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Mitten im Drang und Lärm fast unabläs—
siger Kriege und unter Staatserschütterungen,
welche die Ehrwürdigkeit des Rechtes und Be—
sitzes in Frage stellten, löste nun ein genialer
Staatsmann die Riesenaufgabe, den mittelalter—
lichen Feudalstaat niederzureißen und aus dis—
paraten Teilen einen harmonischen Neubau auf—
zuführen. Wenn die wertvollen Errungenschaften
der französischen Revolution Bayern zugute
kamen, ohne daß hier als Preis die entsetzlichen
Opfer gefordert wurden, welche Frankreich die
Wiedergeburt seines Staates kostete, so verdanken
wir dies Montgelas, dem ersten revolutionären
Minister, wie ihn Hardenberg nannte. Vieles
stößt ja den modernen Beobachter ab, worin
dieser Staatsmann den Geist seiner Zeit nur zu
getreu wiederspiegelt: seine Pietätlosigkeit gegen
das geschichtlich Uberlieferte, sein zu einseitig der
Nützlichkeit dienendes, radikales, zuweilen despotisches
Verfahren. Doch alles das bildet sichtlich
nur die Kehrseite seiner Vorzüge und darf uns
nicht abhalten, anzuerkennen, daß Bayern im
ganzen Verlaufe seiner neueren Geschichte keinem
Manne mehr Dank für ausgiebigen Fortschritt
schuldet.