nIummer 22
rden. Uuch Mo de Janelro selbst hak durch
i Eknpnftut schweren Schaden gelitten.
□ ·
r
Eine heille Affäre.
Cottbus, 1. Februar.
Wie gemeldet wird, wurde hier in den letzten
lagen die Gattin des Staatsanwaltes om Cott-#ser
Landgericht, Frau Hedwig Ahrens, uner
dem Verdacht des Betruges, der Urkunden-Alchung
und des Meineides verhaftet. Frau
Ihrens war vor und nach ihrer Eheschließung
mier dem Namen eines Fräulein Fränkel als
Prokuristin bei der Firma Leo Schiffmann tätig
md soll eine der treibenden Kräfte bei zahleichen
Schiebungen und Betrügereien gewesen
ein, die sich der jetzt in Berlin in Haft befindiche
Schiffmann zuschulden kommen ließ. Nach
zer Flucht Schiffnanns verschwand auch die
Prokuristin, bis sich jetzt herausstellte, daß sie
nit der Frau des Staatsanwalts Ahrens idenisch
sei. Frau Ahrens wurde in das Unteruchungsgefängnis
lach Moabit überführt. Zuneich
wurden in derselben Angelegenheit bei
nehreren Berliner Rechtsanwälten, Aerzten und
weei Bertiner Bankinstituten Haussuchungen abzhhalten.
Die Grubenkatasftrephe bei Dortmund.
Dortmund, 1. Februar.
Bis heute nachm.wurden von den Verunglückten
auf der Zeche AUchenbach 16 Tote rekognosziert;
davon sind 7 verheiratet und 9 ledig. Von den
17 Verletzten begaben sich acht nach der Anlegung
eines Notverbandes in ihre Wohnungen.
Von den übrigen neun slarben drei. Bel den
anderen liegt keine unmittelbare Lebensgefahr
vor. Die Beerdigungen finden voraussichtlich
am Montag-Nachmittag statt.
Aufwandsentschädigung für
soldalenreiche Familien.
Von Dr. Georg Heim im „V. K.“
Velanntlich ist gelegentlich der letzten Wehrvorlage
aufs Grund meiner Broschüre: „Um
der Gerechligkeit willen!“, welche dieE#thebungen
der Zentralstelle der Bayer. Bauernvereine verarbeitete,
im Reichsetat eine Summe zur Enticädigung
soldatenreicher Familien eingesetzt
norden. Jede Familie, die mehr als 3 Söhne
dem Militär siellt, soll während der aktiven
Dienstzeit des vierten und jedes weiteren Sohnes
sährlich eine Entschädigung von 240 Mk. erhalten.
Ursprünglich war im Etat des Deutschen
NReickes hierfür die Summe von 240 000 Mk.
4890 000 Mk. vorgesehen, mit anderen Worten:
die Reichsregierung rechnet mit 1000 bis 2000
Kamilien, bei denen die Voraussetzung zutreffen
würde. Die Reichsregierung konnte bloß mit
einer ungenommenen Ziffer rechnen, da stauustische
Erhebungen diesbezüglicher Art nie veranstaltet
wurden. Die ersten zahlengemäßen Unlerlagen
ergeben sich aus der privatim gemonneder
Zentralstelle der
nen Statistik
Bauernrereine.
Auf Grund dieser Zahlenunterlagen war von
Ayfang an vollständig klar, daß die im Reichshaushalt
vorgesehene Summe zu nieder und
das die Annahme, daß nur 1000 resp. 2000 Familien
für ganz Deutschland in Betracht kämen,
itrtümlich sei.
Und das besiätigt sich jetzt im vollen Umsange.
Es handelt sich hierbei nicht um 2000,
sondern um rund 35.000 Familien, bei denen
die Voraussetzungen zutreffend sind. Die Stalistik
wir# ferner noch zweierlei bestätigen:
1. Daß Bayern im Verhältnis zu seinem
Anteil an der Gesamtbevölkerung Deutschlands
mehr soldatenreiche Familien hat, wie das
übrige Deutschland und »
2. daß die soldatenreichen Familien fast ausschließlich
in den Kreisen der Kleinbauern, Arbeitei,
Handwerker zu suchen sind.
aleiles Feulllelon.
