66 Buch J. Kap. 2.
das Bett tauschend, dem Peredeus preis, um auch diesen
Mann für ihr Vorhaben zu gewinnen. Nach einem Anschlag
desselben erschlug Helmigis den König während
dessen Mittagsruhe und hatte Rosimunda das Schwert
des verrathenen Gemahls zu Häupten des Ruhebettes
festgebunden, damit er um so sicherer dem Mörder erläge.
Helmigis hoffte aber nach Albuins Tod vergebens, auf
den erledigten Königssitz zu gelangen. Er mußte mit
Rosimunda nach Ravenna zu dem oströmischen Statthalter
Longinus entweichen, welcher das verrätherische
Weib aufstiftete, den Helmigis aus dem Wege zu schaffen,
um sich mit ihm selber zu vermählen. Rosimunda reichte
demzufolge dem Helmigis vergifteten Wein, aber als er
den Becher zur Hälfte geleert, merkte er, daß er den Tod
getrunken, und zwang mit blankem Schwerte die arge
Königin, den Rest zu trinken und mit ihm zu sterben. . . .
In anderen, helleren Farben spielt die Geschichte der
Theudelinda, des Baierkönigs Garibald Tochter, um
welche der jugendschöne, hellgelockte Langobardenkönig
Authari warb. Seine Brautfahrt ist ein Stück frühester
Romantik. Voll Verlangen, seine Erwählte mit eigenen
Augen zu sehen und zu prüfen, ging er mit den Werbeboten
selbst nach Baiern, verbot aber seinen Begleitern,
sein Inkognito zu verrathen. Als Garibald in die Werbung
gewilligt, erbaten die Boten, daß deß zum Zeichen
Theudelinda ihnen den Becher kredenze. Es geschah, und
als die Reihe an Authari gekommen und er den Becher
zurückgab, fand er Gelegenheit, der Prinzessin Hand und
Wangen zu streicheln. Schamroth erzählte Theudelinda