Günstige Aussichten für die Hannoveraner. 37
Süden vollkommen frei gewesen wäre. Durch rastlose Arbeit
war indessen die Armee wenigstens für die nächsten Tage in
leidlichen Zustand versetzt worden, und konnte am 21. Morgens
den Zug auf Heiligenstadt beginnen.
Die Aussichten des Unternehmens standen gerade in diesem
Augenblick, allerdings ohne daß das hannover'sche Hauptquartier
davon eine Ahnung hatte, äußerst günstig. General von
Falckenstein hatte, wie erwähnt, die königliche Anweisung, in
erster Linie auf die Entwaffnung der hannover'schen Armee
Bedacht zu nehmen, und demnach die Division Göben
am 19. Juni den Marsch von Hannover nach Göttingen,
fünfzehn Meilen Weges, antreten lassen. Alle Nachrichten
lauteten an diesem Tage dahin, daß die Feinde sich in Göttingen
verschanzten und dort den Kampf aufnehmen wollten.
Demnach gab Falckenstein dem General Beyer den Befehl,
von Kurhessen aus seine Truppen nordwärts gegen Göttingen
in Bewegung zu setzen, und dort am 23. Juni mit Göben
und Manteuffel den Feind von allen Seiten her anzugreifen
und zu erdrücken. So geschah es, daß am 21., während
die Hannoveraner von Göttingen nach Südosten abzogen,
General Beyer, der von Kurhessen aus sie sehr unangenehm
in der Flanke hätte fassen können, statt dessen mit großem
Eifer nach Norden dem verlassenen Göttingen zustrebte. Es
lagen mithin zur Zeit den Hannoveranern alle Straßen nach
Süden offen. Völlig unangefochten, nur von der Hitze geplagt,
gelangte ihr Hauptquartier am 21. nach Heiligenstadt,
am 22. nach Mülhausen, am 23. nach Langensalza. Von
dort hatte man noch drei Meilen nach Gotha, nicht ganz vier
nach Eisenach; jede dieser Städte war nur mit 2000 Mann
besetzt; König Georg brauchte also am 24. seinen Marsch