Das Ende eine# Millionenbetrügens.
Voriges Jahr ist in einer kroatischen Männerstrafanstalt
ein Verbrecher vom Tode ereilt
worden, der wiederholt in Wien, Innsbruck,
und Budapest der Gegenstand aussehenerregender
Affären und Prozesse gewesen ist, ein Mann,
der sich durch seine große Verstellungskunst auf
Koften anderer ein zügelloses, verschwenderisches
Leben zu verschaffen wuhzte. Es ist dies der
weltbelannte Betrüger Ignaz Straßneff, der
einem in den verschtedenen Strafanstalten erworbenen
Lungenleiden jetzt zum Opfer fiel.
Eines Tages erschien Straßnoff, wohlausgetanet
mit den nötigen, von einem Auskunfts-=bureau
beschafften Daten, vor dem als sehr gutmätig
bekannten Steinamangerer Bischof Wilbelm
Istvan und stellte sich dem Kirchenfürsten
als sein langgesuchter, aus Amerika heimgekehrder
Nefse vor, der sich eine Eristenz gründen
vollte und hiezu Kapital benötige. kam
dem Bischof der „Neffe“ etwas verdächtig vor,
doch war dieser mit den Famllenverhältnissen
derartig vertraut, dah die anfänglichen Zweise.
läwanden, und der „Neffe“ 12000 Kronen erhiet.
Mit dem erschwindelten Gelde veranstallete
er derartige Orgien, daß diese dar Stadt-Bayer.
Die Reichsregierung hat sich offenbar in den
letzten Monaten, obwohl noch keinerlei Vollzugsvors
aAnansgegan sind, bereits.
durch die fretwilligen Anmeldungen bei Behörden,
die ohne Aufforderung hereingekommen
sind, Überzeugt, daß die etatisierten 240 000
Mark bei weitem nicht zulänglich sind. Die
Reichsregierung kam auf den unglaublichen Geen,
einen Ausweg in der Richtung zu suchen,
die Jahreszuschüsse von 240 Mark zu verringern
(auf 150 Mk.) und nur jenen Familien
etwas zuzuwenden, die wirklich die Arbeitekraft,
des betreffenden Sohnes vermissen, d. h. deren
Sohn zu Hause in der Wirtschaft des Vaters
mitgearbeitet hat.
Im Reichstag — und das darf man wohl
von allen Parteien sagen — besteht keinerlei
Neigung, in dieser Weise die ehemalige Zusage
der Regierung einschränken zu lassen. et
Zentrumsabgeocdnete Spahn hat bei der Budgetrede
bereits im Dezember sich dahin ausgesprochen,
daß seine Partei auf Erfüllung der
gegebenen JZusage unbedingt bestehe. Unterdessen
hat sich auch die Budgetkommission mit
der Sache befaßt und hat auf Antrag des
Zentrums statt der 240 000 Mk jetzt 7500 000
Mark vorgesehen.
Bei dieser Gelegenheit wurde auch, was sehr
zu begrüßen ist, eine andere Anregung, die ich
im Sommer vorigen Jahres als Ergänzung gegeben
habe berücksichtigt. Ich verweise diesbezüglich
auf eine Resolution, die auf einer Bauernbundsversammlung
in Matzing. Oberbayern,
am 22. Juni 1913 auf meinen Antrag hin einstimmig
beschlossen wurde. In dieser Resolution
war noch um Berücksichtigung jener Familien
gebeten, deren Söhne zur Kavallerie ausgehoben
werden. Bekanntlich ist die Dienstzeit bei
der Kavallerie drei Jahre und eine Familie.
bei der drei Söhne bei der Kavallerie waren.
hat neun Dienstjahre. Mit diesen neun Dienstjahren
ist sie ganz anders belastet wie eine
Familie mit drei Infanteristen, gleich sechs Jahre.
