Da hatte dann mein Chef erwidert:
Daß er die Schilderung des Generalquartiermeisters
nicht als den wahren Verhältnissen entsprechend auf—
fassen könne. So habe sich zum Beispiel die Heeres—
gruppe Kronprinz in der langen Herbstschlacht trotz
allen großen Schwierigkeiten und übermenschlichen Här—
ten glänzend geschlagen, und sie liege nach wie vor fest
und geschlossen in der Hand ihrer Führer. Jetzt sei sie
nach der ungeheuren Leistung erschöpft, überanstrengt
und erfüllt von dem Wunsche nach Waffenruhe. Komme
es zum ausgesprochenen Waffenstillstande und gebe man
den Truppen jetzt mit wenigen Ruhetagen eine neue Auffrischung
durch Schlaf und erträgliche Verpflegung,
gebe man damit zugleich den Führern die Möglichkeit,
wiederum feste Fühlung mit den Leuten zu gewinnen
und auf sie einzuwirken, so werde sich die allgemeine
Stimmung auch wieder heben. Eine Kehrtschwenkung
des ganzen Westheeres zum Bürgerkriege in Deutschland
sei allerdings eine Unmöglichkeit — sie liege aber auch
garnicht im Bereiche des Notwendigen. Was nottue,
sei der entschlossene mannhafte Widerstand gegen ein
Treiben, dem man leider allzulange tatlos zugesehen
habe. Die sofortige energische Niederkämpfung der Auf—
ständischen an den Brennpunkten des Aufruhres —
die rücksichtslose Wiederherstellung von Ordnung und
Autorität! Die Verpflegungsfrage sei von General
Gröner zu schwarz gemalt, die Auswirkung eines tat—
kräftigen Vorgehens gegen die Bolschewisten im Rücken
der Front werde einen neuen Zusammenschluß der Ge—
kreuen im Lande und ein Ersticken der revolutionären
Bewegung bringen. Also: Kein Rachgeben vor dem
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