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iee Redaktion us-h Nr. 72; Inseraten · Abiellung: 235.
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mittwoch, 23. Pezember 1914
Rosenheimer Anzeiger
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Rosenheimer Tagblakt
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Inseraten-Annahmes 1 Hhr mit#ngs. Noch dietem Zetwunti karm fau ufnadme b die laufe#de Tagesmummer micht mehr garanttert werden Fü# iebügeichrehenes E wird tetne Berartwortg
c#e Angriffe der Tranzosen und Engländersüberall abgewiesen.
860 franzoscn, Engländer und Judier gefargen, Geschütge, Maschinengewehre und sonstiges Kricgsmatertal erbrut't — Jurückeroberung
des verlorenen Schütengrabens. — ein kranzölsischer Armcebefehl zu neuer off’nsic. — demisch: Elleger über Calals. — Ueuc engl'sche
verluste durch Scemincn. — Untergang ecines cugiischen Teruppentransportdampfers. — Forisch’eltender Angerill anf die neuen rufriichen
Stellungen. — Dic Kämpfe in Galizten und in den Karpathen.
Die Rriegslage.
Ein französischer Armeebefehl zu neuer
Offensive.
WTB. Großes Hauptgquartier, 12.
Dez., vormittags. (In Rosenheim eingetroffen
und bekannt gegeben abends 6 Uhr 30 Min.)
Französische Angriffe bei Nieuport wurden
auch gestern abgewiesen. Jwischen Richebourg
['Avoue und dem Kanal d'Aire la Bassee grissen
unsere Truppen die Stellungen der Engländer
und Inder an. Die feindlichen Schützengräben
wurden gestürmt, der Feind aus seinen
Stellungen unter schweren Verlusten geworfen.
Wir erbeuteten ein Geschütz, fünf Maschinengewehre,
zwei Minenwerfer und nahmen 270
Engländer und Inder, darunter 10 Offiziere,
gefangen.
Der bei Notre Dame de Lorello am 18. Dezember
an den Gegner verlorene Schützengraben
wurde zurückerobert. In der Gegend Sonain
Massiges (nordöstlich Chalono) griffen die Frangojen
gestern heftig an und drangen an einer
Stelle bis in unseren Vorgraben vor. Ihre
Angriffe brachen jedoch sämtlich in unserem
Feuer zusammen. Vier Offiziere und 310 Mann
liechen die Franzosen in unseren Händen. Cine
große Zahl gefallener Franrojen liegt vor unseren
Stellungen.
In den Argonnen nahmen wir eine wichlige
Waldhöhe bei Le Four de Paris, croberten
drei Maschinengewehre, eine Revolverkanone
und machten 275 Franzosen zu Gefangenen.
Die mit großer Heftigleit geführten Angrisfe
der Franzosen nordwestlich Verdun scheiterten
gänzlich.
Die große Regsamkeit der Franzosen vor
unserer ganzen Front ist erklärlich durch folgenden,
bei einem gefallenen französischen Offi.
gier gefundenen Heeresbefehl des Generals
Joffre vom 17. Dezember 1914: „Armeebefehl
vom 17. Dezember 1914. Seit drei
[Monaten sind die heftigen und ungezählten
Angriffe nicht imstande gewesen, uns zu durchbrechen.
Ueberall haben wir ihnen siegreich
widerstanden. Der Augenblick ist gekommen, um
die Schwäche auszunützen, die sie uns bieten,
nackdem wir uns verstärkt haben an Menschen
und Material. Die Stunde des Angriffs hat
geschlagen. Nachdem wir die deutschen Kräfte
in Schach gehalten haben, handelt es sich darum,
sie zu brechen und unser Land endgultig von
den Eindringlingen zu befreien. Soldaten!
Mehr als jemals rechnet Frankreich auf euren
Mut, eure Energie und euren Willen, um jeden
Preis zu siegen. Ihr habt schon gesiegt an der
Marne, an der Mer und in den Vogesen! Ihr
werdet zu siegen verttehe n bis zum schließlichen
Triumph! Joffre.“
In Osi- und Westpreußen ist die Lage unverändert.
In Polen fortschreitender Angriff
gegen die Stellungen, in denen der Feino Front
gemacht hat.
Oberste Heeresleitung.
" " "
Algemeines vom Krieg
Gerüchte.
