— 37 —
Die Fürsten Europas, die beinahe alle den Levitenschurz trugen, erkannten
nach dem Ausbruch der Revolution zu ihrem Schrecken, was es mit der
„Arbeit“ der „Philosophen“, der Freimaurerei und der „Fleischwerdung der
freimaurerischen Ideen“ für eine Bewandtnis hatte.
Herzog Ferdinand von Braunschweig — Onkel des Verräters von
Valmy — seit beinahe zwanzig Jahren National-Ordensmeister in Deutschland,
sandte 1792 in größtem Erschrecken, ein langes, ausführliches Manifest an
die — nicht erschrockenen — Brr., die ihm unterstanden. Er zählt die Verbrechen
der Freimaurer auf. Ohne zu erkennen, daß sie das geheime Wesen der eingeweihten
Freimaurerei sind, meint er, daß „die Abtrünnigen im Bunde alle
diese Frevel begehen und begehen werden, solange sie besteht.“
Der National-Ordensmeister sagt:
„Geschehen ist dies alles und es geschieht noch. Aber man bemerkt, daß die Fürsten
und die Völker nicht wissen, wie und durch welche Mittel dies geschieht. Wir sagen Ihuen
daher frei, Eure Stimme müßt Ihr erheben, um die Völker und die Fürsten zu belehren,
daß niemand als abtrünnige Sektierer“ — das sind an erster Stelle die Hochgrade und die
unsichtbaren Väter — „unseres Bundes die Urheber aller gegenwärtigen und noch bevorstehenden
Revolutionen gewesen sind und noch sein werden. Unsere Herzen zittern, da
wir Euch dies sagen müssen. Ewig verborgen hätten diese Worte der Welt bleiben sollen
aber die höchste Gefahr fordert ein lautes Bekenntnis.
„Schwindel und Wahnwitz gehen aus geheimen Kreisen in die Welt aus, ein scheußliches
Chaos von niedrigen Leidenschaften wälzt sich von Kreise zu Kreise fort und bildet
bereits ein Ungeheuer, dem erst Generationen sein gräßliches Haupt abschlagen können.“
Die Brr. Kaiser Leopold, Friedrich Wilhelm II., König von Preußen,
und Gustav III., König von Schweden, und andere Fürsten beschlossen, die
Revolution in Frankreich niederzuwerfen, und König Ludwig XVI. aus den
Armen der Liebe der Brr. in Frankreich zu befreien. *½
Da fielen Br. Kaiser Leopold, Nachfolger seines ganz plötzlich verstorbenen
Bruders Josef II., der als Br. zu einem Freimaurerfeind geworden war, am
1. 3. 1792 und Br. Gustav III. von Schweden am 16. 3. 1792 durch freimaurerische
Mörderhände.) Der Mordplan gegen Br. König Friedrich Wilhelm
II., den Zahnarzt Br. Levesque für 500 000 Livres ausführen sollte, mißlang.
Der König blieb von den drei Monarchen allein für die Durchführungen
ihrer Absichten zurück. Dieser König von Preußen aber ließ sich vollständig
freimaurerisch verstricken, obschon er die Gefahren der Feimauerei erkannt
hatte. Er wurde selbst Rosenkreuzer und geriet unter die Befehle der „unsichtbaren
Väter“ in so hohem Grade, daß Chronisten seiner Zeit schreiben, es wäre
ein wahres Glück, daß der König gutmütig gewesen sei und die Befehle, die ihm
maurerischerseits zur Vollstreckung anbefohlen waren, nicht ganz in aller Härte
ausgeführt hätte.
Es war ein preußisch-österreichisches Heer, das sich im Spätsommer 1792
auf Paris vorbewegte. König Friedrich Wilhelm II. war bei diesem Heere,
auch der Illuminat Br. Goethe. Führer des Heeres war der Br. Freimaurer
Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig,“) dem auch der Oberbefehl
über die französisch-freimaurerische Revolutionsarmee angeboten war,
*) Die Mörder waren Br. Abt Martinowitz und Br. Ankarström. Kaiser Leopold
war scheußliches Gift gereicht worden. Die Büste des Mörders Br. Ankarström wurde in den
Logen in Paris neben die des Mörders Brutus aufgestellt. ·
**) Der Verräter-Herzog wird in Lennings Handbuch wohlweislich nicht als
Freimaurer unter den Brru. dieser herzoglichen Familie aufgezählt.