Die Entschädigung wird jeßt vom 7. Dienstjahr
an gewährt werden, nicht etwa vom 4.
Sohn an, wie es ursprünglich war. Beispielsweise,
wenn der erste und zweite Sohn bei der
Kavallerie je 3 Jahre gedient haben oder bei
einer anderen Waffengattung mit drei Jahren
und der dritte Sohn rückt ein und leistet das
7. Diensljahr, so wird schon für diesen 3. Sohn,
beginnend mit dem 7. Dienstjahre die jährliche
Aufwandsentschädigung von 240 Mark gewährt.
Daß diese Anregung bei den diesjährigen Budgetberechnungen
berücksichtigt wurde, ist dankenswert
anzuerkennen.
Muchener Neulgte#len.
münchen. 1. Febr. Im Ballsaale der Koniglichen
Residenz gab gestern Mittag König
Ludwig eine größere Tafel für die Mitglieder
der Kammer der Reichsräte. Bei der Tafel,
die im ganzen 78 Gedecke zählte, saß dem
König Ludwig gegenüber Kronprinz Rupprecht.
Rechts va#m#m König saß der erste Präsident der
Reichsratskammer Fürst Fugger von Glött,
linke vom König der zweite Präsident Staatsminister
a. D. Graf von Crailsheim. An der
Tafel nahmen ferner noch teil die Prinzen Karl,
Georg, Ludwig, Ferdinand, Alfons und Adatbert,
sowie die Herzöge Christoph und Lnitpold,
Ministerpräsident Graf Hertling, die
Staateminister Freiherr von Soden, Dr. von
Knilling, von Thelemann und Breunig sowie
der Kriegsminister Freiherr von Kreß, ferner
außer den Reichsräten Staaterat von Danol.
Obersihofmeister Graf Seinsheim, Oberregierungsrat
und Kanzleidirektor Zorn, Generaladjutant
von Walter und Flügeladjutant Graf
zu Castel. Die Tafel wies reichen Schmuck an
Blumen und Aufsätzen auf.
münchen. 2. Febr. Der zum Generalstaatsanwalt
beförderte bisherige Vorsitzende der Zentrumefraktion,
Abg. Lerno, der aus dem politischen
Leben ausscheidet, hat sich gesiern Nach-
gelpräch bildeten und natürlich auch dem Bischof
zu Ohren kamen. Der indel kam auf, dec
Biüschof wies dem Hochstapler entrüstet die Türe,
erstattete aber keine Strafanzeige. Nach einiger
Zeit verübte Straßnoff genau dieselbe
Schwindelei bei dem Neutraer Bischof Bende,
von dem er ebenfalls 12 000 Kronen erhielt,
mit welchen er sich sodann aus dem Staube
machte. Dieser Kirchenfürst ließ aber keine
Schonung walten, sondern erstattete die Strafanzeige.
Jnmitten einer Orgie in einer Verbrecherspelunke
wurde Strahnoff verhaftet und
urteilsgemäß auf drei Jahre dem Waitzener
Zuchthaus überantwortet. 4
Im Jahre 1901 tauchte er in Pest abermals
auf. Mittelst einiger kleinerer Betrügereien verschaffte
er sich die Mittel zur Durchführung grö-Isrer
Unternehmungen. Auf der Meraner
Kurpromenade stolzierte er sodann in der Uniform
eines flotten Dragoner--Oberleutnants umher
und alsbald gelang es ihm, sich in das
Vertrauen einer kränklichen, älteren Baro#nin einzuschleichen,
die ihm sogar die Verwaltung ihrer
Kassen übertrug. Eines Sommertages war
nicht nur der Oberleutnant, sondern auch der
Schmuck und das Geld der Arisiokratin verschwunden,
und obendrein wurde der leichtgläubigen
eine R mit fünfstelligen Salen
wräsentfert. Ihr Galan hatte unter Miß-#l#
auziuk
aunktay von dem Vorsland der Zentrumsfraktion
verabschtedet. Abends sand im Hofbräuhause
eine Abschiedefeier statt, zu der die Fraktionsmitglieder
fast vollzählig erschienen waren.
