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Hauptlehrern auf dem Lande besondere Schulchroniken eingehän.
digt, die mit Amweisungen über die Führung dieser Lokalgeschichts-5
versehen waren, nach denen folgendes zu berücksichtigen ist:
Abfluß der Niederschläge, Ufer- und Kanalbauten, Bach- und
Flußräumungen. Schiffsverkehr, Entsumpfungen, Drainagen,
Brunnen, Wasserleitungen, eigentümliche Witterungsverhältnisse,
herrschende Winde, im Volke geltende Wetterregeln, Acker-,
Garten-, Wiesenbau, Weiden, Unland, Fruchtarten, Weinberge
und Obstanlagen, Baumschulen, Forsten und Holzungen, Flächeninhalt
des Gemeindebannes in Hektar, Einteilung und Besitzvevteilung
der Feldflur, Kauf= und Pachtpreis des Ackerlandes,
Fruchtfolge, Bestellungsweise. Flurarten, Viehstand, Viehzucht,
Zahl der Rinder und Pferde nach der letzten Zählung, Verwertung
und Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, Ergebnisse
der Volkszählung, Kirchen, Altar, Baustil, Bauart der Wohn.
häuser, Raumverteilung, Burgen, häusliche Gewerbebetriebe,
größere Gewerbebetriebe, Löhne, Preise von Lebensmitteln,
Handel, Güteraustausch, Verkauf der Bodenerzeugnisse, Sparund
Darlehnskassen, Geschichte und jetzige Einrichtung der Schul.,
Kranken= und Armenpflege, Seuchen, die noch in der Erinnerung
leben, verbreitete Zeitschriften, Sprachliches und Mundartliches,
Sammlung von Erzählungen, Schwänke, Rätsel, Kinderreime,
Sprüchwörter, Wechselreden, Flurnamen, Vornamen der Personen.
Volkslieder, Sagen, Märchen usw., geschichtliche Erinnerungen,
Urkunden im Gemeindearchiv, Volksgebräuche, Trachten, Volksseste,
Kinderspiele, Vorkommnisse im Schulleben. (Einen treff.
lichen Aussatz über Einrichtung und Führung von Schul- und
Gemeindechroniken durch die Lehrer veröffentlichte Seminarlehrer
. Pfeifer in Kehrs „Pädagogischen Blättern“ 1886 Nr. 4.)
Die Führung von Familienchroniken in bäuerlichen Kreisen
ist mehrfach im „Land“ empfohlen. Die wichtigsten Notizen sind
den Kirchenbüchern zu entnehmen.
Pfarrer Oberländer in Lindenau bei Friedrichshall teilt im
Land mit: „Um Liebe zur“ engeren Heimat und mittelbar dadurch die
zum weiteren Vaterland n und zu stärken, halte ich in jedem
Winter an einigen t“ in SBs Sihunfen des Kriegervereins
eit scheuen 7 — Vorträuae
über die Geschichte des Ortes, des Bezirkes usw. Diese
Vorträge haben, wie es scheint, großen Anklang gefunden, und ich möckte
allen Amtsbrüdern dringend empfehlen, es auch damit zu versuchen in
öffentlichen Sitzungen eines Vereins oder an Familie nabenden, wo solche
sich cinrichten lassen. Unser Volk hat lebfestes Interesse. bfür die Geschichte
der Heimat, mehr als ich erwartet hätte, und e durch solche
Vorträge, bosfe ich. in der Anhänglichkeit an den Gru und Boden, auf
dem schon die Votfahren gesessen haben, wesentlich W Ich habe
andrerseits den Gewinn davon, daß ich Land und Leute genau kennen
lerne, Erklärung finde für manche Eigentüml ichkeiten und in meinen
Vorarbeiten fürs eine olkschron, die ich zu schreiben und unter Umtänden
im Drucke erscheinen zu lassen vorhabe, gefördert werde. Gegen-7
des einen der bis jetzt gehaltenen Vorträge ist die Familien-Sohnrey.
Behweiker. 2