Contents : deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

385

klopfern  Heyse  8,  83;  den  klopfer  an  ihrer  thür  bewegen
  147.  —  Klöppel,  m.  mitteldeutsche  Form  für
klöpfel,  bei  Steinbach  kleppel,  pistillum,  sthes;  besonders
  Schwengel  einer  Glocke:  klöppel  in  der  glocke
Frisch;  auch  klöppel  den  man  den  hunden  des  dorfs
anhängt  ebd.;  Handwerksgeräte  verschiedener  Art,  bei
Trommeln  und  Pauken  —  Schlägel,  trommel-,  paukenklöppel;
  beim  Spitzenklöpreln  Holz,  womit  geklöprelt
wird,  u.  ä.  —  klöppeln,  vermittelst  besonderer  Hölzer
Spitzen  flechten  oder  wirken:  sie  klöppelt  spitzen;  bei
Stieler  in  oberdeutscher  Form  spitzen  klöpfeln;  —
mit  einem  Klörpel  oder  Knittel  versehen:  einen  hund
klöppeln  Adelung.  Dazu  klöppelgarn,  kissen,  zum
Klöppeln  gebrauchtes  Garn,  Kissen.  —  Klops,  m.  Fleischspeise
  aus  geklopftem  Fleisch.

Kloß,  m.  zusammengeballter  Klumpen;  westgerm.
Wort,  ahd.  klöz,  chlöc,  mhd.  klös,  mnd.  klot.  niederl.
kloot,  engl.  eleats  (hier  im  Plur.  als  seemännischer
Ausdruck  für  Klammern  zum  Belegen  des  Tauwerks);
außerhalb  der  engen  Verwandtschaft  zu  klotz  (s.  d.)  sind
die  Beziehungen  des  Wortes  dunkel.  Plur.  im  Mhd.
ohne  Umlaut,  kloze,  im  Nhd.  klösze.  in  älterer  Spr.
auch  klöszer  (Steinbach).  Es  bedeutet  eine  klumpige
Masse  schlechthin,  Klumpen,  Knollen,  Ball:  globus  klosz,
niederd.  clot  Dief.;  von  Metall,  Erde,  Lehm  u.  a.:
mangen  guldinen  klöx  Parz.  10,  5;  wenn  der  staub
begossen  wird,  das  er  zu  hauf  leuft,  und  die  klösze  an
einander  kleben  Hiob  38,  38;  vgl.  auch  erdenklosz;  die
klösze  auf  dem  acker  zerschlagen  Steinbach;  =  Erdscholle,
  Sinnbild  für  enges  bäurisches  Leben:  ein  ländlicher
  pfarrer  verbauert.  haftet  am  klosz  Voß  Luise
2,  496;  bei  Töpfern  der  Thonklumpen,  aus  dem  die  Gejäße
  geformt  werden;  Kugel  beim  Kegelspiel,  wie  als  Geschoß:
  unsenften  klöz  kan  si  (die  Minne)  linde  machen
Neidhart  10,  12;  in  älterer  Spr.  auch  Geschützkugel
Frisch;  rund  gejformte  Speise,  mehl-,  kartoffel-,  fleisch-,
griesklosz.  im  Dim.  klöszchen;  unter  klosz  schlechthin
ist  gewöhnlich  der  Mehl=  oder  Kartoffelkloß  verstanden:
klösze,  pulmentarsia  globosa  Stieler;  wie  ihm  unser
speck  und  unsere  klösze  anschlagen  Heyse  10,  255;
es  sitzt  mir  in  der  kehle  wie  ein  groszer  klosz  335;
klosz,  landschaftlich  auch  die  Hode;  auch  in  älterer  Spr.:
testiculus,  klöz,  niederd.  clot  Dief.

