Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

T##S##  777

 

———-I  Samstag,  26.  November  1910
Devoloschen  Wohnung  an  der  Ruffinistraße  Fede  der  Ehre  in  Rumänfen  gesau  in.  Schinn  im  2.  Res.  Inf.-Reg.  im  Jelde.  Der  Jnf.  .„Der  dritte  Kriegswin:et“  nannte
auch)  Bruver,  der  ebenfalls  im  Inf.-Leib-  dieg.  stand,  A.  Lemes  wurde  mit  dem  Militärrerdienstlreus  zich  der  13.  raterländische  Abend,  den  des.

zum  Kafssee  besucht  hatte.  Wenn  damit
noch  nichts  für  die  Täterschaft  Nockers  beuwie.
sen  ist,  so  richtete  sich  doch  sofort  starker  Verdacht
  negen  ihn,  nachdem  vekannt  wurde,  daß  er
eil  26.  September  sahnenflächtig  war.  Der
Lerdacht  verstärlte  sich  dadurch,  daß  eine  Fran
nn#etben  h.  tt.  da  sie  em  Zag  des  Mo  des
am  die  Mitlagezeit  unter  der  halv  jeossneten

#rc  zur  Drboldschen  Wohnung  einen  Soldaten
ire  üehen  sehen,  Weiter  liegt  non  die  Aussage
  eines  Soldaten  vor,  der  den  ihm  belannten
  Nocker  mit  Frau  Debold  im  Gespräch  gesehen
  hatte.  Ein  weiteres  Verdachtomoment  ge.
den  Nocker;  ist  der  Umstand,  oaß  die  Schachlei.
  in  der  er  bei  seiner  Flucht  Zus  München
seine  Uniform  verpackt  hatte,  in  einer  Anlage
rerkorgen  ausgefunden  wurde,  und  baß  die  Unisormstucke
  Blutspuren  auf##  iefen.  Ob  die  schuermiegenden
  Verdacktsgründe,  die  für  eine  Tälerschaft
  Roders  sprechen.  lich  beflätigen,  u  ird  sich
nun  ja  wohl  dald  im  weiteren  Verlause  der  gegen
  ihn  eingeleiteten  Untersuchung  ergeben.
Noder  il  am  Donnerstag  nach'n.  in  Begleitung
ron  zuei  Krimmalbeamten  in  München  eingelrossen.
  In  der  Polizeidireltion  wurde  Liocer
bald  darauf  einvernommen.  Das  Ergebnis  der
Einvernahme  istl,  daß  Nockir  leugnet,  Frau
Debeld  ermordet  zu  haben.  Er  gab  an,  daß  er
aom  28.  September  fahnenflüchtng  geworden
lei,  weil  er  nicht  länger  beim  Militär  habe  bleiben
  wollen.  Einige  Tage  habe  er  sich  dann  in
Müngzen  aufgehalten,  oann  habe  er  sich  über
Augsburg  nack  Stuttgart  begeben.  Einen  Teil
Wes  habe  er  Zu  Fu  zurückgelegt.  An
dem  Tage,  an  dem  Frau  Devolo  slarb,  habe
er  sich  nicht  mehr  in  München  vefunden;  er
hare  erst  in  Stuttgart  von  dem  Verbrecken  ersahren.
  Nocker  bestritt  auch,  iemais  in  der
Wehnung  des  Ehepaares  Debold  gewesen  zu
sein.  Bei  der  Gegenüberstellung  Noders  mit
der  früheren  Haushälterin  Debolds  die  Nocker
einmal  in  der  Wohnung  Debolds  bewirtet  hat.
erklarte  er  auf  den  Vorhait  des  Fräuleins,
daß  er  sich  hieran  nicht  mehr  erimnern  könne.
Im  udrigen  stellte  sich  Nocker,  der  sich  ruhig,
fohr  gewandt,  und  fast.  newählt  ausdrückte,
auf  den  Standpunkt,  dag  man  ihm  die  Tat,
die  er  nicht  begangen  habe,  erst  hewersen  musse.
Das  rerschirdene  seiner  Angaten  unrichtig  sind,
ist  bcreits  einwandfrei  festgesleilt.  So  ist  z.  B.
ermiesen,  daß  er  sich  nach  dem  Tode  der  Frau
Debold  in  München  aufgehalten  hat.  Sein
Leugnen  wird  ihm  nicht  viel  nützen.  Im  Untersuchungsgefängnis
  werden  ihm  wuchtige
Schuldbeweise  vorgehalten  werden.  Nach  der
leberzeugung  der  Kriminalisten  i#t  die  Kette
der  Schuldbeweise  lückenlos  geschlossen.

