Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

 

 

###  Jahrame

 

M#  296

 

Der
und  Feiertage).  —

mis
blat“  erscheint  täglich

br#  iins  14  Pfg.  monatlich:  —

bem  ##exillch  und  ##ustrattv  reich

ol  Uhr  (m
Der  Abonnementaprels  betrdqi  vierteljährlich  1  1Merr  60  Plg.,  monatlich
·60  [—  sowohl  *  r  als  auch  für  astetee  Abonnenten.  —  Postzuttellgeböhr,
Haus  gell  egramm-Adresse:  Anzeiger  Rosenhetm.  —
iee  Redaktion  us-h  Nr.  72;  Inseraten  ·  Abiellung:  235.

are  echtteugen
———.

 

 

 

mittwoch,  23.  Pezember  1914

Rosenheimer  Anzeiger

 

größeren  Ortschaften  der

 

Das  #bonnemem  wird  sin  Rosenhetm  in  der  M.  Mebemay###chen  Buchdruckeret  sowie  zn
den  sechs  Filial-Exped#onen  der  Stodt  umgegengenommen;  außerdem  nehmen  die  in  cu.  40
Umgebung  errichteten  Agenturen,  sowie  alle  Postanstalten  und  fä##-liche
  Postboten  die  Beslellung  für  den  „Rosenhelmer  Anzeiger“  on.  —  Dle  einspaltige  50  mm
breite  Petitzelle  oder  deren  Raum  kostet  10  Vfennig,  die  75  mm  breite  Selle  im  Reklomeeil
30  Pfemrig;  bei  Wiederbolungen  oder  Zellenabschlüssen  Robatt  nach  aufliegendem  Tari#.

 

 

Rosenheimer  Tagblakt

Amtliches  Bablikakions-Organ

 

uuuasnd  ia  dn
Schlot  der

Haalenstein  &  Bogler  MG.

.  ————
b#sen

die  Unnoncen·  Cxpedttion  Nosenheim,  —  Nür##  BeVer#  CDs  Gronsi  a.  M.  Dadurg.  Dar##o
Inseraten-Annahmes  1  Hhr  mit#ngs.  Noch  dietem  Zetwunti  karm  fau  ufnadme  b  die  laufe#de  Tagesmummer  micht  mehr  garanttert  werden  Fü#  iebügeichrehenes  E  wird  tetne  Berartwortg

c#e  Angriffe  der  Tranzosen  und  Engländersüberall  abgewiesen.

860  franzoscn,  Engländer  und  Judier  gefargen,  Geschütge,  Maschinengewehre  und  sonstiges  Kricgsmatertal  erbrut't  —  Jurückeroberung
des  verlorenen  Schütengrabens.  —  ein  kranzölsischer  Armcebefehl  zu  neuer  off’nsic.  —  demisch:  Elleger  über  Calals.  —  Ueuc  engl'sche
verluste  durch  Scemincn.  —  Untergang  ecines  cugiischen  Teruppentransportdampfers.  —  Forisch’eltender  Angerill  anf  die  neuen  rufriichen
Stellungen.  —  Dic  Kämpfe  in  Galizten  und  in  den  Karpathen.

Die  Rriegslage.
Ein  französischer  Armeebefehl  zu  neuer
Offensive.

WTB.  Großes  Hauptgquartier,  12.
Dez.,  vormittags.  (In  Rosenheim  eingetroffen
und  bekannt  gegeben  abends  6  Uhr  30  Min.)

Französische  Angriffe  bei  Nieuport  wurden
auch  gestern  abgewiesen.  Jwischen  Richebourg
['Avoue  und  dem  Kanal  d'Aire  la  Bassee  grissen
  unsere  Truppen  die  Stellungen  der  Engländer
  und  Inder  an.  Die  feindlichen  Schützengräben
  wurden  gestürmt,  der  Feind  aus  seinen
Stellungen  unter  schweren  Verlusten  geworfen.
Wir  erbeuteten  ein  Geschütz,  fünf  Maschinengewehre,
  zwei  Minenwerfer  und  nahmen  270
Engländer  und  Inder,  darunter  10  Offiziere,
gefangen.