Kloster,  n.  gesondertes  und  abgeschlossenes  Gebäude
für  Mönche  oder  Nonnen,  ahd.  eblöster,  mhd.  klöster,
Lehnwort  aus  dem  lat.  claustrum  Behältnis,  in  seiner
chrisilich-kirchlichen  Bed.;  darumb  sind  vorzeiten  die
klöster  gestitt,  junge  leute  zucht  und  reinigkeit  zu
leren  Luther  1,  2865;  wilt  wol  dein  lebtag  leben,
so  magst  dich  inn  ein  kloster  geben  Garg.  86;  soll  sie
im  kloster  ihre  tage  schlieszen?  Goethe  nat.  Tocht.
2,  1;  männer-,  mönchskloster,  frauen-,  nonnenkloster;
schwarze,  graue,  weisze  klöster,  der  Augustiner,  Cisterzienser,
  Benedictiner:  swarziu  kloster  unt  diu  wizen,

.  unt  diu  gräwen  Minnes.  2,  1375.  —  Zusammensetzungen:
  Klosterbruder,  m.  Laienbruder  eines  Klosters
Lessing  Nath.;  auch  —  Mönch.  —  Klosterfrau:,  t.
Nonne:  klosterfrauwen,  sanctde  birgine:  Maaler;
übertragen  auf  eine  Vestalin:  Pompilia,  ein  closterfrau
Aventin  1,  299.  —  Klostergarten,  m.  Garten  eines
Klosters:  im  stillen  klostergarten  eine  bleiche  jungfrau
  gieng  Uhland  195.  —  Klostergelübde,  n.  Gelübde
das  für  das  Klosterleben  abgelegt  wird:  gewissen,  so
durch  ire  Klostergelubde  betrogen  sind  Luther
1,  413°;  ob  ich  schon  ein  klostergelubde  gebrochen
CF  Meyer  d.  Heilige  23.  —  Klosterkirche,  f.  innerhalb
eines  Klosters  befindliche  Kirche.  —  Klosterleben,  n.
Leben  in  einem  Kloster;  auch  freier,  Leben  wie  in  einem
Kloster,  abgeschiedenes,  freudenloses  Leben  Schiller
3,  551.  —  Klostermauer,  k.  Mauer  eines  Klosters:  öfnet
sich  eine  kleine  pforte  an  der  klostermauer  Schiller
4,  342;  hinter  klostermauern  sein  leben  verbringen.  —

M.  Heyne,  Deutsches  Wörterbuch,  II.

Klöppel  —  Klostermaner.

386

Klosterpforte,  k.  Pforte,  Zugang  zu  einem  Kloster.  —
Klosterregel,  f.  Regel  die  in  einem  Kloster  gilt:  änderung
in  der  Elosterrege!  Seume  Spaz.  2,  10.  —  Klosterschwester,
  f.  Klosterfrau,  Nonne.  —  Klosterzelle,  f.  Zelle
innerhalb  eines  Klosiers.  —  Klosterzucht,  k.  Zucht
wie  sie  in  einem  Kloster  berrscht.  —  Klosterzwira,  m.
jeiner  Zwirn,  wie  ihn  Nonnen  zu  ihren  Stick=  und
Näharbeiten  brauchen:  klosterzwirn  spinnen  Simpl.
2,  121.

Klösterlich,  dem  Kloster  eigen  oder  gemäß,  mhd.
klösterlich:  sprichst  du  .  in  klösterlichem  sinne  von
dem  werth  der  erdenguter  Goethe  nat.  Tocht.  2,  1;
das  auge,  Elösterlich  gesenkt  Grillparzer  11,  221;
nicht  klösterlich  kalt  war  ihr  (der  Gesichtszüge)  ausdruck
  CFMeyer  Jenatsch  102;  klösterliches  leben,
klösterliche  zucht,  u.  d.