Hcherische  Nacheicen.

Augsburg,  23.  Nov.  Beim  Zollhaus  an
der  Haunstetterstraße  wurde  mit  dem  Erdaus.
bub  für  die  umfangreichen  Gebäulichkeiten  der
neugegründeten  Bayerischen  Rumplerwerke  A.=G.
  begonnen.  Die  Arbeiten  sollen  möglichst
se  beschleunigt  werden,  daß  spätestens  bis  zum
nächsten  Frühiahr  der  Betrieb  ausgenommen
werden  kann.

Hempten,  23.  Nov.  In  einer  Versammlung
  des  Landw.  Bezirksvereins  Kempten  sprach
Bezirksamtmann  Zinser  u.  a.  auch  über  die
Eienwersorgung.  Es  sei  Ueberfluß  an  Eiern  im

Behirk  vorhanden.  Aber  eine  eigentümliche  Erscheinung
  sei  es  geresen,  daß  in  dem  Augenblick,
  wo  die  Höchstpreise  in  Kraft  traten  und
die  Ablieferung  der  Eier  erfolgen  sollte,  diese
plötzlich  verschu  unden  waren.  Um  diesem  varzubeugen,
  sind  für  die  nächste  Legeperiode  neue
Vorschriften  ausgearbeitet  werden.

Erlangen,  23.  Nov.  Der  Haushallplan  der
Stadtgemeinde  für  1917  schtießt  mit  2  338  800
Mart  in  Einnahmen  und  Ausgaben  ab.  Die
GEemeindeumlagen  sind  zu  165  Prozent  der
Staatssteuer  angesetzt  (gegen  160  Prozent  im
Jahre  1916).  Beim  Sondervoranschlag  für
den  Krieg  haben  sich  Einnahmen  und  Ausgaben
  von  11½3  auf  2  Millionen  Mark  erhöht.
Die  Lebensmittelversorgung  ist  von  2  auf  1
Million  Mark,  die  Familienunterstützung  von
600  000  auf  880  000  Mark  gestiegen.  Die  Koslen
  für  die  Volksschule  betragen  298  500  Mk.

Kalserslautern,  23.  Nov.  Ein  merkwürdiger
  Zufall  trug  sich  dei  der  jüngsten  Versteigerung
  kriegsunbrauchbarer  Pferde  in  Kaiserslautern
  zu.  Ein  vor  11¼4  Jahren  für  den
Kricgsdienst  ausgehobenes  Pfeid  gelangte
mieder  an  seinen  früheren  Herrn  zurück.  Das
überraschende  gegenseitige  Erkennen  erfolgte  erst
noch  der  Zuschlagserteilung  und  wurde  von  dem
durch  den  Kriegsdienst  Femlich  mitgenommenen
Gaul  durch  ein  freudiges  Wiehern  zum  Ausdruck
  gebracht.  Bemerkenswert  ist,  daß  der
Rüdlaufspreis  den  seinerzetiigen  Verkaufspreis
um  100  Mark  überstiegen  hat.

