Volltext : Preußische Geschichte. Vierter Band. (4)

III.  Preußen  im  Koalitionskriege  gegen  Frankreich.  51

De  Su#inat  zu  Silse  eilenden  Girard  e  brachte  G  Senels  v.  ..  Hirschfeld
  am  27  ber  Hagelberg  eine  blutige  Niederlage  bei.  Herrlich
  wie  dort  die  pommerschen  bewährten  sich  hier  die  kurmärkischen
  Landwehren,  obgleich  der  Kolben  dabei  nicht  die
Nolle  spielte,  welche  die  Legende  ihm  zuschreibt  (Bd.  J,  S.  30).
Inzwischen  war  Blücher,  erst  gegen  Ney  vordringend,  vor
Napoleon  gewichen  und  die  Große  Armee  auf  Dresden  gerückt,
wo  sie  von  dem  zurückeilenden  Kaiser  am  26.  und  27.  August
geschlagen  wurde,  während  Blücher  den  unvorsichtig  andrängenden
  Maedonald  mit  Hilfe  der  Russen  unter  Sacken  am  26.
an  der  Katzbach  vernichtend  schlug.  Auf  dem  Rückzuge  von
Dresden  hielt  auf  Friedrich  Wilhelms  Veranlassung  Ostermann
bei  Kulm  (29.  August)  den  andrängenden  Vandamme  heldenmütig
  auf,  dem  bei  Nollendorf  ein  glückliches  Ungefähr  den
einen  Ausweg  aus  den  Bergen  suchenden  Kleist  in  den  Rücken
führte,  so  daß  er  sich  nach  verzweifelter  Gegenwehr  am  30.  August
kriegsgefangen  geben  mußte.  Auch  den  neuen  Angriff  Neys
auf  Berlin  vereitelte  Bülow,  indem  er  in  Auflehnung  gegen
Bernadotte  dem  bei  Jüterbog  bedrängten  Tauenzien  zu  Hilfe
eilte,  am  26.  September  durch  den  Sieg  bei  Dennewitz.
Angesichts  dieser  Erfolge  ignorierte  Blücher  den  ihm  nach
der  Dresdener  Schlacht  zugegangenen  Befehl  zum  Rückzug  und
zur  Ueberlassung  eines  Teils  seines  Heeres  an  das  Böhmische:  er
marschierte  nach  der  Elbe.  Dorthin  wandten  sich,  unbekümmert
um  Bernadotte,  auch  Bülow  und  Tauenzien,  und  als  Jork
am  3.  Oktober  die  Elbe  überschritt  und  sich  in  blutigem  Kampfe
bei  Wartenburg  behauptete,  mußte  auch  Bernadotte  vorgehen:
die  Schlesische  und  die  Nordarmee  standen  im  Rücken  Napoleons,
der  vergeblich  erst  Blücher  und  dann  die  Böhmische  Armee,  die
durch  die  russischen  Reserven  um  57  000  Mann  verstärkt  war,
zum  Schlagen  zu  bringen  suchte.  Schon  streiften  die  Kosaken
bis  Kassel,  Bayern  unterhandelte  mit  Oesterreich  und  die  Böhmische
  Armee  zog  auf  Leipzig.  Nun  räumte  Napoleon  am
7.  Oktober  Dresden.  Als  aber  Blücher  und  die  Nordarmee
vor  ihm  hinter  die  Saale  wichen,  wollte  er  über  die  Elbe  gehen,
Berlin  nehmen,  die  Besatzungen  von  Magdeburg,  Hamburg,