Full text : Kronprinz Wilhelm. Meine Erinnerungen aus Deutschlands Heldenkampf.

liche  Ruhe-Divisionen  und  neu  aufgestellte  Divistonen  wie  z.  B.  die  213.  J.  D.
für  den  Bewegungskrleg  auf  dem  Balkan  vorzubereiten.  Die  unbedingt
nötige  straffe  Durchführung  des  Truppen-  und  Rommandowechsels  machte
es  erforderlich,  daß  neben  den  Oberkommandos  auch  die  Generalkommandos
inimer  mehr  zu  bodenständigen  Gruppenbefehls-  und  Verwaltungskörpern
wurden.  Ihnen  fiel  die  schwierige  und  verantwortungevolle  Aufgabe  zu,
aus  den  von  den  Etappen-Inspektionen,  vom  Generalgouvernement  Belgien
und  von  heimischen  Besatzungsstäben  abgegebenen  Etappen-Kandwehrund
  Landsturm-Formationen  brauchbaren  Ersatz  für  die  fechtende  Truppe
an  der  Front  zu  finden.  Unsere  als  #Ehrenpflicht  aufgefaßte  Aufgabe,  der
O.  S.  K.  für  die  Somme--Schlacht  und  den  südöstlichen  Rriegeschauplatz
alle  irgend  kampffähigen  und  verfügbaren  Truppenkörper  zu  melden,  zwang
auch  zur  Entblößung  der  Festung  Metz  von  Besatzungetruppen  bis  zur
dußersten  Grenze  und  schweren  Zerzens  an  vlelen  Stellen  selbst  zur  Verdünnung
  unserer  Kampffront.  Auf  dem  Westufer  der  Maas  wurden  die
Kampfgruppe  „Zöhe  304"“  und  die  Gruppe  Franke  aufgelöst  und  ihre
Dloisionen  dem  Generalkommando  des  VII.  A.  R.  unmittelbar  unterstellt.
In  dieser  Lage  war  es  selbstverständlich,  daß  wir  den  Auebau  rückwärtiger
Stellungen  mit  Nachdruck  betrieben.  Die  der  O.  S.  K.  am  I2.  September
eingereichten  Karten  unserer  rückwärtigen  Stellungen  sahen  als  durchlaufende
  Reservestellung  auf  dem  Ostufer  die  Kinte  Champneuville  —
Douaumont  —COrnee  —  Metz  vor,  zu  deren  Ausbau  neben  den  uns  verbliebenen
  und  zugeschobenen  Arbeitsformationen  leider  auch  herausgezogene
Divisionen  Verwendung  finden  mußten.  «

Durchhalten  an  der  Front  und  möglichste  Fürsorge  für  die  abgebämpften
  Truppen  im  rückwärtigen  Gebiet  war  nun  unsere  LCosung
geworden,  während  an  der  Somme  nach  den  großen  feindlichen  Angriffen
vom  3.  und  4.  September  der  Masseneinsatz  gewaltiger  Rampfmittel
vom  12.  September  ab  sich  wiederholte.  Südlich  des  Ilusses  gelang
die  Abwehr  im  allgemeinen;  hingegen  gewann  der  Feind  nördlich  davon
  reichlich  Gelände  nach  Osten  und  Nordosten.  Es  bedurfte  der
allergrößten,  manchmal  verzweifelten  Anstrengungen,  die  geschlagenen
Breschen  wieder  zu  schließen.  Manche  für  den  sstlichen  Kriegsschauplatz
gegen  Rumänien  bestimmt  gewesenen  Divisionen  und  Sonderformationen
wurden  ihrer  dort  so  wichtigen  Aufgabe  leider  entzogen  und  an  der
Somme  zerrieben.

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