B#werssches  oberlen

Hfassenhofen  bei  Rosenheim,  23.  Nov.
Wieber  hat  unsere  Gemeinde  den  Heldemtod  einez
  ihrer  tapferen  Bitiomuofe  zu  beklagen.  Der
Bauerssohn  Georg  Braun  zum  B  in  Ober-M’.Tisktt,
  der  im  des  Inf.
Begqu.  Land,  ii#t-  erst  20  Jahre  alt,  uf  dem

de-  7

 

 

NRotthuber,  Oekonomenssohn  aus

ur  id  sick,  durch  seine  Tapferkeit  das  Eiserne

Kreuz  Klasse  erworben  hatte.  ist  bereite  um
Quii  ds.  Is.,  21  Jahre  alt,  vor  Thiaumont
nesallen.  hr  Vaier  häll  im  Landsturm.  Juf.
Salaillon  Resenhim  in  den  Vogesen  Wacht.

Hining,  23.  Nov.  Einen  bedauerlichen  Unsall

  erlitt  der  Gütier  Joseph  Hamberger  ron
senwink.  I.  Gemeinde  Piting.  Er  föilie  vor  einigen
  Tagen  einen  Erlenbaum,  der  an  einen
Abhang  zu  liegen  kam.  Bei  den  weileren  Ar—
leiten  kam  der  Baum  ins  Nutschen  und  ging
über  Hamberger  weg.  Dabei  wurde  dem  bediuernswerten
  Mann  das  rechte  Schienbein
rollständig  abgedrückt.  Da  er  sich  nicht  mehr
eu  helsen  vermochte,  mußte  er  lange  Zeu  an
der  Unglücksstätte  liegen  bleiben,  bis  ihn  eine
zufällig  des  Weges  kommende  Person  fano.
Aer###liche  Hilse  wurde  dann  sosort  in  Anspruch
genommen.

Ras  UMibling,  23.  Nor.  Zu  der  Kastenmüllerschen
  Kunstmühle  in  Thal  u.  iu  der  Langschen
  Muhle  in  Weiching  wurde  je  ein  Treibriemen
  von  über  500  Mar#t  Wert  gestohlen.
Leder  ij  heute  ein  gesuchter  Artikel!

Micsbach,  23.  Nov.  Der  Zuchtverband
für  berbayer.  Alpenfleckvieh  hat  wi:derum  verschiedene
  Zuchttiere  in  der  Schweiz  aufgekauft,
um  sie  seinen  Mitgliedern  zur  Versüaung  zu
stellen.  Die  bis  ietzt  eingetrofsenen  trächtigen
Kühe  und  Rinder  werden  am  Dienstag,  den
28.  November  in  Gmund,  am  Mittwoch,  den
29.  November  in  Bad  Aibling  und  am  Donnerstag.
  den  30.  November  in  Mieobach  versteigert.
  Weitere  Versteigerungen  sind  für  Rosenheim
  und  Wolfratshausen  in  Ausicht  gen#mmen.
  Wir  verweisen  auf  die  Anzeige  hierüber
  in  der  beutigen  Nummer  des  „Nosenheimer
  Anzeiger“.

Fischbachau,  23.  Nov.  Niemand  erinnert
sich  bier,  auch  die  alten  Leute  nicht,  daß  auf
einmal  im  Herbst  so  viel  Holz  in  unsecer  Gemeinde
  geschlagen  wurde,  wie  gegenwärtig.  Auf
allen  Bergen  ringsum  kracht  es,  daß  es  mächtig
ins  Tal  herniederschallt.  Sechs  große  Waldbestände
  werden  abgetrieben  im  Gemeindebezirk.

Mühldorf  am  Inn,  23.  Nov.  Ein  selksames
Zusammentreffen  brachte  der  Tod  der  Metzgersgattin
  Frau  Elise  Huber  von  hier.  An  ihrem
Namenstage  ist  sie  gestorben,  am  Hochzeitstage
lag  sie  “WM*  der  Totenbahre  und  an  ihrem  Geburtstage
  wurde  sie  zur  ewigen  Ruhe  bestattet.

