Volltext : Der Vaterländische Hilfsdienst. 2. Teil. (2)

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20.  Das  Reich  erstattet  den  Lieferungsverbänden  vierteljährlich
  nach  näherer  Bestimmung  des  Reichskanzlers  alle  Aufwendungen
  für  pie  Leistungen,  die  sie  nach  diesen  Vorschriften  zu
machen  haben.

8  21.  Diese  Vorschriften  treten  mit  dem  Tage  ihrer  Verkündung
  in  Kraft.  Z

Wöchnerinnen,  die  vor  dem  Tage  des  Fukrafttretns  dieser
Bekanntmachung  entbunden  worden  sind,  erhalten  vom  genannten
  Tage  ab  das  Wochengeld  auf  acht  und  das  Stillgeld  auf  zwölf
Wochen,  jedoch  in  beiden  Fällen  abzüglich  der  zwischen  dem  Tage
der  Niederkunft  und  dem  des  Inkrafttretens  liegenden  Zeit.

Der  Bundesrat  behält  sich  vor,  den  Zeitpunkt  des  Außerkrafttretens
  der  vorstehenden  Vorschriften  zu  bestimmen.

27.
Etntschließung
des  K.  Staatsministeriums  des  Innern  betr.  die  Bundesratsbekanntmachung

  über  Wochenue  aus  Anlaß  des  vaterländischen
1  sdenstes.

Vom  31.  Dez.  1916.  Bayer.  Staatsanzeiger  Nr.  177.

Durch  die  Bundesratsbekanntmachung  vom  6.  Juli  1917
über  Wochenhilfe  aus  Anlaß  des  vaterländischen  Hilfsdienstes
(REBl.  S.  591)  wird  die  Gewährung  von  Wochenhilfe  aus
Mitteln  des  Reiches,  wie  sie  auf  Grund  der  Bundesratsverordnungen
  vom  3.  Dezember  1914  (Rl.  S.  492),  vom  28.  Januar
1915  (Rl.  S.  49),  vom  23  April  1915  (RG#Bl.  S.  257)  und
vom  1.  März  1917  (Roll.  S.  200)  für  die  Frauen  und  die
Mütter  unehelicher  Kinder  von  Kriegsteilnehmern  eingeführt  ist,
auch  auf  die  Frauen  und  die  Mütter  unehelicher  Kinder  von  im
vaterländischen  Hilfsdienst  i.  S.  des  RGes.  vom  5.  Dezember  1916
(A#il=  S.  591)  tätigen  Männern  sowie  die  selbst  im  vaterändischen
  Hilfsdienst  tätigen  Frauen  ausgedehnt.

Die  Regelung  der  Wochenhilfe  aus  Anlaß  des  vaterländischen
  Hilfsdienstes  schließt  sich  im  allgemeinen  an  diejenige  der
Kriegswochenhilfe  an.  Hinsichtlich  der  Voraussetzungen  des  Anspruchs
  auf  die  Wochenhilfe  bestehen  mit  Rücksicht  auf  die  besondere
  Lage  der  im  vaterländischen  Hilfsdienst  Tätigen  einige
Abweichungen.  Namentlich  ist  vorgeschrieben,  daß  die  wirtschaftliche
  Lage  des  Ehemannes  usw.  sich  infolge  der  Beschäftigung
  im  Hilfsdienst  nachweislich  verschlechtert  haben  muß;  durch
dieses  Erfordernis  soll  dem  Umstande  Rechnung  getragen
werden,  daß  der  Hilfsdienstleistende  im  Gegensatz  zu  dem  Kriegsteilnehmer
  für  seine  Arbeit  den  allgemein  üblichen  Lohn  erhält
und  sich  demgemäß  vielfach  nicht  schlechter  steht  als  zu  Friedenszeiten,
  auch  im  Zusammenhange  damit,  daß  ganze  große  Grupen

  von  Berufsarbeitern,  wie  z.  B.  die  Landwirtschaft,  als

ätigkeit  im  vaterländischen  Hilfsdienst  gelten,  zahlreiche  Personen
  jetzt  als  in  diesem  tätig  angesehen  werden,  ohne  daß  sich
in  ihren  Verhältnissen  das  geringste  geändert  hätte.  Im  Um-