Full text : Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert. Dritter Teil. Bis zur Juli-Revolution. (26)

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noch  die  HLand  reichte  mit  den  Worten  „Nun
istes  gut1“  Der  lapsere,  pflichtgelreue  Ofsiziel
  liegt  auf  einem  Friedhof  in  fremder  Erde.
Möge  diese  dem  stummen  Schläfer  leicht  sein!
Die  Beerdigung  fand  mit  allen  militärischen

Ehren  statt.  Das  Offizierskorps  seines  Jägeraenk
  und  der  Brigadekommandeur  legten
unter  überaus  ehrenden  Nuchrusen  am  Grab#
Kränze  nieder.

Beschlagnahme  von  Baumwolle  u.
Wolle.  Es  ist  eine  neue  Bekanntmachung  erschienen,
  die  sich  mit  der  Veräußerung  und
Verarbeitung  von  Baumwolle,  Baumwollabfällen
  und  Baumwollgespinsten  befaßt,  soweit  es
sich  nicht  um  Vorräte  handelt,  die  nach  dem
15.  Juli  1915  aus  dem  Auslande  eingeführt
sind.  Nach  dieser  Bekanntmachung  sind  alle
Nichtverarbeiter  (Händler  usw.)  von  Baumwolle
und  Baumwollabgängen  genötigt,  innerhalb
zwei  Wochen  ihre  Bestände  an  Vaumwollspinnereien
  oder  sonstige  Selbstverarbeiter  zu
veräußern.  Geschieht  dies  nicht,  so  sind  nac
zwei  Wochen  Baumwolle  und  Baumwollal#
gänge  bei  ihnen  beschlagnahmt.  Vom  14.  August.
an  ist  ferner  das  Verarbeiten  von  Baumwolle
und  Baumwollabgängen  verboten,  wenn  es  sich
nicht  um  Aufträge  der  Herres=  oder  Marineverwaltung
  handelt,  deren  Vorliegen  nachgewiesen
  werden  muß,  allerdings  kömen  die
Baumwollspinnereien  noch  in  der  Jeit  vom  14.
August  bis  4.  September  zu  beliebiger  Ver
wendung  ihre  Gespinste  herstellen.  Aber  wäl.
rend  dieser  Zeit  darf  ihre  Erzeugung  insgesumt
(also  einschliestlich  der  Heeres=  und  Marinrauf
trägen  nur  ein  Drittel  der  Erzeugung  ihre
gemöhnlichen  Betriebsumfanges  betragen.  Die
mährend  dieser  Zeit  hergestellten  Gespinste  sind!
eb  nfalls  beschlagnahmt,  soweit  sie  nicht  zur
Erfüllung  von  Aufträgen  der  Heeres=  oder-Marineverwaliung
  dienen.  Eine  neue  Bekanntmachung
  befaßt  sich  auch  mit  der  Veräußerung?
und  Verwendung  von  ungefärbter  und  gefärbter
  reiner  Schafwolle  und  der  reinschufwollenen
Spinnstoffe,  wie  Kammzeug,  Kämmlingen  und
Wollabgängen.  soweit  es  sich  nicht  um  Vorrät.
handelt,  die  erll  nach  Erlaß  der  Bekannt
machung  vom  Auslande  eingeführt  werden.
Vom  14.  August  1915  ab  in  danach  jede  Veräuß
  zerung  reiner  Schafwolle  und  reinschafwolltner
  Spinnstoffe  zu  anderen  als  zu  Hrercszecken
verboten.  Es  ist  zu  beachten,  daß  die  Anord
nungen  der  neuen  Bekanntmachung  sich  nicht  auf
die  Wollen  der  dentschen  Schafschur  1914°.15
beziehen,  für  welche  die  bei  der  Beschlagnahme
der  Schafschur  erlassenen  Bestimmungen  Anwendung
  finden.

Verwendung  von  Benzol.  Das  seellvertretende
  Generalkommando  des  1.  baycr.  Armeekorps
  veröffentlicht  eine  Belanntmachung
über  die  Verwendung  von  Benzol  und  Solveninaphtha,
  sowie  über  die  Höchstpreise  für  diese
Stofsfe.  Die  Bekanntmachung  tritt  am  15.  Aug.

1915  in  Kraft  und  an  die  Stelle  der  Bekann#tt
machung  vom  5.  Mai  1915.