Folalnachrichten

Rosenheim,  24.  Norbr.
Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Max  Handbecher  aus  Rosenheim,  Hilfslehrer
in  Bad  Reichenhall,  Vizefeldwebel  und  Offiziersaspirant
  im  18.  Res.-Inf.  Reg.;  Franz
Bauer,  Bäcker  aus  Nosenheim.  Lansiurnimlens
im  17.  Juf.-Reg.;  Franz  Sezxraph  Schuster,
Schmied-  und  Oekonomenssohn  aus  Bachham
bei  Prien,  Soldat  in  einer  Maschinengewehr
Kompagnie  des  18.  Res.-Inf.Regts.:;  Georg
Obergehertsham
  bei  Höslwang,  Soldat  im  2.  Juf.-Reg.
(lein  Bruder  ist  vor  drei  Wochen  gefallen).
Für  das  Vaterland  gestorben.  Wie
bereits  berichtet,  ist  der  Gerüstbauer  Anton
Liylfelder  aus  Rosenheim,  der  ien  26.  Inf.-Reg.
siand,  auf  dem  Felde  der  Ehre  gesallen.  Er
mar  ein  tapferer  Mitkämpfer  wie  ein
Schreiben  seines  Kompagnieführers  an  die  Angehörigen
  zeigt.  Treue  Pflichterfüllung  und
lameradschaftlicher  Sinn  fland  bei  ihm  im
Vordersrund:  Der  Kompagnieführer  schreibt:
„Für  die  Kompagnie  ist  sein  Tod  ein  sehr
schmerzlicher  Verlust,  da  ich  gerade  in  ihm  einen
  meiner  tüchtigsten  Unteroffiziere  verlierc.
Sein:  Kameraden  hingen  alle  mit  großer  Liede
an  ihm  und  leisteten  unter  seiner  Führung
Herrorragendes.  Sein  Andenken  wird  in  der
ganzen  Kompagnie  stets  bewahrt  bieiben.  Wer
treu  seine  Pflicht  getan  fürs  Vaterland  ruht
auch  in  fremder  Erde  wie  in  der  Heimat.“  In
einem  späteren  Schreiben  heißt  es:  „Heute  am
ersten  Ruhetag  hat  sich  die  ganze  Kompagnie
berogen  gefühlt,  zum  außeren  Zeichen  des
treuen  Gedenkens  eine  kleine  Geldspenoe  zu  veranlassen,
  um  dem  tapferen  Helden  in  der  Heimat
  rinen  ihm  würdigen  Stelengortesbientt,
dem  die  Kompagnie  im  Geiste  beiwohnt,  zu
widmen.“  Diese  treue  Anhänglichkeit  ist  den
Angehörigen  ein  großer  Trost  in  ihrem
Schueg  Litztfelder  war  dreimak  Mitkämpfer
auf  dem  französischen  Kriegsschauplat,  Uland
an  der  italienischen  Front  und  machte  auch
den  Siegeszug  gegen  Serbien  und  Numänien
mit.  i
Auszeichnungen  im  Felde.  Herr  Zudolf
  Hausenblas,  Betriebsleiter  und  Prokurist  in
der  umwollspinnerei  Koldermoor,  zurzeit
Hauptmann  beim  Stabe  der  2.  bayer.  Feld-Art.-Brigade,
  ist  jetzt  auch  mit  dem  Eisernen
reuz  1.  Klasse  ausgezeichnet  zrden-  Der
Infagterist  Joseph  Rohstorfer  im  3.
Inf.Neg.  erhielt  das  Militärverdienstkreuz  3.
Masse  mit  Schwertern;  Nohstorfer  ist  ein  Sohn
des  Böckermessters  Witt  in  senheim.  Dem
Infanteristen  Liebhart  aus  Endorf  wurde

 

 

 

Franz
dos  Mitlltärverdienstkreuz  3.  *  mit  Schwertern
  verliehen;  Liebhart  sleht  seit  Kriegebe- 



3.  Kl  mit  der  Kron:  ausgez  ichnet;  dis  Ciserne
Krenz  2.  Klasse  nurde  ihm  früher  schon  verliechen.
  Hennes  ist  ein  Sohn  des  Oberstationsmeisters
  Hennes  in  (Hronkaroline  feld.