Der  bei  Notre  Dame  de  Lorello  am  18.  Dezember
  an  den  Gegner  verlorene  Schützengraben
wurde  zurückerobert.  In  der  Gegend  Sonain
Massiges  (nordöstlich  Chalono)  griffen  die  Frangojen
  gestern  heftig  an  und  drangen  an  einer
Stelle  bis  in  unseren  Vorgraben  vor.  Ihre
Angriffe  brachen  jedoch  sämtlich  in  unserem
Feuer  zusammen.  Vier  Offiziere  und  310  Mann
liechen  die  Franzosen  in  unseren  Händen.  Cine
große  Zahl  gefallener  Franrojen  liegt  vor  unseren
  Stellungen.

In  den  Argonnen  nahmen  wir  eine  wichlige
Waldhöhe  bei  Le  Four  de  Paris,  croberten
drei  Maschinengewehre,  eine  Revolverkanone
und  machten  275  Franzosen  zu  Gefangenen.

Die  mit  großer  Heftigleit  geführten  Angrisfe
der  Franzosen  nordwestlich  Verdun  scheiterten
gänzlich.

Die  große  Regsamkeit  der  Franzosen  vor
unserer  ganzen  Front  ist  erklärlich  durch  folgenden,
  bei  einem  gefallenen  französischen  Offi.
gier  gefundenen  Heeresbefehl  des  Generals
Joffre  vom  17.  Dezember  1914:  „Armeebefehl
  vom  17.  Dezember  1914.  Seit  drei
[Monaten  sind  die  heftigen  und  ungezählten
Angriffe  nicht  imstande  gewesen,  uns  zu  durchbrechen.
  Ueberall  haben  wir  ihnen  siegreich
widerstanden.  Der  Augenblick  ist  gekommen,  um
die  Schwäche  auszunützen,  die  sie  uns  bieten,
nackdem  wir  uns  verstärkt  haben  an  Menschen
und  Material.  Die  Stunde  des  Angriffs  hat
geschlagen.  Nachdem  wir  die  deutschen  Kräfte
in  Schach  gehalten  haben,  handelt  es  sich  darum,
sie  zu  brechen  und  unser  Land  endgultig  von
den  Eindringlingen  zu  befreien.  Soldaten!
Mehr  als  jemals  rechnet  Frankreich  auf  euren
Mut,  eure  Energie  und  euren  Willen,  um  jeden
Preis  zu  siegen.  Ihr  habt  schon  gesiegt  an  der
Marne,  an  der  Mer  und  in  den  Vogesen!  Ihr

 

werdet  zu  siegen  verttehe  n  bis  zum  schließlichen
Triumph!  Joffre.“

In  Osi-  und  Westpreußen  ist  die  Lage  unverändert.
  In  Polen  fortschreitender  Angriff
gegen  die  Stellungen,  in  denen  der  Feino  Front

gemacht  hat.

Oberste  Heeresleitung.

"  "  "
Algemeines  vom  Krieg
Gerüchte.

Berlin,  21.  De#.  IZn  Verliner  Blättern
werden  Gerüchte  milgeleilt,  wonach  Bestrebungen
  im  Gange  jein  sollten,  um  den  Fesuandkrieg,
  sei  coe  nur  im  Osien,  sei  es  im  Osten
und  Westen  zugleic;  zu  Ende  zu  bringen.  Nach
der  Kreuzzeitung  erzählle  man  sich  an  der  Verliner
  Börse,  daß  Grokfurst  Kyrill  und  Graf
Witte  in  Berlin  seien,  um  wegen  Einleilung
von  Friedensverhandlungen  Fühlung  zu  ucl
men.  Andere  Leute  wollen  sogar  den  franzoi
schen  Botschafter  Cambon  wieder  in  Verlin
wiebe  haben  waz  recht  unwalrscheinlich

,  denn  wenn  Frankreich  inegeheim  Verland
ungen  einleiten  wollle,  wurde  es  schwerlich
einen  Mann  schicken,  den  jedermann  in  Berlin
kennt.  In  der  Regel  tommt  ein  Frieden#chluß
zischen  zwei  kriegführenden  Staaten  erst  daun
zustande,  wenn  einer  von  ihnen  die  Unmöglick:
kleit,  weiteren  Wideriand  zu  leisten,  nicht  bloß
vollkommen  eingesehen,  sondern  auch  offentich
anerkannt  hat.  Es  wäre  eine  Täuschung,  wenn
man  annehmen  wollte,  daß  einer  von  den  Gegnern
  Deutschlande  sich  jetzt  schon  zu  einem  sol
chen  Zugeständnis  bequemen  könnte.  Es  ist  voreilig,
  von  einem  Zusammenbruch  der  russischen
Armee  zu  sprechen,  wie  das  in  den  letzten  Tagen
vielfach  geschehen  ist.  Was  zusammengebrochen
ist,  sagt  uns  die  Hauptquartiermeldung  vom
17.  Dezember,  das  ist  die  russische  Offensive
gegen  Schlesien  und  Posen.  Die  Kraft  der
Gegner  Deutschlands  ist  zwar  erschüttert,  aber
noch  nicht  gebrochen.  Noch  weiß  leiner,  wann
und  wie  Frieden  werden  soll.  Und  deswegen
muß  ohne  Geschwätg  durchgehalten  werden.
Unsere  Kriegslage  ist  nach  wie  vor  günstig.

