Valt und Führer. 341
äußere Politik mit anderen Mitteln oder das äußerste Mittel der
äußeren Politik im Dienste des Machtgedankens bleibt, für die sonst
die Erfüllung des für den Staat Notwendigen als der Weisheit
letzter Schluß gilt.
Nicht ein „gewalttätiger Militarist“ spricht aus diesem Abriß,
sondern ein Mann, den das Schicksal ohne seinen Willen über die
Zusammenhänge der Geschichte mehr als viele andere belehrt hat
und der es als zwingende Notwendigkeit ansieht, daß das Volk und
seine Führer über die Lebensnotwendigkeiten des Volkes, über die
Übereinstimmung von Politik und Kriegführung und das Wesen
des Krieges sich klar werden. Diese einfache Erkenntnis ist frucht—
bringender als der Glaube an die vielen Versprechungen, die so
gern gehört, aber nie gehalten werden, weil die Voraussetzung
hierzu fehlt. Die Arbeit ist undankbar. Das Leben lehrt auf Dank
verzichten, aber es gebietet, die Schuldigkeit zu tun. Das Volk muß
hören, was ihm nottut, auch wenn es ihm nicht gefällt. Es genügt
nicht mehr, wie Clausewitz meint, daß der Führung des politischen
Verkehrs eine gewisse Einsicht in das Kriegswesen nicht fehlen dürfe.
Das Volk selbst muß diese Einsicht besitzen. Nur so kann uns Hilfe
werden; dann wird es nicht wieder falschen Führern folgen, wie
vor dem Kriege, und die Knie vor dem goldenen Götzen beugen wie
in den letzten Kriegsjahren. Es wird die Kriegsnotwendigkeiten
verstehen. Das Volk, nicht die organisierte Masse, wird seinen
Willen bekunden. Die Führer, deren das Volk bedarf, werden sich
Geltung verschaffen und es dahin führen, wohin es drängt. Die
Führer müssen deutsche, rassen-, pflicht-und machtbewußte Männer
sein, die, bar jeder Eitelkeit und jeden Eigennutzes, das Vaterland
höher stellen als das eigene Ich, Herrennaturen mit starkem Willen
und Wollen, die nur eine persönliche Verantwortung kennen, vor
Gott dem Herrn, dem Volk und dem eigenen Gewissen.
Es wäre zu begrüßen, wenn diejenigen, die sich für solche
Führer halten, sich mit der Politik und Kriegführung des Welt-
krieges beschäftigten. Sie müssen aber tiefer gehen als bisher und
einmal alle Zusammenhänge zu begreifen suchen. Sie werden dann
finden, wie ungemein viel ihrer politischen Bildung gefehlt hat, und
dem Wunsche beipflichten, daß auf allen Hochschulen und Volks-
gudenborff. Kriegführung und Polink. 23