Waldbeeren-Ernte.  Nach  sorstamtlichem
  Gutachten  tritt  infolge  der  heurigen  außergewöhnlich
  warmen  Witterung  des  Frühsom.
mers  die  Reife  der  Preijelbeeren  elwas  früher
als  in  anderen  Jahren  ein.  Es  murde  deshalb
der  15.  August  1215  als  Erntetermin  für
Preiselbeeren  festgesetzt.

Der  tapfere  „Bum-Bum.  Auswär
tige  Blät#n  berichten:  Jahlreiche  Münchener
haben  iln  gesehen,  den  Soldaten  mit  dem
Eisernen  Kreu:  und  der  Freubischen  und  der
bayerischen  +2  *  keitsmedaille,  der  sich  „Bum
Bum“"  nennt.  Or  ihm  diesen  Namen  gab'-Sein
  Oberst,  belauxtete  der  Mann.  Er  erzählte:
  Er  stand  in  den  Kämpfen  in  Lothringen
  auf  Poilen,  als  e#.nt  16  Mann  starter
sranzösischer  Vorpoten  anrul  se.  Nasch  entschlossen
  verbarg  er  sich  hinter  einem  Wassersall
  und  machte  die  16  Mann  unschädlich.  Dafür
  zeichnete  ihn  der  Oberst  mit  dem  Namen
„  Bum-Bum“  aus,  überdies  trug  ihm  das  lapjere
  Verhalten  das  Eiserne  Kreuz  ein.  Durch
einen  Granatschuß  an  der  linken  Hand  verwundet,
  kam  er  zunächst  in  das  Lazarett  in
Straßurg,  dann  nach  Dieburg  und  wurde
schließlich  nach  Rosenheim  beurlaubt.  Sein  Bruder
  verlöstigte  ihn  natürlich  mit  Frenden.  Mitie
Oktober  fuhr  er  nach  München,  wo  er  vor  dem
Krieg  als  Kinooperateur  in  Stellung  war.  Hier
begannen  für  ihn  schöne  Tage.  Er  wurde  von
zahlreichen  Familien  eingeladen,  denen  er  jeine
Taten  rühmte  und  schaffte  sich  nicht  weniger
als  12  „Bräute“  an.  nn  tapfere  Krieger
sind  auch  bei  den  Mädchen  beliebt.  In  der
Nacht  zum  Sonntag  nahm  ihn  ein  Kriminalschuhmemn
  fest,  dem  Kassierinnen  ihr  Leid  negen
  des  vielseitigen  Liebhabers  geklagt  hatten.
In  der  Polizeidirektion  gab  der  Verhaftete,
der  Kinooperateur  Josef  Fenl  aus  Rosenheim,
schlieblich  zu  seine  ganzen  Heldentaten  Geflunker
  woren.  Zeisl  war  nie  beim  Militär.
Die  Auszeichnungen  kaufte  er  sich  in  München.
Der  Schwindler  bestritt  eine  betrügerische  Absicht;
  er  wollte  lediglich  als  Held  verehrt  sein.
[Eefunden.  Eine  Brosche  wurde  gestern
gefunden;  abzuholen  im  magistratischen  Geschäftszimmer
  Nr.  2.

 

MWetterbericht  für  Samstag,  den  14.  August:
*MHMt  b  zeltmelle

——  —  —

 

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  Weltktsieg

Der  Boricht.  aus  dem  Grohen  Hauptquari#er
war  bis  Nedaktionsschmuß  um  3.15  Uhr  noch
nicht  eingetrosffen.

Die  neue  Kriegsanleihe.

Berlin,  18.  Augufst.  Bisher  wurden  solgen-¾!
  Kriegs  Kredite  vom  Reichstag  bewilligt:  Am
4.  August  1914:  5  Milliarden,  am  2.  Dezem-5

  Milliarden,  am  10.  März:  10  Milliarden.
Mit  den  neuen  geforderten  10  Milliaroen  ist
also  die  Summe  von  30  Milliarden  erreicht,
deren  Größe  man  ermessen  kann,  wenn  man  sich
vergegenwärtigt,  daß  die  gesamte  Reichsschuld
vor  Ausbruch  des  Krieges  nur  5  Milliarden
Mark  betrug.  Von  den  bewilligten  Krediten  sind
durch  die  erste  und  zwmeite  Kriegsanleihe  rund
1312  Milliarden  Mark  aufgebracht  worden.  Die
dritte  Kriegsanleihr,  deren  Ausgabe  nicht  mehr
lange  auf  sich  warten  lassen  wird,  muß  und
wird  dem  Reiche  einen  neuen  Strom  von  Milliarden
  zuführen.  )  4

Auszeichnung.

