Volltext : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfter Band. (5)

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wurde,  und  Eberhard  hielt  es  nicht  uͤberfluͤssig,  wenn  sein  Gesandter
  in  Wien  bekannt  mache,  daß  ein  unglücklicher  Fall
Ursache  dieser  frühen  Entbindung  sey.  Der  junge  Prinz  gedeihte
  doch,  und  die  Ehe  war  auch  in  ihrem  Fortgange  fruchtbar.
  Innerhalb  achtzehn  Jahren  gab  die  Herzogin  ihrem  Gemahl
  vierzehn  Ehpfänder,  und  Eberhard  scheint  durch  sie  für
die  Freuden  eines  vergnügten  häuslichen  Umgangs  so  fühlbar
gemacht  worden  zu  seyn,  daß  er  sich  gleich  nach  ihrem  Tode
wieder  heurathete.  Auch  mit  dieser  zweiten  Gemahlin,  einer
gebornen  Gräfin  von  Octtingen,  zeugte  er  in  achtzehn  Jahren
reilf  Kinder,  und  lebte  mit  ihr  so  vergnügt  als  mit  seiner  Rheingräfin.
  Seine  Anlage  zum  Privatmann  mag  wirklich  untadelbaft
  gewesen  seyn,  aber  für  seine  Zeiten  war  er  kein  Fürst,
es  fehlte  ihm  Stärke  der  Seele,  hohes  Gefühl  seiner  selbst,  Gewandtheit
  für  unglückliche  Zufälle.

Was  aus  Wirtemberg  damals  geworden  wäre,  da
sein  Herzog  so  uneutschlossen,  seine  Frcunde  und  seine  Feinde
so  unbarmherzig  waren,  wenn  nicht  die  Vorsehung  dem  armen
  Lande  damals  ein  paar  Männer  geschenkt  hätte,  welche
mit  unermüdetem  Patriotismus  dem  allgemeinen  Ruin  zu
belsen  suchten,  thätig  waren,  wenn  der  Herzog  zauderte,  am
kaiserlichen  Hofe  trieben,  die  Schweden  in  Bewegung  setzten,
jeder  feindlichen  List  begegneten,  Wirtembergs  Schicksal  durch
ihre  Wachsamkeit  für  die  ganze  Jukunft  versicherten.  An
„die  drei  Namen  Wiederhold,  Löffler  und  Varnböü--ler
  sollte  kein  Wirtemberger  ohne  die  tiefste  Verehrung
deuken.

.  WPiederhold  §)  war  ein  geborner  Hesse,  den  aber  ein
glücklicher  Zufall  schon  unter  Herzog  Johann  Friederich  in

*)  C.  2.  Keßlers  Leben  Conr.  Wiederholds.  Tübingen  1782.