Die  Verbündeten  unter  sich.

Mailand,  21.  Dez.  Das  rumänische  Blatt
„Dimineata“  behauptet,  Japan  habe  von  Frankreich
  als  Kompensation  für  die  Absendung  von
300  000  Mann  die  Abtretung  von  Indochina
verlangt.  Frankreich  habe  sich  damals  geweigert,
  jetzt  herrsche  aber  eine  starke  Strömung,
die  japanische  Forderung  anzunehmen.  Der
Mailänder  Corriere  bestätigt  die  französische
Aufrage  um  Entsendung  japanischer  Truppen.
Diesmal  hätte  aber  Japan  abgelehnt.  Giornale

 

d'-Italia  ersährt,  es  handle  sic  nur  um  Kochinchina.
  Die  Verhandlungen  hieräber  seien  aber
in  Petersburg  nichkt  willkommen.
überhaupt  eine  französisch-russische  Spannung
entstanden.  In  Rußland  nehme  täglich  eine
friedensgesinnte  Strömung  zu.  An  der  Spitze
dieser  Bewegung  stehe  Graf  Witte.  (Z.)

Rekrutierung  in  Frankreich.
Kopenhagen,  21.  Dez.  „Berlinske  Tilende“
  meldelt  aus  ario:  Die  Musterung  des
Jahrganges  1916  begirnt  am  d.  Jannar.  (.).)
Frankreick  und  die  Neutralen.
(Heuf,  21.  Dez.  Der  französische  Ministerrat
  veränderle  einige  Stellen  der  in  der  Kam
mer  und  im  Senat  vormlesenden  Erklärung
über  die  auswärtigen  Veriehungen  Frankreichs,
so  weil  sie  die  nemralmm  Staaien  betressen.
Dagegen  wurde  der  Paäus  uber  die  angebliche
Verantwortung  Deutnichlands  am  PBriegsaus
bruch  noch  bersi“  um  eine  Entrüftungs.
lundgelung  im  Parlanut  hervorzurnsen.  (.)0
Die  Annerion  von  Tunie.
Rom,  21.  Dez.  „Correspondenzia“  er
sährt  von  guinnterrichtete  Seile,  d.  die  An
nerion  von  Tunis  durd  Framlreich  bevofiche.

—:
Vie

Kriegemalerici  aus  Amerita.

WrB.  Neuyorl.  21.  Dez.  Staalsselretde
Briand  erklärt,  Präsident  Wilson  benehe  nicht
auf  der  Gesetzesvorlage  betreisend  das  Verbot
von  der  Ausfuhr  ron  Kriegematerial.  Die
Zeitungen  greisen  die  Vorlage  an,  die  weisel
los  fällt.

Die  Kämpse  in  Belgien.

Genf,  21.  Dez.  Die  Verbundeten  suhlen
sich  in  ihren  Stellungen  bei  Nieuport  ebeifounsicher
  wie  bei  Dpern.  Damit  ertlären  sich
die  das  Publikum  auf  die  Moglickleit  eines
Zurückgehens  vorbereitenden  Siellen  des  amtlichen
  Tagesberichtes,  daß  den  Deutschen  eine
Verstärkung  ihrer  Stellungen  und  ganzen  Organisationen
  gelungen  sei.  Die  Militärpresse  brschwört
  die  Heeresleitung,  sich  durch  das  deut'#e
Vorgehen  im  Argonnenwald  nicht  enimutigen
zu  lassen.  (J.)

