Volltext : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1874. (65)

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Für  Uebertretungen  kann  eine  Geldstrafe  bis  zu  150  Mark  Reichsmünze
oder  Haft  und  die  Einziehung  der  bei  der  Ausübung  der  Fischerei  verwandten
unerlaubten  Fanggeräthe  angedroht  werden.

Bis  zum  Erlasse  der  in  diesem  Paragraphen  vorgesehenen  landesherrlichen
Verordnungen  bleiben  die  bezüglichen,  zur  Zeit  bestehenden,  auf  Gesetz  oder  Verordnung
  beruhenden  Vorschriften  in  Kraft.

S.  23.

In  den  nach  §.  22.  Nr.  2.  anzuordnenden  Schonzeiten  soll  die  Fischerei  orschrift  #über
nicht  über  das  Maaß  hinaus  beschränkt  werden,  welches  zur  Erhaltung  des  Szhirite  und  d
Fischbestandes  unter  Berücksichtigung  der  durch  dieses  Gesetz  gegebenen  ander.  örch.
weiten  Schonungsmittel  unbedingt  geboten  ist.

Insbesondere  soll  dieselbe  in  denjenigen  Strecken  der  Gewässer,  wo  die
Rücksicht  auf  Erhaltung  des  Fischbestandes  es  gestattet,  außer  an  den  Sonnund
  Festtagen,  höchstens  an  drei  Tagen  in  der  Woche  untersagt  werden  dürfen.

Der  Fang  einzelner  Fischgattungen  und  der  Gebrauch  bestimmter  Fangmittel
  kann  auch  in  diesem  Falle  für  die  ganze  Dauer  der  Schonzeit  verboten  werden.

G.  24.
Gelangen  Fische,  deren  Fang  zur  Zeit  oder  mit  Rücksicht  auf  ihr  Maaß
oder  Gewicht  überhaupt  verboten  ist,  lebend  in  die  Gewalt  des  Fischers,  so  find
dieselben  sofort  wieder  in  das  Wasser  zu  setzen.

G.  25.
Die  Vorschriften  der  §§.  19.  bis  24.  finden  auf  geschlossene  Gewässer
C.  4.)  keine  Anwendung.
G.  26.
Ist  der  Fang  von  Fischen  unter  einem  bestimmten  Maaße  oder  Gewichte
verboten,  so  dürfen  solche  Fische  im  Geltungsbereiche  des  Verbots  unter  diesem
Maaße  oder  Gewichte  weder  feil  geboten,  noch  verkauft,  noch  versandt  werden.

§.  27.

Auf  die  in  den  Fischzucht-Anstalten  vorhandene  junge  Fischbrut  finden  die
Vorschriften  der  §#.  24.  und  26.  keine  Anwendung.

Auch  kann  die  Aufsichtsbehörde  im  Interesse  wissenschaftlicher  Untersuchungen
  oder  gemeinnütziger  Versuche  und  für  Zwecke  der  künstlichen  Fischzucht,
oweit  erforderlich,  unter  geeigneten  Kontrolmaßregeln  Ausnahmen  von  den

orschriften  der  S#.  24.  und  26.  gestatten.

Den  Besitzern  geschlossener  Gewässer  (K.  4.)  ist  der  Verkauf  und  Versandt
von  jungen  Satzlingen  zu  Luchtzwecken  gestattet.

g.  28.

Während  der  Dauer  der  Schonzeiten  müssen  die  durch  dieses  Gesetz  nicht
beseitigten  ständigen  Fischereivorrichtungen  (§§.  5.  und  20.)  in  nicht  geschlossenen
Gewässern  hinweggeräumt  oder  abgestellt  sein.

Jahrgang  1874.  (Nr.  8202)  30  Die