Metadaten : Gesetzes- und Verordnungs-Blatt für das Großherzogtum Baden. Jahrgang 1907. (39)

XXIV.  305

3.  der  vorgeschriebenen  praktischen  Tätigkeit  in  einem  kaufmännischen  Geschäft  (8  3);
4.  des  mindestens  zweijährigen  Besuchs  einer  zur  Ausbildung  von  Handelslehrern  bestimmten,
vom  Ministerium  des  Innern  als  hierzu  geeignet  anerkannten  Lehranstalt.

§  3.

Die  praktische  Tätigkeit  in  einem  kaufmännischen  Geschäft  hat  sich  bei  Volksschulkandidaten
auf  mindestens  ein  Jahr,  bei  Bewerbern,  welche  die  Reife  für  die  achte  Klasse  einer  Mittelschule
  besitzen,  auf  mindestens  zwei  Jahre  zu  erstrecken  und  muß  abgeleistet  sein,  bevor  der
Besuch  der  in  §  2  Ziffer  4  bezeichneten  Lehranstalt  erfolgt.

8  4.
In  Ausnahmefällen  kann  das  Ministerium  des  Innern  von  der  Erfüllung  vorstehender
Vorschriften  Nachsicht  erteilen.
§  5.
Die  Zulassung  zur  Prüfung  kann  versagt  und  die  bereits  ausgesprochene  widerrufen  werden,
wenn  begründete  Zweifel  hinsichtlich  der  Unbescholtenheit  des  Bewerbers  obwalten.

§  6.
Das  Gesuch  um  Zulassung  zur  Prüfung  ist  an  das  Landesgewerbeamt  schriftlich  einzureichen.

Demselben  sind  beizufügen:  6
1.  ein  kurzer  Lebenslauf  mit  Angabe  von  Zeit  und  Ort  der  Geburt,  des  Bekenntnisses
und  des  Wohnortes  des  Bewerbers,  sowie  des  Namens,  Standes  und  Wohnortes
seiner  Eltern;
2.  die  Nachweise  über  die  vorgeschriebene  Vorbildung  und  Beschäftigung;
3.  ein  Leumundszeugnis;
4.  der  Nachweis  über  die  badische  Staatsangehörigkeit.
Die  Nachweise  sind  in  Urschrift  vorzulegen.
Auf  Grund  der  Meldung  entscheidet  das  Landesgewerbeamt,  ob  der  Bewerber  zur  Prüfung
zuzulassen  ist.

§  7.
Die  Zeit  für  die  Abhaltung  der  Prüfung  wird  vom  Landesgewerbeamt  festgesetzt  und
nebst  der  Anmeldefrist  bekannt  gegeben.

88.

Die  Prüfung  zerfällt  in  eine  schriftliche  und  eine  mündliche.
Die  schriftlichen  Arbeiten  sind  Klausurarbeiten.  Die  Benützung  von  Hilfsmitteln  ist  nur
gestattet,  wenn  und  soweit  dies  bei  den  einzelnen  Aufgaben  ausdrücklich  bestimmt  ist.
18.