Berlin,  13.  August.  Dem  preuß.  Kriegsminister
  Generalleutnant  Wild  von  Hohenborn
wurde  der  Orden  Pour  le  merite  verliehen.

Ein  Kriegsrückblick.

Christiania,  13.  Aug.  In  einem  Rückblick
  auf  das  erste  Kriegsjahr  sagt  der  Pariser
Berichterstatter  der  „Aften  Posten“:  Frankreichs
Kriegsausgaben  Überschritten  24  Milliarden.
Alle  Handels=  und  Warenumsätze  gingen  auf
die  Hälfte  zurück.  Gleichzeitig  gingen  die  Sleuererträgnisse
  und  die  Staatseinnahmen  um  mindestens
  306°  zurück.  Der  Grundwerl  der  von
den  Deutschen  besetzten  Gebiete  Nord=  und  Ostfrankreichs
  sei  auf  mindeslens  950/)  Millionen
Krancs  anzuschlagen.  78f0%  der  franzölischen
Kohlenproduttion  erfolge  in  den  von  den  Deutschen
  besetzten  Gebielen,  ebenso  77f°0°  der  Metallproduktion,
  70%  der  Stahlproduktion,  34
Proz.  von  Frankreichs  Maschinenpserdekräfte  befinden
  sich  in  diesem  Gebiet.  3  Millionen  Personen
  erhalten  monatlich  mindestens  160  Millionen
  Francs  Armenunterstützung  durch  den
Staat.  —  Trotzdem  werde  Joffre  genau  wie  am
ersten  Tage  verhimmelt.  Es  sehe  sogar  aus,
als  ob  die  deutsche  Eisenmauer  unerschütterlich
sei.  Joffres  Mitteilungen  seien  unheimlich  gleich
lautend  geworden.  (.#

Die  7ersten  Kriegsmonate  1915  für
Frankreich.

Kopenhagen,  12.  Aug.  Die  sieben  ersten
Monate  des  Jahres  1915  ergaben  für  Franl.
reich  einen  Ausfall  an  indirekten  Sleuern  und
Monopolen  von  612  Millionen  Frcs.  gegen
das  Vorjahr.  Am  slärlsten  war  der  Nüähgang
im  Juli.  Es  gingen  291  Millionen  ein  gegen
375  Millionen  im  Vorjahr.  (3
Frankreichs,  Englands,  Rußlands

und  Italiens  Kriegsausgaben.

Haag,  12.  Aug.  Jin  Monat  Juli  belrugen
die  Kriegskoslen  des  Vierverbandes  zusammen
6750  Millionen  Francs,  nämlich  2200)  Millionen
  für  England,  1850  Millionen  für  Ruß
land,  1700  Millionen  für  Frankreich  und  1000
Millionen  für  Jlalien.  (3.)

Der  Wunsch  Frankreichs.

Poris,  13.  Aug.  „Echo  de  Paris“  läßt
nochmals  den  dringenden  Wunsch  an  England
ergehen,  seinen  Einfluß  beie  Japan  geltend  zu
machen  und  auf  einem  Abschluß  eines  japanischrusischen
  Bündnisses  zu  bestehen.  (G.)

Die  Oxpser  der  Zeppelinbesuche.

Amsterdam,  12.  Aug.  Nach  einer  Zusammenstellung
  der  Morning  Post  anläßlich  des
jüngsten  Zeppelinbesuches  in  England  betragen
die  englischen  Gesamtverluste  durch  Zeppelinangriffe
  bisher  70  Personen  tot  und  152  Personen
verletzt.  (Z.)

Die  deutschen  Kriegepläne
in  Rußland.

Berlin,  13.  a  g.  Reuter  meldet:  Nach
einer  Depesche  aus  Petersburg  ist  die  Annahme,
daß  die  Deutschen  nach  der  Eroberung  Warchaus
  ihre  Streitkräfte  sofort  an  die  Westfront
  werfen  würden,  durch  die  Ereignisse  nicht
bestätigt  worden.  Der  Feind  entwickelt  vielmehr
eine  neue  Ofsensive  nach  dem  Innern  Rußlands,
unterstützt  von  zahlreichen  neuen  Truppen.  Die
Petersburger  Blätter  bezeichnen  die  Möglichkeit
eines  weiteren  Vormarsches  in  der  Richtung  auf
Petersburg.  In  Petersburg  ist  Panik  ausgebrochen,
  infolgedessen  sah  sich  der  russische  Generalstab
  genstigt,  eine  beruhigende  Erklärung  abaugelun.


