Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1821. (12)

.  118.  Unbestimmte  Holzungsgerechtigkeiten  zum  Verkauf  sind  nach
dem  in  den  letzten,  der  Einleitung  der  Auseinandersetzung  unmikrelbar  vorhergehenden
  zehn  Jahren,  im  Durchschnitt  verkauften  Betrage  zu  bestimmen.

&.  0.  Unbestimme  Holzungsgerechtigkeiten,  die  sich  auf  das  Bedürfniß
  erstrecken,  sind  nach  dem  Gutachten  Sachverständiger  auf  eine  jährliche
  Quamität  zu  bringen.

#.  120.  Bei  der  Abschätzung  des  Bauholzbedarfs  ist  nicht  allein  die
erste  Instandsetzung  der  Gebdude  und  die  gewöhnliche  Unterhalrung,  sondern
auch  die  mögliche  Beschädigung  derselben  durch  Feuer  zu  berücksichtigen.  Sind
die  Gebäude  des  berechtigten  Guts  bei  einer  Feuersozietät  versichert,  so  wird
die  Feuersgefahr  nach  dem  Durchschnitt  der  in  den  letzten,  der  Einleitung  der
Auseinandersetzung  unmittelbar  vorhergehenden  zehn  Jahren  gezahlten  Feuer-Sozietätsbeiträge
  angeschlagen.  Sind  sie  aber  nicht  versichert;  so  bleibt  es
dem  Ermessen  der  Sachverständigen  überlassen,  die  Beiträgesätze  derjenigen
Feuersozietät,  deren  Erfahrungen  auf  den  gegebenen  Fall  vorzugsweise  Anwendung
  finden,  bei  deim  Anschlage  zum  Grunde  zu  legen.  Beträgt  also  zum
Beispiel  nach  dem  Durchschnitt  der  jährliche  Beitrag  1  Prozent  der  Versicherungssumme,
  und  der  Werth  des  Holzes  in  den  Gebäuden  nach  dem  Einkaufspreise
  1ooo  Thaler,  so  belauft  sich  der  Anschlag  der  Feuersgefahr,  auf
5  Thaler  jährlich.

5.  I21.  Sind  Gebäude  der  Zerstörung  oder  der  Beschädigung  durch
die  Gewalt  des  Wassers  ausgesetzt,  so  ist  auch  noch  für  diese  Gefahr  eine
verhältnißmäßige  Summe  dem,  nach  &.  120.  auszumittelnden  Betrage,  hinzuzurechnen,
  welche  von  Sachverständigen,  nach  der  Größe  der  Gefahr,  zufolge
  der  bisherigen  Erfahrung,  zu  bestimmen  ist.

h.  122.  Die  Gefahr  der  Beschädigung  durch  Sturm  wird  bei  dieser
Ausmittelung  nicht  berncksichtigt,  indem  sie  durch  die  Gefahren,  welchen  der
Wald  ausgesetzt  war,  ausgeglichen  wird.

&.  123.  Wenn  der  Holzungsberechtigte  wegen  Unzulänglichkeit  des
Waldes,  oder  seiner  Bestände,  nach  den  Vorschriften  des  Allgemeinen  Landrechts
  Theil  I.  Tirel  22.  §F.  226  und  227.  sich  eine  Einschränkung  in  der  Benutzung
  seines  Rechts  gefallen  lassen  muß;  so  wird  mit  Racksicht  auf  die
Dauer  dieses  Zustandes  nach  dem  Ermessen  der  Sachverständigen  ein  verhältnißmäßiger
  Theil  von  der  Abfindung  gekürzt.

&.  124.  Ist  der  Holzberechtigte  auf  eine  gewisse  Holzart  eingeschränkt,
so  kann  seine  Abfindung  in  der  Regel  nur  nach  dem  Bestande  dieser  Holzart
zur  Zeit  der  Auseinandersetzung  bestimmt  werden.

#.  125.  Ist  jedoch  diese  Holzart  ganz  ausgegangen,  oder  erheblich
vermindert,  und  der  Eigenrhümer  zur  Wiederanpflanzung  derselben  verbunden;
so  ist  die  Abfindung  nach  dem  Umfange  des  Rechts,  mit  Rücksicht  auf  den,

nach