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lat. c-ruerc herausziehen oder reißen, ru-trum Reuthacke,
und zusrühest das Freimachen einer Wildnis für
Anbau und Feldarbeit (vgl. dazu abranm), dann den
so gewonnenen Platz und endlich allgemein Platz und
Ausdehnung bezeichnend. Das Geschtecht ist nur hochdeutsch
Masc., sonst überall Neutr., vereinzelte Beispiele
des letzteren bei Schriststellern, die vom Niederd. beeinsußt
sind: das raum zum furstlichen bause Micrälius
3, 168; Plur. mit Umlaut, selten ohne solchen, mhd.
rüme, uhd. raume: welche raume sio trennen Lessing
3, 320. Bed. 1) Stätte für weite Ausdehnung, ohne
Plur.; Gegensatz der örtlich sest beschränkte plats (s. d.).
ich schbst behalte in unserm ganzen hause keinen platz
uls den an meinem schreibtische aber dafür ist der
raum auszer dem hause desto gröszer Goethe W. Meister
5, 2; dessen Weite aber durch raum angedeutet wird:
ein platz gutes raumes Fleming 124; nicht beschränkt
auf das freie Feld, sondern auf jede Stätte übertragen,
die Gelegenheit zur Entsaltung einer Thätigkeit gewährt:
raum im felde, hause, zimmer; freier, weiter,
beschränkter, knapper raum; raums genng, zu herbergen
1. Mos. 21, 25; groszen, kleinen raum cinnehmen; das
büchergestell beansprucht wenig raum; die stat aber
war weit von raum Neh. 7, 4; raum ist in der kleinsten
hutte für ein glucklich licbend paar Schiller Paras.
4, 1; mit Maßbestimmungen: hier ist kein fuszbreit
raumcs; in festen Verbindungen, raum haben, machen.
schaffen, geben, u. d., vielsach bildlich oder in verblaßtem
Sinne; so raum geben mit dem Begriffe des Weichens:
die nacht hatte . den ersten strahlen des fruhblichts
raum gegeben Immermann Münchh. 1, 22; trat
raumgebend bei seite CFMeyer Nov. 2, 121; auch
der Nachgiebigkeit: das ir . dem fleische nicht raum
gebet Gal. 5, 13; gib raum der hoffnung Schiller
Br. v. Mess. 2823; einer bitte ramm geben; raum lassen,
tinden, mit dem Nebensinne der Gelegenheit: lieszest
jnen rnum zur busze Weish. Sal. 12, l; Ottilie fand
raum sich in der einsamkcit auszuweinen Gocthe
Wahlrerw. 2, 10; hier ist kein raum zum entrinnen
mehr Schiller Räub. 2, 3; zum vertrauen bleibt nicht.
raum Goethe Pandora 1; — Ansdehnung oder Breite
zwischen zwei Gegenständen, vgl. 2wischen-, spielraum;
lassct raum zwischen einer herde nach der undern
1. Mos. 32, 16; cin weiter raum trennt Lalagen von mir
Chr Ev Kleist 102; wo raums genug ist zwischen
breiten stegen Grillparzer 1, 57. 2) zeitlich gewendet,
Frist (vgl. 2citraum): raum, der zeit nach,
intereapedo, intervallum Frisch; im raume von
wenigen jahrtausenden Schiller 9, 89; liesz er sich
.. raum, zum entschlusse zu kommen Keller Sinnged.
178. 3) von bestimmten festen Grenzen eingeschlossene
Stätte, mit dem Plur. rüume; rünme eines
hauses, untere, obere ranme eines gebäudes; freier
raum vor, binter einem hause; ihr luftigen rüume von
kleinen geschlossenen Wäldern Hölty 178; vom Himmel,
Meer: im blauen raum Goethe Faust I; das mrer isi
der raum der hotsnung Schiller Br. v. Mess. 929;
durch den raum der sterue Platen Abbass. 1, 88;
hohler raum eines Balles, einer Kugel; der schmalo
raum von holz (Sarg) Schiller 1, 358; des Herzens:
des herzens heilig stille rüume Antritt des neuen Jahrh.;
als Ausdehnungsmaß: aulso hatte der ander eherub
auch 2zeltcn cllen, und war cinerlei masze und cinerlei
raum beider chernbim 1. Kön. 6, 25; in philosophischer
Spr., als eine Form des Denkens und Anschauens:
dic drei dimensionen des raumes, lüngc, breitc, ticfe;
hoch uber der zeit und dem raume Schiller Worte
des Glaubens; in der Mechanik die Linic, welche von
dem Mittelpunkte der Schwere eincs Körpers bei seiner
Bewegung durchgangen wird; bei Bergleuten Arbeitsplatz
oberhalb der Erde; im Schiff der unterste Boden,
schillsraum; beim Köhler kleine in einen Kohlenmeiler
auch bloß berämen, als
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eingelassene Offnung, wodurch er den Rauch beobachtet.