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.  —  ——

VPetersburg  vor  der  Räumung.

Berlin,  13.  August.  Neuter  meldet:  Die
Beamien  bereilen  sich  vor,  Petersburg  zu  verlassen.
  (3.)

Die  Russen  müssen  zur  ülk.
Berlin,  13.  Aug.  Der  „Berliner  Lokalanzeiger“
  meldot  aus  dem  k.  I.  Kriegspressequarlier:
  Westlich  des  Bug  gelang  es  der  deulschen
Garde,  die  russische  Front  zu  durchbrechen,  wodurch
  vor  der  Armee  Mackensens  die  vussische
Kront  zum  Zurücgehen  gezwungen  wurde.

Die  Kämpfe  am  Kreuzberg.

Innebruck,  13.  Aug.  Ueber  die  Kämpfe
am  Kreuzberg  werden  folgende  Einzelheiten  gelannt:
  Um  4  Uhr  früh  grissen  zwei  nachis
Lerangeschlichene  Bataillone  der  Italiener  an.
Die  Tiroler  eröffneten  ein  gut  gezieltes  Feuer.
Die  Jtaliener  versuchten  die  vordersten  Grälen
  zu  nehmen,  wurden  aber  zweimal  mit  dem
Bujonett  hinausgeworsen.  Nach  eineinhalbstünligem
  Gefecht  brachten  die  Tiroler  zwei  Malohmengewehre
  in  Stellung  und  süglen  den  An-Kreifern
  für  hterliche  Verluste  zu.  Trotzdem  lam
es  zum  Nahlampf,  in  welchem  jedoch  die  Italiener
  unterlagen,  weil  die  Tiroler  rechtzeitig
Handgranaten  nachgeschoben  erhielten.  Später
Legann  die  italienische  Artillerie  mit  50  Geschützen
  vergeblich  zu  feuern.  Um  9  Uhr  vormit
ig  war  der  italienische  Angriff  zusammenge
rochen.  Die  Italiener  hatten  über  300  Tote,
miele  Vermundete  und  Gefangene  verloren.  (.).

Diplomaten-Wechsel.

Wien,  13.  Aug.  Der  hiesige  griechische
endie  wird  in  gleicher  Eigenschaft  nach  Rom

rersetzt.  An  seine  Stelle  soll  der  gegenwärtige
Cresandte  in  Sofia  nach  Wien  lommen.  (.2.,

„'ißerute  im  italienischen  Weinbau.

Lugano,  13.  Aug.  Die  voraussichtliche
Einernte  Jlaliens  gestaltet  sich  in  diesem  Jahre
zil  einem  nationalen  Unglück.  Die  Gesamternte
an  Wein  wird  höchstens  21½)  Millionen  Hekto
liter  betragen,  gegenüber  43  Millionen  im  Vor
jabre,  das  schon  nicht  zu  den  günsiigsten  &
lörte.  Am  schlimmsten  betroffen  ist  Apuli

Laut  Agenzia  Italiana  beträgt  der
ausfall  in  Italien  10  12  Millionen  Zentner,
die  durch  die  Reserverorräte  und  die  Einfuhr  gedeckt
  werden  sollen.  (JZ.,

Die  rumänische  Getreideausfuhr.

Verlin,  13.  Aug.  Nach  einem  Bularester
Telegramm  ist  vom  14.  August  ab  das  Getreideausfuhrverbot
  für  sämtliche  Sorlen  aufgehoben.
  Ebenso  unterliegt  die  Ausfuhr  von  Pelroleum
  nunmehr  leinem  Verbot  mehr.  Die
Ladungen  der  über  Predeal,  Palanla  und  Vur
dujeni  hinausgehenden  Waggons  werden  von
Chemilern  untersucht,  weil  die  Ausfuhr  von
Benzin  auch  weiterhin  untersagt  isl.  (Z.)

Griechenlands  heer  und  Soile.]

Ein  Eingreifen  in  den  Krieg  würde  in  Grie.
chenland  nicht  sonderlich  gelegen  lommen,  da
das  Heer  erst  in  seinem  Aufbau  begriffen  iit.
Im  Dezember  1913  wurde  das  königliche  Dekret
ober  die  Neueinteilung  und  Vermehrung  des
Kriechischen  Heeres  veröffentlicht.  Die  Arbeiten
zur  Ausführung  dieses  Planes  sind  noch  nich!
abgeschlossen  und  mußten  sehr  beschleunigt  wor
den  sein.

