162 Kleidung.
In unseren Abbildungen, Fig. 117, 118, 119 und 120, die wir dem
Garmsschen Kataloge (Thalysia-Leipzig) entnehmen, bringen wir vier Teile
einer reformierten Unterkleidung, die einfach, praktisch und kleidsam genannt
werden muß. Die mit Spitzen verzierte Hemdhose, die je nach Wunsch aus Trikot
oder Buddeschem Gewebe (Gesundheitswäsche nach Dr. Fischer-Dückelmann) angefertigt
werden kann, findet immer mehr Anerkennung und bildet zweifellos eine
gute Grundlage für die reformierte Ober kleidung. Sie darf nicht zu anliegend
sein, sonst wird sie für den Sommer zu warm. Für die heißen Sommermonate
wird ein Hemd nach altem Schnitt manchem angenehmer erscheinen.
Der auf Fig. 118 dargestellte kurze, in Hüfthöhe aufknöpfbare Unterrock ist dicken
Frauen zur Verbesserung der Figur sehr zu empfehlen, denn er läßt schlanker
erscheinen. Dagegen werden überschlanke Frauen mit Vorteil den verlängerten
Unterrock am Büstenhalter befestigen, um die schmalen Hüften etwas runder
zu gestalten, siehe Fig. 120. Für Reise= und Sportszwecke aber, zur besseren
Warmhaltung in kalter Jahreszeit und bei großer Schlankheit ist das überall
geschlossene Reformbeinkleid zu empfehlen. Zur Erhaltung größerer Reinlichkeit
ist unter Umständen sowohl bei Benützung der Hemdhose wie der Reformbeinkleider
das Einknöpfen von Tüchern im Schritt zu empfehlen.
Der Garmssche Büsten halter, wie Fig. 119 und 120 zeigen, ist auf
unserer Tafel 3 deutlicher abgebildet. Er ist aus durchbrochenem und festem
Stoff, kurz und lang, mit wärmenden Zusätzen (die wir aber nicht befürworten)
zu haben. Je weniger diese „Reformträger" und Halter den Körper bedecken,
je weniger sie die natürliche Ausdünstung durch undurchlässige Stoffe hemmen,
desto berechtigter sind sie vom hygienischen Standpunkt. Eine gute Kleidung darf
niemals hemmen und drücken. Würde das weibliche Geschlecht diese Prinzipien
einer gesundheitsgemäßen Kleidung schon ganz in sich aufgenommen haben, so würde
es sich nicht so vielfach schädigen und den eigenen Körper künstlich mißgestalten.
Buddes Gesundheits-Wäschein Bielefeld, nach Dr. Fischer-Dückelmann.
Makko-Baumwolle, ägyptische und Luisiana-Baumwolle sind die
langfaserigsten Sorten; je langfaseriger eine Baumwoll-Rohware ist, desto edler
ist sie. Durch besondere Behandlung kann sie noch glänzend und durch „Zwirnen“
im Faden fester gemacht werden. Dies geschieht bei dem Material, das zur Herstellung
der Buddeschen Wäsche dient. Wir sehen ein äußerst durchlässiges,
weiches Gewebe vor uns, das aus Makko-Baumwolle hergestellt ist, sich leicht
reinigen läßt und auch Geruchsstoffe nicht festhält. Das Gewebe ist in unseren
Abbildungen Fig. 96 und 97 dargestellt.
In geschmackvoller Ausführung, mit feinen Stickereien besetzt, liefert die
Firma ganz reizende Damenwäsche, die ebenso hygienisch wie schön ist.
Winterhemden und andere sind in Schnitt und Gewebe nach den
Angaben der Verfasserin der Hausärztin angefertigt.
Diese Gesundheits-Wäsche übertrifft alle bisher gewohnten Trikotsorten
an Güte und Schönheit. Obwohl Trikotwäsche weich und dehnbar ist, so haben