Full text : Zeitschrift für die gesammte Staatswissenschaft. Neunter Band. Jahrgang 1853. (9)

in  Hinblick  auf  den  Anschluss  an  den  Zollverein.  405

derselben  vom  übrigen  Lande  ernstlich  zur  Sprache  gebracht
werden  konnte.

In  allen  diesen  Beziehungen  stellt  der  Zollanschluss  die
natürlichen  Verhältnisse  wieder  her.  Eine  unangenehme  Zugabe
ist  nur,  dass  Hannover,  um  die  von  Preussen  bei  den  successiven
Anschlüssen  sonst  immer  ausbedungene  Einführung  der  Salzregie
sammt  bedeutender  Erhöhung  der  Salzpreise  abzuwenden,  sich
hat  verpflichten  müssen,  in  seinen  Grenzbezirken  gegen  den
Zollverein  den  freien  Salzhandel  aufzuheben  und  daselbst  Factoreien
  zum  ausschliesslichen  Verkaufe  des  Salzes  anzulegen,  um
so  gegen  das  Einschmuggeln  des  wohlfeilen  hannoverschen  Salzes
in  die  Zollvereinsländer  selber  eine  Controle  zu  führen.  Bleibt
diese  Maassregel  in  formeller  Beziehung  immer  lästig,  so  lässt
sich  doch  durch  niedrige  Preisbestimmung  bewirken,  dass  sie
materiell  die  Consumenten  der  betreffenden  Gegenden  nicht  benachtheiligt
  ').  Auch  ist  zu  bedenken,  dass  nur  diejenigen  Grenzdistricte
  der  Maassregel  unterworfen  werden,  welche  gerade  die
bisher  entbehrte  Verkehrsfreiheit  in  allen  sonstigen  Beziehungen
erlangen.  Die  Grenzdistricte  gegen  das  Ausland  (gegen  Holland,
Bremen,  die  Nordsee  und  Elbe)  werden  davon  nicht  getroffen.
Auch  sind  in  Separ.-Art.  6  wichlige  Ausnahmen  von  den  mit  der
erwähnten  Einrichtung  zusammenhängenden  Control-Vorschriften
für  Osnabrück,  Münden,  Peine  u.  s.  w.  zugelassen  worden.

Das  Interesse  der  Gonsumenten.

Es  bleibt  noch  übrig,  die  Folgen  des  Zollanschlusses  für
Hannover  vom  Standpunkte  der  Consumenten  aus  zu  betrachten.
Die  jetzige  Gesammteinfuhr  Hannovers  ‚scheidet  sich  nachher

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1)  Dem  Vertrage  zufolge  darf  aus  den  anzulegenden  Factoreien  an  die
Bewohner  der  betreffenden  Grenzdistricte  das  Quantum  von  20  Pfund  per:
Kopf  (ohne  Viehsalz)  verkauft  werden,  welches  auch  nach  Maassgabe  des
bisherigen  Consums  als  durchschnittliche  Basis  des  Gesammitverkaufes  ausreichen
  wird.  Selbstverständlich  werden  bei  der  Repartition  die  Oekonomieen
(wegen  Butter-  und  Käsebereitung  u.  s.  w.)  ein  grösseres  Quantum  erhalten,
da  Haushaltungen  ohne  landwirthschaftlichen  Betrieb  unter  dem  Durchschnitt
gebrauchen.