Die  Neueinteilung  und  Vermehrung  des  grie—
chischen  Sceres  hat  folgende  Gestalt:  Ganz  Grie—
chenland  ist  in  sechs  „Armeelorvebesirke  einge
teilt,  in  denen  je  eine  bis  dreis  Dioisionen
stehen.  Das  erste  Armeekorps  sieht  in  Larissa.
das  zweite  in  Athen,  das  dritte  in  Janina,
das  vierte  in  Saloniki,  das  fünfte  in  Daoma,
das  sechste  in  Rozani.  Insgesamt  verfügt  das
griechische  Heer  über  11  Divisionen,  von  denen
das  erste  und  zweite  Armeekorps  je  eine  hat,
die  anderen  je  zwei  mit  Ausnahme  des  drilten

 

Armeekorps,  das  drei  Divisionen  hat.  Jede
Division  besleht  aus  drei  Jufanterie-  Regimen.
tern  und  einem  Regiment  Feldartillerie.  Die

Jnfanterieregimenter  sehzen  sich  aus  drei  Bataillonen
  zu  drei  Kompagnien  zmsammen,  und
die  Feldarkillerieregimenter  aus  drei  Abteilungen
  zu  drei  Batterien.  Es  kommen  noch  drei
Kavalleriebrigaden  hinzu.  Die  Bewaffnung  des
Heeres  ist  modern  durchgeführt.  Die  Infanterie
hat  ein  6,5  Millimeter-Repetiergewehr  von
Mamnlicher,  Modell  1903.  Die  Arlillerie  hat
7,5  Zentimeter-Kanonen  der  französischen  Fabrik
  von  Schneider  in  Crenzot.  Außerdem  sind
noch  ältere  Kruppgeschütze  vertreten.  Auch  Maschinengewebre,
  sind  im  Heere  vertreten,  und  zwar
hat  sowohl  die  Infanterie  wie  die  Kavallerie
Maschinengewehre  ufzuweisen,  die  von
Schwarzlose  stammen.  Die  Bewaffnung  der
Kavallerie  setzt  sich  aus  Lanzen  und  Karabiner
zusammen.

Die  große  Vollsvermehrung,  welche  der  Ballankrieg
  durch  Gebietserwerbung  für  Griechenland
  im  Gefolge  gehabt  hat,  prägt  sich  auch  in
der  Heeresvermehrung  aus.  Ob  die

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Samstag,  14.  August  1915

 

gaben  haiten,  dann  werden  wir  weniger  als  eine

Mannschaften
  aber  schon  im  Krieg  ihren  Wert  erweisen
##t  dabin.

 

Die  Zahlen  über  die  Größe  des  griechischen
Heeres  im  Kriege  sind  gröhßlenleils  übertrieben.
Wenn  wir  uns  an  die  amtlichen  yriechischen  An-  4
halbe  Million  Soldaten  annehmen  lönnen.  Der
Friedensstand  w#rd  im  Kriege  durch  Aufstellung
von  Reservedivistonen  vermehrt,  welche  die
zweite  Linie  bilden.  Die  Kriegeomacht  erster
Linie  besteht  aus  rund  180  000  Mann,  die
sich  aus  132  Bataillonen,  16  Gsladrons  und  77
Batterien  zusammensetzen.  Es  sind  378  Geschütze
vorhanden,  von  ihnen  sind  168  Schnellfeuergeschütze.
  Außerdem  bestehen  136  Maschinen.
gewehre.  Die  Neservetruppen  der  zweiten  Linie
haben  vielleicht  eine  äähnliche  Größe.  Endlich  ist
noch  eine  dritte  Linie,  die  Nationalgarde,  vorhanden.


Wenig  bedeutend  ist  die  griechische  Flotte.
Sie  versügt  über  das  Linienschiss  „Sarlames“
von  19  500  Tonnen  und  über  den  Panzerkrenzer
  „Awerofs“  von  10  200  Tonnen  mit
vier  23.4-zentimeter=  und  acht  19  Zentimeter=Eeschützen,
  ferner  über  14  Torpedobyote,  von
denen  vier  neueren  Dalums  sind,  und  einigen
anderen  älteren  Seefahrze  ugen,  die  für  den
heutigen  Weltlrieg  mit  seinen  modernsten  Waf—
fjen  ohne  jede  Bedeutung  sind.  (Z..

