Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfzehnter Band. (15)

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„werden.“  Die  Constitution  von  Herault  de  Sechelles  endlich
  sagt  (Nr.  VII.):  „das  Recht,  seine  Gedanken  und  seine
„Meinungen  durch  den  Weg  der  Buchdruckerei  oder  auf  jede
„andere  Weise  bekannt  zu  machen,  gehbrt  unter  die  Rechte,
„bei  denen  die  Nothwendigkeir,  sie  anzugeben,  entweder  das
„Daseyn  oder  das  frische  Andenken  des  Despotismus  voraus-„setzt."
  Dieser  Zusammenhang  der  Preßfreiheit  mit  der  Denkfreiheit
  läßt  sich  auch  wirklich  nicht  läugnen;  ich  scheine
meine  Denkfreiheit  gleichsam  nur  halb  zu  haben,  wenn  ich
nicht  darüber  sprechen,  mit  andern  meine  Gedanken  austauschen
  kann;  denn  meine  Ideen  entwickeln  sich  erst  durch
das  Sprechen;  wenn  ich  sprachlos  wäre,  so  würde  ich  auch
nicht  halb  so  klar  und  so  richtig  denken.  Wer  mir  aber
jene  laute  Erklärung  meiner  Privat-Gesinnung  nehmen  will,
will  mich  in  einer  meiner  wichtigsten  Angelegenheiten  sprachlos
  machen,  mich  des  unentbehrlichsten  Mittels  zur  Berichtigung
  meiner  Ideen  berauben.  Denk=  und  Gewissens,
Freiheit  sind  ohne  die  Freiheit  der  Presse  nur
ein  todtes  Capital.

So  viel  Wahres  in  diesem  Raisonnement  ist,  so  folgt.
doch  e)  nicht  daraus,  daß  man  nicht  ktemporär  und
in  Beziehung  auf  gewisse  Gegenstände  auf  die
Freiheit  des  Sprechens  und  Debattirens  Verzicht
  thun  könne.  Welcher  Mensch  thut  es  nicht  auch?
wer  schweigt  nicht  in  manchen  Gesellschaften  über  Dinge,
welche  zu  besprechen  die  Klugheit  verbietet?  wer  scheut  sich
nicht,  in  Gegenwart  von  Frauen  und  Kindern  über  gewisse
physische  Gegenstände  zu  reden?  Auf  gleiche  Weise  müssen
wir  gegen  den  kindischen  Verstand  der  rohen  Menschenklassen
verfahren;  wir  können  uns  also  auch  wohl  im  Staat  vereinigen,
  wenn  wir  es  für  gut  finden,  daß  z.  B.  über  diese