Amsterdam,  21.  Dez.  Der  auf  Seite  der
verbündeten  Armeen  befindliche  Berichterstatter
der  „Tyfd“  schreibt:  Neue  Truppen  sind  aus
England  angekommen.  Die  Engländer  haben  ihr
Hauptaugenmerk  auf  den  Kanal  von  Zeebrugge
gerichtet  und  wollen  alles  daranieyen,  um  Os#Oende
  wieder  zurückzugeminnen.  Man  muß  diese
Mitteilungen  in  das  Reich  jener  zahlreichen
phantastischen  Angaben  verweisen,  die  besonders
auf  Seite  der  Verbündeten  in  reicher  Fülle
blühen.  Aus  Dünkirchen  wird  dem  gleichen
Blatte  berichtet,  daß  der  Kampf  bei  Nieuport

Offenbar  sei.

 

 

und  an  der  Yer  seinen  Fortgang  nimmt.  Die
Deunchen  setzen  einen  ungewöhnlich  hartnäckigen
Widerstand  entgegen.  Haurt###cklich  auf  der
Linie  Dpern-Menen  wird  der  Kampf  mit  großer
Zähigleit  gefuhrt.  Das  Ende  der  Kämpfe  läßt
sich  nicht  vorhersagen.  Selbin  nad,  den  Ansichten
  der  Verbündeten  beiteht  vorlaufig  leinerlei
  bestimmte  Aussich#,  durch  zubrechen.
Deutsche  Flieger  über  Calais.
W7TB.  Amberdam.  21.  Drz.  Die  „Ti
mes“  meldet  aus  Calais:  Am  Sonntag  warf
ein  deuticher  Wasserflieger  ##ei  Bomben  auf
Calais.  Es  wurde  kein  Schaden  angerichtet.

Die  engliichen  Mordbrenner.

Roosendaal.  21.  Dez.  Wut  und  Entrürung
  über  die  Engländer  iprich:  aus  den  erregien
  Sciilderungen  der  hier  ein  getroisnn
Fiucktlinge  belg  zicher  Küstenorte.  In  eisiger
Nackt  verließen  sie  die  um  Onende  geiegenen
DorfserOsende  hal  unter  der  Beschienung  am

rrtiten  gelitien.  Angeschene  Einwoimer  er##b
*  daß  jie  au.  re  die  micherung  er
halten  haben,  ein  Vombarde:  8  der  Kuüste
würde  niäl  vorgenommen.  Troz  jener  oifiiellen
  Verivrechens  halten  die  Engländer  den
Angriff  wiederholt.  Der  Ha  gegen  die  rücksichtriosen
  Mordbreuner  m  eich  in  heitigen
esckinirfungen  Lust.  Die  Leuie  geneben  zu.
daß  das  Vorgehen  der  deutchen  Landwehrleute
lescheiden  und  einfach  in.  Sie  begunugen  sich
mit  dem,  wan  iie  aufbringen  konnen  und  maden
  auf  diese  Weise  die  Tage  der  seindlichen
Lerrick  caft  ertragli  ch.  Aus  den  Milleilungen  der
uck  1n  inge  1#  iz:  sich  kuehen.  das.  die  unler
framno  isäler  Fahrung  sre#renden  Oraticnen  bei
Lombarte#dr  und  8St.  „senn  den  Belgiern
recht  teuer  uu  nehen  gelammen  iind.  Die  Ver
lume  der  Fran.  asen  und  Belgier  bei  den  Siurm
angriffen  auf  einige  oftiich  von  Nicuport  gelegene
  Höhenvunite  werden  von  glaubwürdigen
Personen  auf  10101  Mann  bezifferl.  (.3.)

  
 

LVe  Ha

  

»  "  5½
Der  Rampf  zur  ee.
Uelermacht
Falllandeinseln.
Berlin,  21.  Dez.  Ueber  das  Seegefecht
bei  den  Falllandeinseln  liegen  argentinische
Meldungen  vor,  nach  denen  an  dem  Kampf.
der  von  vormittag  bis  z-m  Abend  gedauert
haben  soll,  die  englischen  Schisse  „Inflerible“,
.  Jnvincible“,  „Canopus“,  „Carnarvon“,  „Cornmall“.
  „Ken“,  „Glasgow“  und  „Bristol“  beleiligt
  waren.  Ueber  die  Beschädigung  dieser
Schisse  wird  nichts  gesagt,  ebensowenig,  daß
die  japanischen  Schiffe,  die  an  der  Expedition
reilgenommen  haben  sollen,  an  dem  Gefecht  selbfft.
beteiligt  waren.  Eine  größere  Anzahl  der  deulschen
  Mannschaften  und  Offiziere  soll  gerettet
worden  sein.  (Z.)

Die  englisane  bei  den