb: bin stattlich
durchgegangen Schoch Stud. Leb. 6, 26; der hatto
die ketzer stattlich ausschündiret Gellert Fab. 2, 42;
von der Fülle: wann er stattlich leben wolte Simpl.
2, 291; stattliche mahlzeit, stattliches geschenk Frisch,
stattliches amt, ansehnliches, einträgliches Adelung;
endlich, wie jetzt allein, von der Erscheinung, dem
Außern nach hervorragend, ansehnlich: statliches guht,
haus, begrübnus: Stieler; stattliches wobnhaus Moltke
6, 27; tanzsaal . aufs stattlichste dekorirt 655; mit
dem stattlichen gewehr (der Armbrust). Schiller Tell
3, 1; die dame ist eine stattliche erscheinung, fgur;
mann . der einen stattlichen schmeerbauch hatte
Hebel 2, 102; ward stattlieh Hans Bendix zum abte
geschmuckt Bürger Kaiser u. Abt; stattlich angethan
Hauff 6, 66, gekleidet und gewatlnet Keller Werke
6, 337; geht . langsam vorbel und stattlich Shakesp.
Hamlet 1, 2; stattlich tritt ex .. zu dem stuhl der
furetin hin Arndt 220; ein herr, der im verkehr
stattlich den könig kundzugeben wuszte Freytag
Bild. 1, 436; — die Bed. des bloß gut scheinenden:
unter allerlei stattlichen vorwänden (scheinbaren) Adelung
ist jetzt wieder verschwunden. Dazn Stattlichkeit,
f. stattliches Wesen: statlichkeit, magnisicentiu,
Siendor, ornatus Frisch; des kamceles baupt entragt
dem knäul mit ernster stattlichkeit Freiligrath
1, 162; germanische stattlichkcit Freytag Bild. 1, 49.
Staub, m. in kleinste Teile zersallene Masse: nur
hochdeutsches Wort, ahd. mhd. stoup. wofür sonst mit
anderer Ablautstufe goth. stubjus, ahd. stuppi, mhd.
stuppe, mud. stol, zum Verbum stieben (s. d.) gehörig.
Als Stosswort ohne Plur.: vereinzelnd ist das Dim.
stäubehen, vgl. unten. Bed. 1) staub in eigentlichem