Tod des Markgrafen Jobst. 33
Laut auf seufzte da wohl die gequälte Menschenseele und suchte Trost für
das irdische Elend in überirdischen Dingen. Und wenn die Kirche gegen die
Waldenser trotz ihres frommen und stillen Wandels mit der Inquisition auch in
der Mark einschritt, da sie abweichende Lehren verkündeten, so gab sich die noch
unmittelbar und naiv empfindende 3 nur um so mehr dem Glauben an
Zauberei und Wunder hin. Eine ganz ungeheure Verbreitung fand namentlich
der Glaube an die Heilkraft des Wischetblus zu Wilsnack, und gewaltige Scharen
pilgerten selbst aus Böhmen und Ungarn zu dem kleinen märkischen Städtchen,
um dort Vergebung der Sünden, Befreiung von allen Leiden zu erlangen. Wohl
trat ein Teil der Geistlichkeit dem offenkundigen Betrug ernst entgegen, aber alle
Mittel versagten, um das besondere Elend der einzelnen oder gar die schwere
Krankheit, an der das märkische Staatswesen so schnell dahinsiechte, zu heilen.
Da starb zum Glück der Markgraf Jobst. Und voll banger Zweifel mochte
sich der Blick der Märker weit nach Südosten, nach Ofen richten, wo Sigmund,
der nun wieder der rechtmäßige Landesherr war, lebte, voll banger Zweifel
mochte man überlegen, ob der, nun zu seinen Mannesjahren herangereifte Sigmund
jetzt etwa im stande sein würde, ein neues Morgenrot über das Land aufgehen
zu lassen.
Altestes Siegel der Neustadt Brandenburg.
in Größe des Originals im Stadtarchiv zu Brandenburg.
Ggillum) BVEGENSIVM. NOVE CTVITATIS I. BRaANDEBURCH
vd= * Prager eesebihches eln Bewels für dle nahen undenbainböhmen
in der Zeit der Markgrasen Johanns I. und Dubos 1
Verner, Gesch. d. Pr. Staates. 4