Klotz,  m.  dicker  Klumpen  oder  Block,  mhd.  klotz,
engl.  klot  Klump,  in  nächster  Verwandtschaft  zu  klosz
(l.  d.),  und  wie  dieses,  in  älterer  Spr.  von  weiterer
Bed.;  Plur.  ist  klötze,  auch  klötzer  (Steinbach).
Mhd.  und  später  von  einer  klumpigen  Masse  überbaupt:
klotz  leimen  oder  erden  D.  Städtechr.  8,  235;  der  erden
klotz  (Erdkugel)  N  Manuel  104,  33;  von  einer  Kugel
zum  Kegeln  oder  Schießen,  auch  in  schwacher  Form
globus,  klotze,  klotz  Dief.;  keilförmiges  Stück,  auch
jetzt  noch  in  gewöhnlicher  Rede  sich  einen  klotz  brot
herunterschneiden;  in  neuerer  Spr.  meist  bezogen  auf
den  Block  Holzes  oder  das  daraus  Verfertigte:  einen
klotz  spalten,  sägen,  hacken,  klein  machen;  schiebe
den  knorrigen  kloz  nach,  der  in  die  nacht  fortglimme
Voß  Idvll.  16,  113;  nun  liegt  der  stolze  baum  in
nackten  klötzen  Rosegger  Waldschulm.  93;  tragen
sich  mit  den  klötzen  jrer  götzen  Jes.  45,  20;  daher
—  Götze  selbst:  ich  räuchre  nicht  den  klötzen,  die
auszen  goldig  sind,  inwendig  sand  HHeine  15,  79;
sprichwörtlich:  auf  groben  klotz  ein  grober  keil:  ain
schwerer  klotz  thöt  ainen  schweren  fall  Frölich  Stob.
499;  übertragen  auf  plumpe  oder  gefühllose  Menschen:
klotz,  ein  grober  mensch  Steinbach;  des  nachts  so
nah,  als  es  ohne  anzustoszen  möglich  war,  an  die
klötze  hinzurucken  Wieland  Danischm.  24:  wie  so
bleich  steht  ihr  klötze  Römer  Schiller  Fiesko  2,  17;
scherzend  als  Eigenname:  der  unhöfliche  monsieur  klotz,
Titel  einer  Umdichtung  des  Grobianus,  1708;  —  in
der  Gewerksspr.:  im  Bergbau  starkes  Fäustel,  große
Wände  damit  zu  zerschlagen,  bei  Feuerwerkern  Holz  an
Stelle  eines  Amboßes,  bei  Hutmachern  Block  beim  Hutformen,
  bei  Schriftgießern  vierkantiges  Stück  Eisen  für
das  Prüfen  der  gegossenen  Lettern,  bei  Drahtziebern
eine  Art  Werktisch,  bei  Schuhmachern  hölzerne  Absätze;
im  Geschützwesen  hölzernes  Gerüst  für  einen  Mörser,
u.  a.  —  klotzig,  nach  Art  eines  Klotzes,  älter  klotzicht,
cauder#s,  caudicalis,  eaudicearius  Stieler,  mit  Umlaut
  klötzicht  Steinbach;  in  übertragener  Bed.  —
plump,  grob:  klotzig,  condscali,  crass#s,  stupidus,
Inepfus  Frisch;  ein  klotziger  kerl;  ein  ungcheurer,
klotzger  pferdefusz  Hv  Kleist  zerbr.  Krug  11.

Klub,  m.  geschlossene  Gesellschaft;  Lehnwort  des  18.  Ih.
aus  engl.  elub  gleicher  Bed.,  zunächst  von  Verschworenen,
Spießgesellen:  in  diesem  bause  ist  also  der  club  der
verschwornen  Goethe  Bürgergen.  12;  im  kabinet  und
bei  verschlosznen  thüren  durch  einen  klubb  von  räthen
und  prülaten  Schiller  5,  35;  gewöhnlich  als  Vergnügungsgesellschaft:
  so  eine  art  von  club,  ein  zeitvertreib
  im  winter  Kotzebue  Freim.  1;  auch  =  Ort
und  Teilnehmer  einer  geschlossenen  Gesellschaft:  der  klub
ist  in  diesem  hause;  heute  versammelt  sich  der  klub.

Kluft,  f.  1)  Spalte,  Riß,  Abgrund;  mhd.  mnd.  klutt,
zum  Verbum  kheden  (s.  d.)  gehörig,  eigentlich  Handlung
  des  Spaltens,  Spaltung  bezeichnend,  in  örtliche
Bed.  übergegangen,  —  Erdspalt,  Felsenriß:  8
rina,  cluft  Dief.;  ehasma,  ein  kluft  oder  groszer

25

Klosterpforte  —Kluft.