 

Ans  dem  BZezirksckksbialle.

Betreff:  Beschäliiaung  nen  Kricgagetangenen  in  der

Lundwirlchaft.

Die  den  Gemeinden  berei#s  belannt  gegebenen
Grundsätze  für  die  Abgabe  von  Kriegsgesangenen
  zu  landwirtschaftlichen  Arbeiten  haben  sol.
gende  Aeuderung  erfahren:

Der  Arbeitgeber  hat  für  jeden  Gesangenen
eine  bare  Arbeitsvergütung  zu  leislen,  oie  zu  bestehen
  hat  in  entweder

1.  einem  Taglohnsatze  von  30  Pfg.,
für  den“  Werliag  und  jeden  nicht  durch
Krantheit  arbeitsunfähigen  Kriegsgesanneu
  oder  und  dies  wird  mehr  empfohlen,

  um  die  Gesangenen  zum  Fleiße  anzuspornen
  —

2.  in  einer  Allordvergutung  nach  einem
zwischen  dem  Bezirlsamte  und  dem  Kommandoführer
  als  Vertreter  der  Kriegs.
sangenen  zu  vereinbarenden  Tarisc,  des.
sen  Säge  nicht  unter  folgende  Veträge  hinuntergehen
  dürfen:

fur  das  Mähen  von  1  Heltar  Getteide
oder  Oras  2.40

für  das  Binden  von  1  Heltar  Getreide
1,60  Mar

für  ascinon  erschltagen  und  Wiederzusi-
  uiisonoiiiisinidGctkep

dcichiiquJ  uoillileatl

Der  Arbeitgeber  muß  Gesangene  u.  Wachmannschaften
  verlöstigen  und  unterbringen.
Wenn  er  dieser  Verpflichtung  gemissenhaft  nachkommt,
  erhäll  er  hiefür  von  der  Heeresverwallung
  auf  den  Kopf  laglich  60  Psg.  Vergütung.

Stäbt.  Arbeilsamt  Noenhelm.

Offene  Stellen:  Hier:  1  Fuhrknecht,  1
Feldknecht,  1  Steinmetz,  1  Eleltromonteur,  1
Spengler,  6  Schlosser,  1  Schmied,  1  Säger,

5  Maurer,  4  Zimmerleute,  30  Erdarbeiter,  2
Laus  burschen.  Auswärts:  1  Stallschweizer,
15  Feldinechte,  6  Fuhrknechte,  1  Landschaftsgärtner,
  7  Schiniede,  4  Wagner,  2  Spengler.
5  Schlosser,  1  Hammerschmied,  muß  schleifen
lönnen,  4  Salller.  3  Gangsäger,  1  Kreissäger,
5  Schreiner.  1  Bäcerschießer,  1  Müller  und
Säger,  3  Metzger,  2  S  huhmacher,  10  Maurer,
10  Zimmerlente,  60  Erdarbeiter,  1  Hausmeister,
2  Hausburschen,  25  Stall-  und  Feldmägde,  3
Hausmägde.

Verde-Verstelgerung.

Am  Samstag,  den  14.  August  I.  Js.
vormittags  9  Uhr
werden  im  Groh'schen  Anwesen  in  München-Laim
  (Strahbenbahnhaltestelle:  Fürstenriederstraße,
  Liniec  29)

12  schwere  Brauereipferde  und  59  2  Jjährige
Pferde,  welche  der  Landuirtschaftliche  Kreisausschuß
  von  Oberbayern  in  Belgien  gekauft
hat,  ferner

21  Absatzfohlen  versleigert.

Zur  Versteigerung  sind  zugelassen  oberbayerische
  Landwirte  und  Gewerbetreibende
  (ausgenommen  Pferder'

ändler,  welche  nach  dem  gemeindeamtlichen
Zeugnisse  im  Augenblick  der  Versteigerung  mindestens
  ein  Pferd  an  die  Heeresverwaltung  abgeliefert,
  sich  hiefür  noch  nicht  anderweitig  r
gede  vuh  und  eines  Pferdes  für  ihren  Betrieb
  bedürfen.  (Zeugnis  mitbringen!)  4

Die  weileren  Versteigerungsbedingungen  werden
  vor  der  Versteigerung  am  Versteigerungsplatze
  belannigegeben.

Die  Pferde  müssen  von  den  Erwerbern  sof#rt
übernonmmen  und  abtransportlert  werden.  Halum

  Auhindenamis#tung  nd  mitzuhringen.