Dankschreiben.  Auf  dar  Reileidschreiben.
das  der  hiesige  Frauenrerein  vom  Noten  Kreuz
an  Frau  Prinzessin  Arnulf  elandte=  traf  heute
an  die  Vorsitzende,  Frau  Oberzoilrat"  Böhm.
soigendes  Schreiden  ein:  „Ihre  Königliche  Hoheit
  Frau  Prinzestin  Witme  Arnn##.  Bayern
lessen  Euer  Hochwohlgeboren  und  dem  Frauenverein
  herzlich  danken  für  die  warmen  Worle
inniger  Teilnahme  am  Tode  Seiner  Königl.
Hoheit  des  Prinzen  Heinrich.“

ath.  Frauenbund.  Auf  eine  slattliche
Bersammlung  kann  der  Kath.  Frauenbund  zurücbliden.
  Der  Saal  im  Flötzingerbräu  war  Lis
auf  den  letzten  Platz  besetzt.  Die  Versammlung.
leitete  Frau  Weinberger,  die  Vorsitzende  der
Lau.  Heauen  bt  ilung.  Deu  ersten  Vortrag  hirt
Frau  Professor  Steiner  über  die  freudige  Er
biehung  unserer  Jugend.  In  poetisch  gehob-  ner
Spracke  zeigte  jie  drei  Quellen  echter  Freude:
den  Wald,  dans  Vollslied  und  die  Weihnachtslrippc.
  Die  mit  großem  Beifall  anfgenommennen
  Ausführungen  redelen  der  idealen  Seite  in
der  Heranbildung  der  Jugend  das  Wort.
DOam  eröffnete  in  meistechafter  Rede  HH.
Kosellor  Schuh  seinen  Vortragseyklus  über
„Tas  Apostolat  der  deutschen  Frau  in  zer
Schidfalsstunde  Europas“.  Dabei  ilellte  er  das
Apostolal  der  Treue,  der  Dflichterfüllung  und
der  Liebe  auf  und  ging  eingehend  auf  die  Anteilnahme
  der  deutschen  Flau  an  der  Zukunftearbeit
  unseres  Volkes  ein.  Nur  die  christliche
Kultur  kann  wahrhast  beglucken,  barum  muß
die  deutsche  Frau.  Hüterin  und  Pflegerm  nahrer
  Religiösität  im  Kreise  ihrer  Familie
kein.  Mit  dieser  Grundlage  erzieht  sie  dann  ein
Geschlecht,  das  uir  in  diesen  Kämpfen  mit
Necht  bewundern.  Treue  schuldet  die  deutiche
Frau  auch  gegen  sich  selbst  im  Festhalten  und
in  der  Rüchiehr  zur  alten  Einfachheit  u.  Sitte.
Zur  Mode  siel  das  bemerkenswerte  Wort:  Die
richtige  deutsche  Mode  besleht  jetzi  darin,  das
bisherige  Kleid  abzutragen  und  Neuausgaben
miöglichst  zu  vermeiden.  Der  reiche  Beifall,  der
dem  Vortrag  folgtle,  zeigte,  daß  die  Darlegungen
  auf  guten  Boden  fielen.  Am  nächsten
Dienstag  wird  der  zweite  Teil  oes  Vortragszyklus
  folgen.  Sicherlich  wird  auch  dann  wieder
  ein  vollbesetztes  Haus  dem  Redner  lauschen.
  Vorführungen  von  Lichtbildern  aus  der
alten  christlichen  Kunst,  ebenfalls  von  H5.
Peosessor  Schuh,  schlossen  den  ersten  Vortragsalend
  ab.  Die  Versammlung  wurde  noch  erireut
  durch  das  Lied  „Mahnung,  von  Hermaann,
  vorgetragen  von  Frl.  Sophie  Bichlmayr,
unter  wirkungsvoller  Begleitung  von  Frl.
Schwesler  Klotilde.  Ferner  brachte  die  Jugendabtrilung
  unter  Leitung  des  55.  Stadtkaplans
Jäger  mehrere  Chorlieder  zu  krefflichem  Vortrog.
  Der  kath.  Frauenbund  sah  damit  ernen
schönen  Vereinsabend,  von  dem  er  segensreiche
Wirkungen  erwarten  darf.  F.

