Full text : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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III.  Bereine,  die  sich  auf  einen  lleineren  Bezirk  erstrecken
oder  die  Wohlfahrtspflege  nur  als  einen  Teil
ihrer  Aufgaben  betrachten.

Verein  für  christliche  Bolksbildung,  Vorland  in  Pommern,
Woründer  Pastor  D.  Max  Flos  daselbst.  Der  Verein  ist  am

2.  Dezember  1898  gegründet,  nachdem  in  einer  vorhergehenden
E—  n  Versammlung  darüber  beraten  war,  ob  ein  „Arbeiterverein“
  oder  ein  „Militärverein“  oder  ein  auf  breiterer  Grundlage
  stehender  „Volksbildungsverein-  dem  hier  zutage  getretenen
  Bedürfnis  nach  Zusammenschluß  der  verschiedenen  Bevölkerungsklassen
  am  besten  abzuhelsen  geeignet  sei.  Man  entschied
sich  für  letzteren.  Zweck  des  Vereins  nach  §  1  der  Statuten:  Gottessurcht,
  Frömmigent  unter  den  Mitgliedern  zu  erhalten  und  zu  beleben;
  Vaterlandsliebe  und  Treue  gegen  Kaiser  und  Reich  zu  wecken
und  zu  pflegen;  die  sittliche  Hebung  und  allgemeine  Bildung
seiner  Mitglieder  nach  Kräften  zu  sördern:  die  Schärfe  der  sozialen
Gegensätze  zu  mildern:  die  Mitglieder  in  schwierigen  Fällen  zu
beraten,  in  unverschuldeten  Notsällen  möglichst  zu  unterstützen:
ein  Sterbegeld  von  30  Mk.  zu  gewähren.  Der  Zweck  des  Vereins
wird  erreicht  durch  edle  Gesssligren.  Khrreicher  Vorträge,  Monatsberichte,
  Verbreitung  guter  Schriften  und  Einrichtung  eines  Frage
kastens.  Der  Mitgliederbeitrag  beträgt  monatlich  20  Psg.,
Eintrittsgeld  25  Pfg.  Der  Verein  und  seine  Wirksamkeit  jiede
allgemeine  Anerkennung.

.Ich  kann  Sie  nur  hitten  schreist  uns  Feer  D.  Flos  n  Derlend.
Ihren  Einflu  ahin  ber  achen,  daß  d
artige  Vereine  22  rufa  -  2end  in  o
acnommen  werden.  Es  ist  die  höchste  Zeit.  Säumen
wir,  sowerden  Vereinegebildet,  die  nur  dem  Amüse
ment,  dem  Trinken  und  Spielem  dienen  und  so  den
Rest  von  gutem  Fond  verderben,  den  unser  Volk  auf
dem  Lande  noch  in  so  großem  Maße  hat.  Ich  bin  gern
erbötig.  jedem,  der  ein  ahnliches  Unternehmen  auf

dem  Lande  angreifen  möchte,  mit  Rat  und  Tat  zur
Seite  zu  kttehen.  Er  mag  sich  an  mich  wenden.“

Ein  gemeinnütziger  Berein  Westensee  ist  für  das  Kirchspiel
Westensee  und  Umgegend  gegründet  worden,  dessen  Auf.
gaben  sich  über  ein  großes  Gebiet  ländlicher  Wohlfahrtspflege  erstrecken:
  1.  Verbreitung  guter  Schriften.  (Errichtung
von  Volksbibliotheken,  Einführung  guter  Zeitungen,  Verbreitung
von  volkstümlichen  Flugblättern,  welche  die  Förderung  des  Volkswohls
  und  die  Bekämpfung  aller  Umsturzbestrebungen  bezwecken,
Bekämpfung  der  Kolportage  sittenverderblicher  Schriften,  insbesondere
  der  sogen.  Schauerromane  und  Unterstützung  der  Kolvortage
  nützlicher  und  guter  Schristen  belehrenden  und  unterhal.
tenden  Inhalts.)  2.  Bekämpfung  der  Schäden  des  sozialen
  Lebens  und  Stärkung  und  Förderung