Volltext : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

—  157  —

Billiges  Pflanzmaterial  bei  der  Neuanlage  von  Hecken
liesern  in  vielen  Kreisen  Preußens  die  Kreisbaumschulen,  wie
überhaupt  die  Kreisverwaltungen  und  die  ihnen  entsprechenden
außerpreußischen  Behörden  als  Förderer  der  ländlichen  Schönheitspflege
  mit  in  erster  Linie  in  Betracht  kommen.  Wo  aber  von
dieser  Seite  die  Sache  noch  kein  Verständnis  findet,  wird  man  versuchen
  müssen,  dies  Verständnis  herbeizuführen  durch  Beeinflussung
der  öffentlichen  Meinung  oder  der  höheren  Instanzen.

Als  Muster,  wie  für  diese  Gedanken  in  weiten  Kretsen  ut
aemacht  werden  kann,  diene  eine  Petition,  die  Fritz  Arn  auf
Klostergut  Ober-Wartha  bei  Cossebaude-Dresden  unterm  20.  Oktober
1900  an  das  kal.  sächfische  Minifteri  ium  des  Innern  gerichtet  bat.  Mit
Rücksicht  darauf,  daß  berschicdene  Amtshauptmannschaften  sich  weigerten,
lebende  Hecken  als  Einzäunungen,  besonders  an  der  Straßenseite,  zu  gestatten,
  wird  darin  das  Minifterium  febrten.  „die  ihm  unterstellten
Behörden  mit  geuigneten  Anweisungen  in  bo  endem  Sinne  baldtunlichst
  versehen  und  diese  auch  in  etwa  zu  e  af  enden  neuen  Ortebanverordnungen
  entsprechend  berücksichtigen  zu  wollen.“

Durch  beispielhaftes  Vorgehen  kann  besonders  die  Eisenbahnverwaltung
  dank  ihres  sich  durch  alle  Landesteile  weit  hinziehenden
Grundbesitzes  großen  und  guten  Einfluß  ausüben.  Es  ist  dankbar
anzuerkennen,  daß  die  Verwaltungen  diese  Aufgabe  vielerorts  durch
vorbildliche  Pflege  von  Busch  und  Hecke  erfüllen,  und  es  bleibt  uns
nur  der  Wunsch  übrig,  daß  die  Eisenbahnen  auch  in  dieser  Beziehung
  die  höhere  Kultur  immer  mehr  und  überall  verreite



Literatur.  L.  Danger,  Das  Heckenbuch.  Feld.,  Hof=  und  Gartenhecken,
  deren  Nutzen  und  Schaden,  Anlage  und  Pflege  nebst  einer  gehölzkundkichen
  Beschreibung  der  kefen  Heckengesträuche.  Berlin,  Deutscher
Verlag,  1901.  G.  H.  Ouensell,  Ocberföcster  a.  D.,  Lebendi
Hecken  als  Veserai  von  Erundstucken.  Mit  Illustrationen.  Dresden,
  Friese  und  von  Puttkamer.  —  Im  übrigen  ist  die  Hecke  meist  im

Zusammenhange  mit  Gartenbau  Geölssucht  Ure  behandelt.  So  beiseen
  im  „Auftrierten  Gchölsbuch"  von  J.  Hartwig.  in  Gauchers
broßem  .Handbuch  der  Cbftkultur“,  in  —nmi  khtbel-  und  anderweitig


Der  Vogelschutz.

Zu  keiner  anderen  Tierklasse  hat  der  Mensch  so  reiche  und
vielseitige  Beziehungen  gewonnen,  als  zu  der  Vogeklwelt;  die
Vögel  dienen  willig  und  auf  den  verschiedensten  Gebieten  dem
Nutzen  und  Vorteil  des  Menschen  und  sind  daneben  so  recht
zu  seiner  Freude  und  zur  Bereicherung  des  Daseins
geschaffen.  Ueberall  auf  dem  trockenen  Lande,  in  Sumpf  und
Moor,  auf  dem  Wasser  und  in  der  Luft  zu  icden  Tages-  und  Nachtzeit
  vertreten,  immer  beweglich,  immer  anmutig  und  immer  geschmackvoll
  gekleidet,  auch  Herrscherin  im  Reich  der  Töne,  so  erscheint
  die  Vogelwelt  berufen,  Trägerin  der  Harmonie  und  der