(Sohn) von Preußen mit seinem Adjutanten Graf Schulenburg,
Prinz Friedrich und Prinzessin Luise der Niederlande (Schwager
und jüngste Schwester meines Großvaters) mit ihrer Tochter Marie,
der späteren Fürstin Wied, und Großherzogin-Mutter Alexandrine von
Mecklenburg-Schwerin, die zweitälteste Schwester Kaiser Wilhelms I.
Mein Bater war zu Anfang unseres Aufenthaltes mit seinem Schwager,
dem Großherzog Ludwig von Hessen, im Ortent, um an der Einweihung
des Suczanals teilzunehmen.
Sieben Monate lang, von Mitte Oktober 1869 bis Mitte
Mai 1870, blieben wir in Cannes, wo das Land mit der wundervollen
Flora der Rivkera mir als ein Paradies erschien. Den
ganzen Winter hindurch blühende Kaktuspflanzen, Aloes, Rosen,
Tuberosen und im Frühjahr Anemonen in allen Farben des Regenbogens
im Freien wachsen zu sehen, Korkeichen und Erdbeerbäume (ich
wußte später, was Horaz mit seiner arbutus meintel), Pinien und
Oliven, Balmen und SBananen, die ich bisher nur im Treibhaus des
Botanischen Gartens ihr Dasein hatte fristen sehen —: das waren
Wunder, die mir erst unfaßlich vorkamen. Und zu alledem noch
das unendliche Meer, in Blau und Grün leuchtend unter dem strahlenden
Himmel des Südens: wie lebte der Knabe auf, wie weitete sich
ihm die Brust!
Cannes war damals noch ein vom Rivieraleben unberührter
Ort mit einigen Hotels und einer Anzahl meist englischer Privatoillen.
Die englische Kolonie war von einem alten Mr. Woolfield
gegründet und mit einer schönen Kirche beschenkt worden. Durch den
Verkehr in seinem gastfreien Hause gab meine Mutter uns Kindern
Gelegenheit, mit englischen Kindern bei Tee und Spiel zusammenzukommen
und uns in der Sprache zu üben. Sonntags gingen wir
entweder in die englische Kirche oder in den deutschen Betsaal, da
ein relcher Deutscher sich noch nicht gefunden hatte, um nach britischem
Muster seinen Landsleuten zu einer Kirche zu verhelfen. Wir ver-47