Der zweite Vorsitzende der Fraktion, Abg.
Frank, Abg. Dr. Faebel und Kammerpräsiden
Dr. v. Orterer feierten den Scheidenden.
münchen, 1. Febr. Gestern Mittag slürzte
sich aus dem dritten Stock des Treppenflures
des Warenhauses Oberpollinger auf der Seite
der Herzog Marstraße ein unbekannter Mann
im Alter von 30—40 Jahren auf die Straß:
herab und blieb tot liegen. Einige Mädchen
von dem Personal des Kaushauses, die den
Mann auf der Treppe in dem Begriffe aus dem
Fenster zu springen, antrafen, versuchten, ihn
noch zurückzuhalten, doch gelang es ihnen nicht
mehr. Der Tote hatte keine Legitimationspapiere
bei sich. Das Motiv zu dem Selbstmord
ist unbelannt.
Bayerische Nachrichten.
Erding, 1. Febr. Mit 200 Soldaten der
verschiedensten Truppenteile der Garnison München
besuchte der Leiter der landwirtschaftlichen
Unterrichtskurse, Herr Oek.-Rat Maier aus Rosenheim
das k. Landgestüt und die Geflügelzucht-Anstalt.
Bei der Ankunft und Abfahrt des
Zuges hatten sich viele Neugierige am Bahnhof
eingestellt.
Böhenstadt (NRottal), 1. Febr. Der neunjährige
Knabe Alph. Bschlagengaul von Steindorf,
der nach längerer Krankheit wieder die
Schule besuchen wollte, wurde von Nachbarskindern
auf einem Schlitten zur Schule gefahren.
Die Kinder mollten einem Düngerschlitten vorsalren,
als auf der anderen Seite ebenfalls
ein Kinderschlitten vorbeifuhr. Ein Pferd schlug
aus und traf den Knaben an der Stirne, so
daß er bewußtlos vom Schlitten siel. Der Arzt
lonstatierte Schädelbruch.
Augsburg, 1. Fedr. Die Augsburger Handelskammer
sprach sich dahin aus, daß für Ladengeschäfte
in kleineren Orten mit vorwiegend
bäuerlicher Kundschaft an Sonntagen eine fünfstündige
Verkaufszeit beibehalten werden müsse.
Um für die Angestellten solcher Geschäfte die
Sonntagsruhe nicht illusorisch zu machen, sei
Paragraph 38 des neuen Gesetzentwurfes dahin
zu fassen, daß zwar die Angestellten nur drel
Stunden beschäftigt, die Läden uber fünf Stunn
c5. L214 #n# 7: Fn##r-
einstimmig entsprechenden Beschluß, der sok#ort
der Reichstagskommission zur Vorberatung des
Gesetzentwmurfs übermittelt ##urde.
Kempten, 1. Febr. Der Magistrat hat einen
Antrag angenommen, wonach er die Verkaufspreise
aller Fleischsorten sämtlicher hiesigen Metzger
feststellen und ev. die Namen der Metzger.
die ihre Preise ermäßigt haben, ör'fentlich bekanntgeben
soll, um der Eimwohnerschaft di2
billigeren Bezugsquellen leichter zugänglich zu
machen. Außerdem soll der Errichtung eines
Schlachtoiehmarktes nähergetreten werden, um
den Bauern Gelegenheit zu geben, unter Ausschaltung
des Zwischenhandels ihr Vieh direkt
an die Metzger zu verkaufen.
daverisches Oberland
Kolbermoor, 1. Febr. Gestern nachmittag
4 Uhr siel der verheiratete 39jährige Taglöhner
Franz Liebl von Rosenheim am hiesigen Bahnhof
von einem Waggon auf das Bahngleise
so unglücklich, daß er bewußtlos durch die hiesige
Sanitätsabteilung in das Krankenhaus verbracht
werden mugte. Liebl erlitt eine schwere
Gehirnerschütterung und eine schwere Verlegung
am Hinterkopf.