Berlin, 21. De#. IZn Verliner Blättern
werden Gerüchte milgeleilt, wonach Bestrebungen
im Gange jein sollten, um den Fesuandkrieg,
sei coe nur im Osien, sei es im Osten
und Westen zugleic; zu Ende zu bringen. Nach
der Kreuzzeitung erzählle man sich an der Verliner
Börse, daß Grokfurst Kyrill und Graf
Witte in Berlin seien, um wegen Einleilung
von Friedensverhandlungen Fühlung zu ucl
men. Andere Leute wollen sogar den franzoi
schen Botschafter Cambon wieder in Verlin
wiebe haben waz recht unwalrscheinlich
, denn wenn Frankreich inegeheim Verland
ungen einleiten wollle, wurde es schwerlich
einen Mann schicken, den jedermann in Berlin
kennt. In der Regel tommt ein Frieden#chluß
zischen zwei kriegführenden Staaten erst daun
zustande, wenn einer von ihnen die Unmöglick:
kleit, weiteren Wideriand zu leisten, nicht bloß
vollkommen eingesehen, sondern auch offentich
anerkannt hat. Es wäre eine Täuschung, wenn
man annehmen wollte, daß einer von den Gegnern
Deutschlande sich jetzt schon zu einem sol
chen Zugeständnis bequemen könnte. Es ist voreilig,
von einem Zusammenbruch der russischen
Armee zu sprechen, wie das in den letzten Tagen
vielfach geschehen ist. Was zusammengebrochen
ist, sagt uns die Hauptquartiermeldung vom
17. Dezember, das ist die russische Offensive
gegen Schlesien und Posen. Die Kraft der
Gegner Deutschlands ist zwar erschüttert, aber
noch nicht gebrochen. Noch weiß leiner, wann
und wie Frieden werden soll. Und deswegen
muß ohne Geschwätg durchgehalten werden.
Unsere Kriegslage ist nach wie vor günstig.
Die Verbündeten unter sich.
Mailand, 21. Dez. Das rumänische Blatt
„Dimineata“ behauptet, Japan habe von Frankreich
als Kompensation für die Absendung von
300 000 Mann die Abtretung von Indochina
verlangt. Frankreich habe sich damals geweigert,
jetzt herrsche aber eine starke Strömung,
die japanische Forderung anzunehmen. Der
Mailänder Corriere bestätigt die französische
Aufrage um Entsendung japanischer Truppen.
Diesmal hätte aber Japan abgelehnt. Giornale
d'-Italia ersährt, es handle sic nur um Kochinchina.
Die Verhandlungen hieräber seien aber
in Petersburg nichkt willkommen.
überhaupt eine französisch-russische Spannung
entstanden. In Rußland nehme täglich eine
friedensgesinnte Strömung zu. An der Spitze
dieser Bewegung stehe Graf Witte. (Z.)
Rekrutierung in Frankreich.
Kopenhagen, 21. Dez. „Berlinske Tilende“
meldelt aus ario: Die Musterung des
Jahrganges 1916 begirnt am d. Jannar. (.).)
Frankreick und die Neutralen.
(Heuf, 21. Dez. Der französische Ministerrat
veränderle einige Stellen der in der Kam
mer und im Senat vormlesenden Erklärung
über die auswärtigen Veriehungen Frankreichs,
so weil sie die nemralmm Staaien betressen.
Dagegen wurde der Paäus uber die angebliche
Verantwortung Deutnichlands am PBriegsaus
bruch noch bersi“ um eine Entrüftungs.
lundgelung im Parlanut hervorzurnsen. (.)0
Die Annerion von Tunie.
Rom, 21. Dez. „Correspondenzia“ er
sährt von guinnterrichtete Seile, d. die An
nerion von Tunis durd Framlreich bevofiche.
—:
Vie
Kriegemalerici aus Amerita.
WrB. Neuyorl. 21. Dez. Staalsselretde
Briand erklärt, Präsident Wilson benehe nicht
auf der Gesetzesvorlage betreisend das Verbot
von der Ausfuhr ron Kriegematerial. Die
Zeitungen greisen die Vorlage an, die weisel
los fällt.
Die Kämpse in Belgien.