Vollmilch  oder  Magermilch?  Diese
Frage  beschäftigt  zurzeit  iebhaft  die  hiesigen
Verbraucher.  So  hatien  sich  gestern  Abend  allch
zahlreiche  Vertreter  des  chrifll.  tb#ewerkschaftskar#
tells,  des  kath.  Arbeiter=  und  des  kath.  Arbei-.
terinnenvereins-Rosenheim  eingefunden,  um  zu
dieser  für  die  hiesigen  Familien  -eh  bedeutenden
  Frage  Stellung  zu  nehmen.  Die  Versammlung
  hörte  zunächst  mit  qgrotzer  Aufmerksamtkeit
ein  Referat  des  Herru  Arbeitersekretäro  Beeiteuhuber,
  in  welchem  er  über  die  zur  TageJordmung
  nehende  Frage  Beiicht  erstatlei:  auf
Grund  der  in  der  städt.  Lebensmittelkommission
stattgehabten  Beratung.  Nach  cingehender  Beratung
  oer  ganzen  Frage  gelangte  einstimmig
eine  Reiolution  zur  Annahme,  in  welcher  zur
Frage  der  Milchentrahmung  ein  ablehnender
Standpunkt  eingenommen  wird,  da  sowohl  vom
gesundheitlichen  Standpunkt  aus  in  Hinsicht  auf
die  Vorksernährung  die  Entrahmung  der  Wilch
abgeiehnt  werden  müsse,  wie  auch  den  Familien

  in  der  Küche  mit  Vollmuch  mehr  gedient

sei,  als  mit  Magermilch.  Von  mehreren  der
anwesenden  Hausfrauen  wurde  auch  zum  Ausdruck
  gebracht,  daß  sie,  wenn  die  Fettknappheit
  auch  noch  weiter  zunehme,  doch  nicht  auf
die  Volni  verzichten  wollen,  da  sie  auch  im
eigenen  Haushalt  die  Milch  entrahmen  und  ihr
Fett  entnehmen  könnten.  Wenn  sie  dann  auch
nur  Magermilch  hätten,  würden  sie  die  im
eigenen  Haushalt  gewonnene  Magermilch  doch
immer  noch  derjenigen  vorziehen,  die  aus  der
geplanten  städt.  Molkerei  bezogen  werden  müßte.
Die  einstimmig  angenommene  Resolution  wur.
de  dem  Stadtmagistrat  Rosenheim  zur  Würdigung
  unterbreitet.