Bad Uibling, 1. Febr. Im 74. Lebensjahre
verstarb heute morgen Herr Schlossermeister
Niggel. Der Verstorbene war lange
Zeit Vorstand des Krieger= und Veteranenvereins
Aibling und Bezirksobmann. In Ve-
brauch ihres Namens Automobile und Reitpferde
auf Kredit gekauft und diese zu Geld gemacht.
Das Innsbrucker Schwurgericht verurteilte
Straßnoff damals zu zwei Jahren schweten
Kerkers, welche Strafe er im Jahre 190
verbüßt hatte. Bereits in diesem Jahre ließ
er sich selbst zum Hauptmann vorrücken und
ging in den Hauptstraßen Budapests sporenklirrend
spazieren. Als „Graf Szapary“ fand
er in den vornehmen Gesellschaften Aufnahme
und prellte mehrere Magnaten durch salsch#
Kartenspielen um namhafte Summen, dem Minister
Hieronimy wußte er durch falsche Vorspiegelungen
eine Konzession zu einem Bahnrestaurant
zu entlocken. Bei einem Betrugsversuche,
wobei er sich als „Kommandeur der Leibgarde
des Erzherzogs Josef“ vorstellte, wurde
er entlarvt und abermals zu drei Jahren Zucht
haus verurteilt.
Seinen Hauptstreich führte der verschlagene
Betrüger in Kroatien-Slawonien aus, wobei es
ihm gelang, eine Zeit hindurch die maßgebenden
Kreise eines ganzen Landes irrezuführen. Im
Herbst des Jahres 1906 erhielt der Agramer
Erzbischof Dr. Posilovic eine vertrauliche Depesche
aus Wien, in der ihm gemeldet wurde,
dob der beim Ministerium des Aeuhern tätige
Hofrat Oskar Berger von Wildenegg in heiller
diplomatischer Misston nach Rroatien " —
Dienstag, 3 Febrnar 1014
teranenlreisen war Herr Riggel ehne bekannte
Persönl
Bruckmühl, 1. Febr. Eines der bedeutendsten
induftriellen erke im Mangsalltal, die
Popierfabrik Adam u. Tie., kam durch Verkauf
in den Besitz des Herrn Geheimrates Steinbeis
in Brannenburg. Die Verbriefung dieses
Millionenobjektes fand gesiern bei dem k. Notariate
in Bad Uibling statt. Die Fabrik gehört
dem Verband der deutschen Zeitungspapierfabrikanten
an und lieferte siets ein vorzügliches
Fabrikat. .
Vagen,1.Febr.Gestemmittagwakdit
29jährige Oelonomenstochter Elis Frisenecker von
hier beim Stallreinigen beschäftigt. Dabei kam
sie einem Pferd zu nahe, das in diesem Augenblick
nach hinten ausschlug. Die Frisenecker wurde
am Unterleib getroffen, sodaß sie bewußtlos am
Ploatze blieb.
DHenzberg, 1. Febr. Durch herabfallendes
Gestein wurde der 52 Jahre alte Häuer
Schwandtner an der Wirbelsäule lebensgesährlich
verletzt. Fast gleichzeitig wurden der verheiratete
Häuer Angerlechner und der glelchfalls
verheiratete Häuer Burkhardt II nach Abgabe
eines Sprengschusses durch die Gase berart betäubt,
daß beiode ins Krankenhaus überführt
werden mußten.
mühldorf, 1. Febr. Gestern wurde ein erst
vor drei Jahren gegründeter Verein, der „Grundund
Hausbesitgerverein“, zu Grabe getragen,
nachdem das Interesse seitens der Abgüteoet
für ihn so groß wie Null war. Er entstand seinerzeit
lediglich infolge der Neueinschätzung zur
Haussteuer. ittlerweile hat der Gewerbeverein
durch entsprechende Auftlärungen dem Hausbesitzerverein
die Arbeit völlig abgenommen,
sodaß er jetzt einstimmig aufgelöst wurde.