Genf, 21. Dez. Die Verbundeten suhlen
sich in ihren Stellungen bei Nieuport ebeifounsicher
wie bei Dpern. Damit ertlären sich
die das Publikum auf die Moglickleit eines
Zurückgehens vorbereitenden Siellen des amtlichen
Tagesberichtes, daß den Deutschen eine
Verstärkung ihrer Stellungen und ganzen Organisationen
gelungen sei. Die Militärpresse brschwört
die Heeresleitung, sich durch das deut'#e
Vorgehen im Argonnenwald nicht enimutigen
zu lassen. (J.)
Amsterdam, 21. Dez. Der auf Seite der
verbündeten Armeen befindliche Berichterstatter
der „Tyfd“ schreibt: Neue Truppen sind aus
England angekommen. Die Engländer haben ihr
Hauptaugenmerk auf den Kanal von Zeebrugge
gerichtet und wollen alles daranieyen, um Os#Oende
wieder zurückzugeminnen. Man muß diese
Mitteilungen in das Reich jener zahlreichen
phantastischen Angaben verweisen, die besonders
auf Seite der Verbündeten in reicher Fülle
blühen. Aus Dünkirchen wird dem gleichen
Blatte berichtet, daß der Kampf bei Nieuport
Offenbar sei.
und an der Yer seinen Fortgang nimmt. Die
Deunchen setzen einen ungewöhnlich hartnäckigen
Widerstand entgegen. Haurt###cklich auf der
Linie Dpern-Menen wird der Kampf mit großer
Zähigleit gefuhrt. Das Ende der Kämpfe läßt
sich nicht vorhersagen. Selbin nad, den Ansichten
der Verbündeten beiteht vorlaufig leinerlei
bestimmte Aussich#, durch zubrechen.
Deutsche Flieger über Calais.
W7TB. Amberdam. 21. Drz. Die „Ti
mes“ meldet aus Calais: Am Sonntag warf
ein deuticher Wasserflieger ##ei Bomben auf
Calais. Es wurde kein Schaden angerichtet.
Die engliichen Mordbrenner.
Roosendaal. 21. Dez. Wut und Entrürung
über die Engländer iprich: aus den erregien
Sciilderungen der hier ein getroisnn
Fiucktlinge belg zicher Küstenorte. In eisiger
Nackt verließen sie die um Onende geiegenen
DorfserOsende hal unter der Beschienung am
rrtiten gelitien. Angeschene Einwoimer er##b
* daß jie au. re die micherung er
halten haben, ein Vombarde: 8 der Kuüste
würde niäl vorgenommen. Troz jener oifiiellen
Verivrechens halten die Engländer den
Angriff wiederholt. Der Ha gegen die rücksichtriosen
Mordbreuner m eich in heitigen
esckinirfungen Lust. Die Leuie geneben zu.
daß das Vorgehen der deutchen Landwehrleute
lescheiden und einfach in. Sie begunugen sich
mit dem, wan iie aufbringen konnen und maden
auf diese Weise die Tage der seindlichen
Lerrick caft ertragli ch. Aus den Milleilungen der
uck 1n inge 1# iz: sich kuehen. das. die unler
framno isäler Fahrung sre#renden Oraticnen bei
Lombarte#dr und 8St. „senn den Belgiern
recht teuer uu nehen gelammen iind. Die Ver
lume der Fran. asen und Belgier bei den Siurm
angriffen auf einige oftiich von Nicuport gelegene
Höhenvunite werden von glaubwürdigen
Personen auf 10101 Mann bezifferl. (.3.)
LVe Ha
» " 5½
Der Rampf zur ee.
Uelermacht
Falllandeinseln.
Berlin, 21. Dez. Ueber das Seegefecht
bei den Falllandeinseln liegen argentinische
Meldungen vor, nach denen an dem Kampf.
der von vormittag bis z-m Abend gedauert
haben soll, die englischen Schisse „Inflerible“,
. Jnvincible“, „Canopus“, „Carnarvon“, „Cornmall“.
„Ken“, „Glasgow“ und „Bristol“ beleiligt
waren. Ueber die Beschädigung dieser
Schisse wird nichts gesagt, ebensowenig, daß
die japanischen Schiffe, die an der Expedition
reilgenommen haben sollen, an dem Gefecht selbfft.
beteiligt waren. Eine größere Anzahl der deulschen
Mannschaften und Offiziere soll gerettet
worden sein. (Z.)
Die englisane bei den