Städt.  l  u%egeteu.  Mor.
gen  Samstag  v.,  findet  der  erste
Verkaufstag  n  dieser  Brotsartenperiode  sert,
F*n  ist  man  für  einhalb  Pfund
Erkeb  oder  Polenta  ½  halb  WPfund  Boh-Nammen
  kostet  d.  end  40  Pfennig.
ohnen  sieden  sich  sehr  weic,  wamentüch,
De  man  sie  einen  ror  der  Verwend
einige  Stunden  im  —  W*  stehen  *n—
Die  Fälste  des  bezugsberechtigten  Quantums
muß  in  Bohnen  genommen  werden,  oder  es
uird  vorauf  *à„  *

Vii

Fünserlverein  „Flö-Lö“  um  Donnerstag.  seinet
zahlreichen  Gefolgschaft  pol.  Lange  hat  es  ge.
dauemt,  bis  die  Künstler  der  Fünferl-Nunde
wieber  den  Sammelrus  zu  einem  iener  Abende
ergeben  ließen,  die  doch  immer  zu  einem  Erciczui:
  zr  die  Löchl.  Cäse  nurden.  Und  ein
Creignis  nar  es  auch  diesmal  wieder  infolge
erslens  des  schier  unglaublich  großeen  Besuches,
zweitend  der  trefflichen  Darbietungen,  drittens
*èm  llingenden  Ergebnisses  für  den  Zweck  des
Abends.  Kämpfls  Lied  „Im  dritten  Kriegs.
uinter“"  eitete  den  ernsten  Teiĩ  ein.  Ein  zweile:z
Lied  „Deutscher  Heldentod“  galt  dem  schmerz.
lichen  Verlust,  den  die  Löchlrunde  in  dem  auf
de"  Felde  der  Ehre  gefallenen  Herrn  Hoppichler
  ellitten  hat.  Mich!  Kä:  mofl  widmete  ihm
ehrnde  Worte  und  die  große  KNorona  hatie
für  ihn  ein  stilleo  Gedenken.  Ein  Lied  besang  die
lirüldieni#pflicht,  „Salve  Polonia“"  von  P.

W.  galt  den  P.  olen.  und  „a.  eny.“  häufte  in
einen  anderen  Liede  beißenden  Spott  auf
Venizilos.  Der  „interne“  Teil  ves  Abends

tling  diesmal  eine  besondere  Noe,  gam  mie
sie  durd  den  dritten  Kriegswinter  bedingt  war.

Einmal  besang  der  „ZJentratpräsident  des
Zunierlrerei  ns“  den  Löchl.  Füriorgedienjt  des

Leirn  Frain  Winterholler  und  „der  ganzen
Puirermul“,  daun  aber  widmele  er  launige
Verse  „Auf,  auf  zum  Kamrf“  Kerru  Haus
Meirner,  „Ueil  er  in  14  LTag'  wird  eini  müssen,
auf  seinem  Militärpas.,  sieht  K.  N.“  Es  waren
mei  ron  Kämpflschen  Humor  bemürzle  treffliche
  Lieder,  in  nelche  die  grone  „Löchl.  Seldenschar“
  froh  einstimmte.  Und  dann  lam  der  große
Reigen  der  Darbietungen,  wie  sie  nur  ein  Gustl
Ler  und  ein  Mich!  Kämpfl  jertig  bringen:  Der
Kriegspessimist,  das  Hamsterli:d,  der  Fremdwörcter=
  Luli.  der  König  ron  Rumänien,  der  Kari
als  Diplomat  und  als  büliger  Jak-b.e  zwei  Hel.
ben  und  was  der  Ein=  und  zwieger  zang  allesonst
  noch  bot.  Sprühender  Lumor  und  kreffsicherer
  Witz  waren  wie  immer  die  Hauplmerkmale.
  Dazuischen  hinein  versäumlen  die  beiden
„Napellmeister“  nicht,  durch  musikalische  Vortrage
  das  „hohe  Haus“  zu  unterhalten.  Die
sch  önsle  Ueberraschung  brachte  der  llingende  Ersoig.
  Fes  war  ein  Liebesgabenabend.  und  deshulb
  soigte  jeder  recht  gern  der  launigen  Ein,
ladung  ..Geh  mach  dein"  Beutel  auf“,  sodaß  ein
Sammelergebnis  von  270  Mk.  aezählt  merden
konnte,  ein  Betrag,  wie  er  noch  bei  leinem  der
rorangegangenen  vaterlindischen  Abende  erreich!
worden  ist.  Der  dritte  Kriegzwinter  ha“  somit
im  Lochl  den  schönsten  Anfang  genommen.

