Verlangen nicht nachkaͤme, wurde der Botschafter in
Petersburg beauftragt zu erklären, daß Rußland durch
seine Weigerung zu erkennen gäbe, daß seine Aktion gegen
uns gerichtet sei, und daß wir uns als im Kriegszustand
mit Rußland befindlich erachteten.
Am go. Juli hatte unser Botschafter Herrn Sasonow
vergeblich vorgestellt, daß weitere militärische Maßnahmen
jede friedliche Lösung verhindern müßten. Der
Minister hat taube Ohren und leere Ausflüchte. Am zr.
wiederholt Graf Pourtales, da der Minister in Peterhof
ist, dem Gehilfen desselben, Herrn Neratow, seine
ernstesten Warnungen und spricht telephonisch auch mit
Sasonow. Umsonst. Graf Pourtales macht einen letzten
Versuch, indem er, von seinem Botschafterrecht Gebrauch
machend, noch eine Audienz beim Jaren erbittet, um ihm
den ganzen Ernst der durch die Gesamtmobilisation geschaffenen
Situation darzulegen. Nikolaus II. nimmt
alles freundlich-gelassen entgegen und macht den Eindruck,
als wolle oder könne er den Ernst der Lage nicht
ganz erfassen. Er verschanzt sich hinter militärische
Gründe, welche ihm den Widerruf der Mobilmachung
unmöglich machten. Aber er verlangt mit entsprechender
Handbewegung einen energischen Druck auf Österreich,
und, von neuem auf die unausbleiblichen Folgen hingewiesen,
sagt er, in mystischem Fatalismus zum Himmel
weisend: „Dann kann nur Einer helfen.“ Nach der ergebnislosen
Audienz geht Graf Pourtalss, von dem
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