die gerade von der Eröffnung des Suezkanals zurückgekehrt war und
durch ihre reiche und luxuriöse Einrichtung auffiel. Nachher be—
suchten wir auch das Panzerschiff „Provence“, welches damals das
neueste im Geschwader war und einen gewaltigen Eindruck machte.
Im Kriege 1870/71 hat dieses Schiff bei Helgoland die deutsche
Küste mit blockieren helfen.
Zum Schluß der Besichtigung empfing ich noch einen unendlich
düsteren und niederdrückenden Eindruck. Es wurden uns nämlich die
der Werft angegliederten „Bagnes“ gezeigt, die Gefängnisse der Galeerensträflinge.
Entsetzlich abstoßende Verbrechergesichter waren dort
zu sehen, so daß uns ein Grauen überkam. Eine Anzahl Gefangener
waren mit Ketten zusammengefesselt, andere mit Kugeln an den Füßen
oder Fesseln an den Händen versehen, alle aber trugen Kappen, die
entweder rot oder grün waren. Die Leute hatten einen Basar, in
welchem Kokosnüsse, Früchte und von ihnen verfertigte kleine Schnitzereken
verkauft werden durften. Als Hinzpeter einen der Verkäufer
fragte: „A duel terme étes-vous condamné!“ 7) erhielt er die erschütternde
Antwort: „A perpétuité, Monsieur!“) Die auf eine
gewisse Anzahl Jahre Verurteilten trugen rote Kappen, die auf
Lebenszeit grüne — und dieser trug eine grünel
Der Rückweg aus diesen fürchterlichen Sälen führte uns an den
Liegebassins vorbek, die mit abgetakelten Holzlinienschiffen, Zwei= und
Dreideckern angefüllt waren. Diese Schiffe, die zum Teil den Krimkrieg
und Sebastopol mitgemacht hatten, sollten zu Truppentransportern
umgebaut werden. Unter ihnen war ein herrlicher Typ: der
große, mit hundert Geschützen bestückte Dreidecker „Ville de Baris“.
Als ich voller Bewunderung auf dem Deck des Schiffes stand und
die lange Reihe Geschütze betrachtete, sagte mir der alte Konsul
Schencking: „Ja, ja, sehr schön, aber das war einmal! Zetzt taugen
*) „Auf wie lange sind Sie verurtellt?!“"
zu) „Lebenslänglich, Herr!“
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