Fahrplanänderungen.  Mit  dem  1.
Dezember  treten  neue  Fahrplanänderungen  in
Kraft.  An  diesem  Tage  soll  ein  Teil  der  Zuge,
  welche  am  6.  November  pestrichen  wurden,
wieder  eingeführt  werden.  We.niasteus  wird  dies
ron  der  Strecke  München.  Hotzkicchen.  Tölz  gemeldet.
  Ob  auch  die  anderen  Strecken  wieder
den  vermehrten  Zugsverkehr  erhaiten,  ist  uns
nid.  belannt.

Pfennigslücke  aus  Aluminium.  Neben
  dem  eisernen  Geld  bekommen  wer  jetzt  auch
Geld  aus  Aluminium.  In  seiner  Sitzung  vom
23.  Rov.  hat  der  Bundesrat  dem  Entwurf
einer  Bekanntmachung  betr.  Prägung  von  Einpsennigstücken
  aus  Aluminium  zugestimmt.

Bogelschutz  im  Winter.  Der  Vogelschutzverein
  Rosenheim  hat  vor  kurzer  Zeit  an
di:  hiesigen  Vogelfreunde  einen  Appell  um
freiwillige  Spenden  zur  Beschaffung  von  Futter
für  die  im  Freien  befindlichen  Vögel  „gerichtet.
  der  fast  uberall  Gehör  fand.  Die  Sammlung
  ergab  das  e#freuliche  Ergebnis  von  96
Mark,  wofür  allen  edlen  Spendern  biermit  der
Dom  zum  Aur#uck  gebracht  sei.  Die  Beschaffung
  des  Vog.  futters  stößt  jedoch  wegen  der
Knappheit  au'  sehr  große  Schrierigkeiten.  Da
für  Oberbay:  Deu  nur  eine  einzige  Samengroß.
handlung  in  Betracht  kommt,  welcher  von  der
Hceresverwaltung  nur  ein  bestimmtes  Quantum
zugewiesen  wird,  ist  diese  Firma  in  München
richt  in  der  Lage,  den  an  sie  gestellten  Anforderungen
  voll  gerecht  zu  werden.  Außerdem
at  das  zur  Verfuͤgung  stehende  gemischte  Vogelfutter
  einen  Preis  erreicht,  der  in  keinem
Verhaltnis  zu  den  zur  Verfügung  lehenden
Mitteln  steht.  Da  für  Rosenheim  bei  Schnee
strenger  Kälte  mit  einem  täglichen  Sbankam
von  tund  10  Pfund  Ausstreufutter  gerechnet
werden  muß,  ist  größte  Sparsamkeit  erforderlich.
  Es  wird  daher  an  die  Einwohnerschaft
Rosenheims  und  der  Umgegend  das  Antuchen
gestellt.  Tischabfälte  und  Sachen,  die  in  der
Regel  in  die  Tonnen  wandern,  zu  kammemn  und
den  hungernden  Vögeln  auf  die  für  lie  aufgestellten
  Futterplätze  zu  streuen.  Ferner  üchien
Freunde  und  Liebhaber  der  Vogelwelt  an
eigniten  Plätzen  in  Hausgärten,  Fensteral  "

usw.  Futter.  Gelegenheit  schaffen,  um  so
Eintritt  der  Bedürftigkeit  den  Hungernoen  ebei
gern  ihr  Dasein  erleichtern  und  sie  vor  Hunger
bemohren  zu  helfen.

 

Gottesdienst  in  Für#ätt.  Am  r—
tag,  den  06.„,  s.  Ern  3  Uhr  fram  bn
in“  bt  am  Sonntay,

wird  um  die  gleiche  Zeit  nv

 

F  dne  behalten.