Cotalnachrichlen.
Rosenheim, 2. Febr.
Rentämter: Zum Rentamtssekretär wurde
der Rentamtsassistent Ph. Völkel in Lausen
bei dem Rentamte Lausen in etatsmäßiger Weise
befordert. Versetzt wurden in etatsmäßiger Weise
in gleicher Diensteigenschaft die Rentamtsassisienten
Georg Fleischmonn in Mühldorf an
das Rentamt Aibling und Karl Waloherr in
Griesbach an das Rentamt Miesbach. Zu Rentamtsassistemen
wurden in etatsmößiger Eigerschaft
ernannt die Rentamtsinzipienten Mar
Luy in München bei dem Rentamte Mühloorf
und Georg Prucker in Wasserburg bei dem Rentamte
in Immensiadt.
Finanzverwaltung: Der geprüfte Kameralpraktikant
und Rentamteosekretär Otto Kühlmann
in Aibling wurde in etatsmäßiger Weise
zum Rechnungskommitssär bei der Regierung von
Mittelfranken befördert.
Versicherungskassen der Verkehreverwaltung.
Mit Wirkung vom 1. ZFebruar
1914 an werden bestimmt: zum Vertreter
der K. B. Staatseisenbahnverwaltung im Vorstand
und Ausschuß der Betriebskrankenkasse I
der K. B. Staatseisenbahnverwaltung der Regierungerat
des Wohlfahrtsamtes der Verkebrsanstalten
in Rosenheim Friedrich Karmam und
zu seinem Stellvertreter der Direktionsrat dicsee
Amtes Wilhelm Benker; zum Vertreter der
K. B. Post= urd Telegraphenverwaltung im
Aorstand und Ausschuß der Betriebekrankenkasse
der K. B. Post-- und Telegraphenverwaltung
der Regierungsrat des Wohlfahrtsamtes
der Verkehrsanstalten in Rosenheim Friedrich
Karmann und zu seinem Siellvertreter der Di.
rektionsrat dieses Amtes, Wilhelm Benker; zu
Mitgliedern des Vorstandes der Arbeiterpensionskasse
der K. B. Verkehrsanftalten der Regierungsrat
des Wohlfahrteamtes der Verkehrsanstalten
in Rosenheim, Friedrich Karmann und
der Direktionsrat dieses Amtes, Wilbelm Benkler
und zwar ersierer als Vorsitzender des Vorsiandes,
letzterer als sein Stellvertreter.
und im erzbischöflichen Palais Absteiqauartier
nehmen werde. Am 27. Oktober traf der angebliche
Hofrat tatsächlich ein und trat mit allen
hohen Landesfunkrionären sowie mit dem damaligen
Führer der Starcevic-Partei. Dr.
Frank, in Fühlung, mit dem er Tage bindurch
konferierte. Er gab vor, daß cs die Wiener Regierung
für notwendig crachte, neue Parteiblätter
zu gründen; er prellte seine Opfer um rund
eine halbe Million Kronen, wobei der Erzbischof
allein einen Verlust von 200 000 Kronen hatte.
Seine Frechheit verleitete ihn dazu, sich auch-ocim
damaligen Banus Pesacevich zum Besuch: anzumelden.
Diesem sielen aber die ganz und gar
undiplomatischen Manieren des angeblichen Hofrates
und seine Suada auf.
Der fallche Hofrat ahnte sofort, daß seine
Entlarrung bevorstehe und verließ sluchtartig
das Banalpalais. Zwei Detektine der Agramer
Polizei folgten ihm bis Pest. Hier wurde
er verhaftet und nach Agram zurückgebracht.
Der aufsehenerregende Strafprozeß. der viel
Staub aufwirbelte, endete mit der Verurkeilung
Strektnoffs zu 5 Johren Zuchthaus. Strahnoff
wmar ciner der berüchtigsten Verbrecher, der seiner
Mitnelt weit mebr als drei Millionen Kronen
gelostet hat.