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Bayern durch den Vertrag von Ried sich vom Rheinbunde gegen
Zusicherung seiner vollständigen Souveränität lossagte.
Die Stellung Napoleons bei Düben erklärt sich aus seiner
Absicht, in einer Stärke von 130000 Mann einen vernichtenden
Angriff auf Blücher zu machen, der nach dem Elbübergange bei
Wartenburg auf Düben im Anmarsche war. Dieser aber, recht-
zeitig gewarnt, bog nach Norden aus, wo er ungehindert über
die Mulde setzte und, wiederum im Rücken der feindlichen Auf-
stellung, Halle und die Saalelinie gewann. Und schon näherten sich
von Süden her nach einigen belanglosen Versuchen Murats, ihren
Marsch aufzuhalten, die verbündeten Armeen der alten Stätte
der Entscheidungen über Deutschlands Schicksal.
Es kann hier nicht eine ausführliche Schilderung der großen
Schlacht gegeben werden, die in den Tagen vom 14.—19. Okt.
1813 die Macht Napoleons endgültig brach. Nur die hauptsäch-
lichsten Daten können gegeben werden. Nachdem sich Napoleon
von Düben auf Leipzig zurückgezogen hatte, war es selbstverständ-
lich, daß Blücher von Norden, die Hauptarmee von Süden aus sich
auf Napoleon werfen mußte. Mit der Ausarbeitung des speziellen
Schlachtplanes hatte Schwarzenberg Langenau betraut, weil dieser
ja mit dem Gelände als geborener Sachse besonders vertraut sein
mußte. Leider erwies sich diese Voraussetzung als unrichtig, wo-
für man natürlich Schwarzenberg keinen Vorwurf machen kann;
ein Vorwurf trifft ihn allerdings weiterhin dafür, daß er wenig-
stens zum Teil an dem Langenauschen Plane festhielt, als er
schon eines Besseren belehrt sein mußte.
Die Vortruppen Schwarzenbergs trafen am 14. Okt. bei dem
in südöstlicher Richtung von Leipzig gelegenen Liebertwolkwitz auf
die Reitermassen Murats, die sie zurücktrieben, ohne sich des Ortes
dauernd bemächtigen zu können. Napoleon gebot im Süden der
Stadt über 177000 Mann, worunter 33000 Reiter und 700 Ge-
schütze; 13800 Mann, das 7. Korps unter Reynier, bei dem
sich die nur noch dem äußersten Zwange gehorchenden Sachsen
befanden, waren noch auf dem Marsche von Düben nach Taucha-
Leipzig begrissen. Im Norden der Stadt standen die Linie von