— raum, Raum habend, wie das Subst. gemeingerm.
Wort, goth. rüms, altnord. rümr, altengl. altsächs. ahd.
mhd. rüm, jetzt nur noch in geraum (s. d.). — raumen,
räunmen, 1) Raum schafsen; gemeingerm., nur goth. nicht
bezengtes Wort, altnord. rima, altengl. r##man, altsrief.
rema, altsächs. rümian, ahd. rümman, rümen, mhd.
rümen: die heutige Form ist mitteldeutsch, durch Luther
in die Schriftspr. eingesührt, oberdeutsch die unumgelautete,
die bis heute mundartlich besteht. Die eigentliche
Bed. des Wortes, eine Lichtung oder Rodung im
Walde schaffen, die noch lange sich erhalten hat: ruymen,
e#tricare agrum silbeskrem Kilian; in der Jägerspr.
zu den Bugeln räumen, durch Fällung der Bäume Weg
u den Flügeln eines Jagens bahnen Adelung, hat
im alten Rechtsleben besondere Beziehung erhalten: weil
ein Landesverwiesener oder Landflüchtiger die Wildnis
aussuchte, um sich hier durch Urbarmachung einer Strecke
eine neue Heimat zu gründen, wurde rünmen zum rechtlichen
Ausdruck für die Landesverweisung selbst, ahd.
daz lant rümen in eæilium ire Grass; später noch
land, stadt, weichbild räumen; das burgermeister
Rammin seines amptes entsctzct, die stadt und land
reumeto Micrälius 3, 469; auch ohne Obj. bloß
räumen, mhd. ramen Haltaus; und ging dann in
die allgemeine Spr. über, — etwas meiden, verlassen,
aufgeben, mit dem Beisinne des Gezwungenseins: ein
land, eine stadt, festung, stätte, cinen ort (Moltke
3, 294), ein haus, zimmer räumen, u. s. w.; sonst mustet
jr die welt reumen 1. Cor. 5, 10; das die armec ohn
aufschub Böhmen räume Schiller Picc. 2, 7; formelhast
geworden aus der Spr. des Heeres das feld räumen:
er herr stch auf, so wird alsbald der feinde haufen
mit gewalt das feld ihm mussen räünmen Opitz
Pfalmen 123; übertragen, = weichen: bis er (ein Betrachter)
von dem verkebrstruhel unsanft gestört wurde
und das feld räumte Keller Werle 8, 5; dasz auch die
sonne den himmel ränmt Schiller Fiesko 3, 5; du
räumst einen platz in meiner brust 5, 16; den sattel
ränmen, im Kampse, Turniere abgeworsen werden
(Wieland Ob. 2, 5); mit perfönl. Dativ: der gute
rüumt den platz dem bösen Schiller Glocke 372;
räumt er den parteien das feld Moltke 4, 278; —
in andern Fällen ist das Verbum an raum 3 angeschlossen,
= Stätte zum Benntzen bereiten, srei machen
von Hindernissen, auch in die Bed. leer machen übergehend:
ich habe das haus gercumct, und fur dic kamel
auch raum gemacht 1. Mos. 34, 31; raumbten dem
ganzen her einen freien weg Aventin 2, 293; einen
tisch, eine brandstätte räumen; auch wie säunbern:
raumen d. i. scüberen Augsburger Voc. 1508 (Göttinger
gel. Anz. 1898, S. 277); eine grube räumen; in älterer
Heilkunde magcen, brust, bauch, frei machen von Kranlheitsstofsen:
leinsamen gepulvert mit honig . rünmt
die brust Tabernaemontanus 1206; bei Winzern
und Feldbauern, die Erde um die Wurzeln eincs Weinstockes
oder Baumes auflockern; mit Acc. des wegzuräumenden
Gegenstandes: schutt, kehricht; mit Ortsbestimmung:
teller vom tische, gläser, wüsche in den
schrank; ctwas, hindernisse aus dem wege; auch cinen,
bescitigen: ihn heimlich aus dem wege rünmen zu
lassen Wieland Ag. 12, 12; mit entschiedener Hervorhebung
der Bed. leer machen: ein zimmer räumen,
beim Auszichen; diche, so heimlich die kasten rcumen
Luther 5, 111°, vgl. ausräumen; kanfmännisch lager,
vorräte rüumen, ansverkausen; eine wore, um damit
zu räüumen, zum einkanfspreise verkaufen; einem etwas
rünmen, überweisen: so will ich cuch bitten, mir das
hünschen drunten im dorse zu rüumen Schiller Ränb.
1, 3, vgl. einrüumen. 2) anderes ranmen in anberaumen
(L. d.), entstanden und umgedentet aus unberümen, älter
iel sestsetzen, bestimmen, zu
raum — raumen.