Full text : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Achtundzwanzigster Jahrgang. 1900. (28)

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t1)  Wenn  daher  nur  Geleise  entstehen  wollen,  sö  muß  diesen  schon  durch  geringere
Arbei  begegnet  werden.  Diese  entstehen  aber  dadurch,  daß  aus  einem  ausgefahrenen  Geleise
  ntweder  das  noch  nicht  zermalmte  Steinmaterial  nur  herausgedrükt  wird,  oder  daß  in
demseben  das  Material  bereits  zermalmt,  und  in  Erde  und  Koth  verwandelt  worden  ist.

2)  Im  ersten  Fall  muß  ein  solches  Geleise  sogleich  wieder  mittelst  der  Hake  oder  Haue
eingeogen,  im  andern  Fall  aber  nur  seiner  Breite  nach  mit  kleinen  Steinen  wieder  so  ausgefüll
  werden,  daß  dadurch  die  ovale  Form  der  Chaussee  nicht  Noth  leidet,  und  der  Wusser-Abzu
  durch  Aufwürfe  und  Unebenheiten  nicht  gehemmt  wird.

Oie  Wegknechte  aber  verderben  gewöhnlich  die  Chaussee,  und  vermehren  unnuzer  Weise
den  Ferbrauch  der  Steine  dadurch,  daß  ste  das  neue  Beschläg  viel  breiter,  als  das  Geleis
  nachen,  und  dieses  darf  der  Wegmeister  durchaus  nicht  zugeben.

13)  Damit  der  Wegmeister  beurtheilen  kann,  wo  und  wie  das  Beschlagen  der  Chaufseen
  rtothwendig  ist,  muß  er  sich  ein  gutes  Augenmaß  in  Beurtheilung  der  ovalen  Form
der  Chaussee  angewöhnen,  und  diese  nie  aus  den  Augen  lassen.

Kommt  er  aber  zur  Zeit  der  nassen  Witterung  auf  die  Chaussee  „  so  zeigt  ihm  das
Wasir  die  Fehler  der  Chaussee  an;  denn  da,  wo  Waseser  stehen  bleibt,  ist  entweder  die
Chaussee  zu  wenig  gewölbt,  oder  sie  hat  Lücken,  Geleise  oder  Erhöhungen,  bekommen,  welche
  ds  Wasser  hemmen,  folglich  muß  an  solchen  Stellen  sogleich  nachgeholfen  werden.
Dem  auf  einer  Chaussee  darf  nie  eine  Pfüze  oder  Lache  statt  sinden,  sondern  das  Wasser
muß  immer  zu  beiden  Seiten  ungehindert  in  die  Gräben  ablaufen  können.
1p4)  Weil  der  Koth,  oder  die  aufgeworfene  Erde  das  Wasser  anzieht,  und  dessen  Ablauf
  hemmt,  so  muß  niche  der  geringste  Koth  auf  der  Stratze  geduldet,  spndern  der  Wegknech
  zu  dessen  Abschöpfung  angehalten  werden.  Die  Oberfläche  der  Seraße  muß  vielmehr
nur  urch  hartes  Gestein,  über  welches  das  Wasser  abfließt,  gebikdet  seyn.

15)  Wemn  sich  bei  heißer  Witterung  auf  der  Chaussee  viel  Staub  erzengt,  so  sind  die
Wegnechte  weit  entfernt,  solchen  abzuschöpfen,  und  halten  es  für  bequemer,  einen  Regen
abzuvarten.  Dieses  ist  aber  nicht  nur  sehr  verderblich  für  die  Chaussee,  und  erschwert  nicht
nur  sie  Passage,  sondern,  weil  die  Arbeit  für  den  Wegkneche  nachher  beschwerlicher  wird,
so  unerbleibt  sie  gewöhnlich  ganz,  oder  gröstentheils,  und  häuft  ssch  der  Morast  dergestalt
auf  ier  Oberfläche,  daß  nie  eine  harte  und  feste  Masse  entstehen  kann,  und  daß  vielmehr
bei  jder  nahen  oder  feuchten.  Witterung  Geleise  eingeschnirten  werden.  -

Die  Wegmeister  sollen  daher  ·  die  Wegknechte  mit  Strenge  anhalten,  den  Staub  mit
sogemunten  Kruͤggen  ven  der  Straße  zu  schaffen.

10)  Bei  dem  Schlagen  der  Seine  herrscht  gleichfalls  der  gröste  Unfug  und  Unordnung
  indem  solche  viel  zu  grob  und  unordentlich,  ohne  die  gehörige  Verbindung  in  die
Stche  geworfen  werden.

Ein  Stein,  welcher  so  groß  ist,  daß  ihn  ein  Rad  paken,  und  von  der  Stelle  werfen
kann,  taungt  nichts.  Liegen  die  Steine  eines  Beschlägs  nicht  dicht  an  einander,  so  daß  das
Fuhwerk  ohne  zu  schlagen  nicht  darüber  hinfahren  kann,  so  taugt  das  Beschläg  durchaus
nichs,  das  Fuhrwerk  und  die  Straße  leidet  Noth,  die  Steine  werden  bälder  zerschlagen.,
und  verbinden  sich  nie.

Der  Wegmeister  soll  daher  ein  schlechtes  Beschläg,  das  ist  ein  Beschläg,  in  welchem