Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Vierter Band. (4)

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Die  Tuberkulose  richtete  unter  letzterer  Altersklasse  geringere  Verheerungen  in
Württemberg  an  als  sonst  in  Süddeutschland,  die  geringsten  (293  Todesfälle:  100  000  Lebenden)
im  Schwarzwaldkreise,  wo  dafür,  wie  erwähnt,  viele  Kinder  im  Alter  von  1—15  Jahren
vorzeitig  starben.

Der  günstigsten  Sterblichkeitsverhältnisse  erfreuten  sich  in  dieser  Gegend  des  Reiches
die  Bewohner  des  Neckarkreises,  dessen  Gesammtsterbeziffer  unter  dem  Mittel  für'’s  Reich
blieb.  An  Tuberkulose  starben  hier  auf  je  100  000  Lebende  der  Altersklasse  c  nur  300,
dagegen  im  Donaukreise  318,  im  Jagstkreise  sogar  342.

Vergleicht  man  mit  dem  Königreich  Württemberg  das  benachbarte  und  hinsichtlich  der
Gesammtsterbeziffer  ihm  nahestehende  Großherzogthum  Baden,  so  findet  man  in  letzterem  eine
erheblich  geringere  Säuglingssterblichkeit,  dafür  aber  höhere  Sterbeziffern  unter  den  Erwachsenen,
ja  in  Baden  sind  während  des  Alters  der  Erwerbsthätigkeit  verhältnißmäßig
mehr  Personen  als  in  irgend  einem  anderen  der  aufgeführten  Staaten  des
Reiches  gestorben.  Die  Tuberkulose  forderte  besonders  in  der  nördlichen  Hälfte  des
Großherzogthums  zahlreiche  Opfer  unter  den  Erwachsenen,  durchschnittlich  ebenso  viele  wie
in  der  Pfalz,  im  Landeskomm.-Bezirk  Karlsruhe  sogar  noch  mehr,  nämlich  468  (in  der
Pfalz  460)  auf  je  100  000  Lebende.

Für  die  ältesten  Leute,  d.  h.  diejenigen,  welche  das  60.  Lebensjahr  schon  überschritten
hatten,  war  in  Baden  ebenso  wie  in  Württemberg  das  Berichtsjahr  ein  ungünstiges,  im
Bezirk  Konstanz  war  deren  Sterbezisfer  um  20  9/%  höher  als  durchschnittlich  im  Reichsgebiet.

Auch  für  Kinder  von  1—15  Jahren  lagen  die  Verhältnisse  im  Bezirk  Konstanz  besonders
  schlecht,  während  hier  die  Säuglingssterblichkeit  niedriger  als  im  Norden  des  Großherzogthums
  war.

Großherzogthum  Baden  1894  6  Die  Geburtsim
  Es  starben  auf  je  1u000  Lebende  ziffer  betrug
Land-skomm.--Bezirk  der  Altersllasse  ins-  Ecbent
a  b  "l  d  gesammt  geborene)
Konstanz  ..........  272  14,  10,  87  25,6  29,2
Freibutg  212  10),  10,r  80  21,  28,6
Karlsruhe  280  12,2  11,°  76  22,  33,1
Mannhei  287  129  10,  72  23,  35,

Das  Großherzogthum  Hessen  hatte  im  Vergleich  zum  angrenzenden  Baden  bei  fast
gleicher  Geburtenhäufigkeit  eine  noch  geringere  Säuglingssterblichkeit  als  dieses,  ja  für  die
Provinz  Oberhessen,  woselbst  nur  107  Kinder  des  ersten  Lebensjahres  auf  je  1  000  Lebendgeborene
  starben,  ist  eine  der  allerniedrigsten  Sterbeziffern  des  Jahres  1894  für  Säuglinge
errechnet  worden  (126  %/%  der  muthmaßlich  Lebenden).  Dafür  starben  aber  in  Oberhessen
viele  älteren  Kinder,  und  auch  die  Sterbeziffer  unter  den  beiden  höheren  Altersklassen  der
Lebenden  überschritt  hier  das  Mittel.

Großherzogthum  Hessen  1894
in  der  Provinz  Es  starben  auf  je  1  000  Lebende  Die  Geburtsder
  Altersklasse  ins-  ziffer  betrug
a  b  %t%e  d  gesammt
Starkenburtg  222  10,  10,  69  20,  33,.
Oberhessen  126  12,  10,0  73  19,,  28,
Rheinhessen  208  110400%  9,6  64  19,  30,#