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Deutschlands seine Anordnungen treffen darf, wird auf 7100 qkm angegeben.
Die ganze Provinz ist etwa halb so groß wie das Königreich
Preußen. .
Deutschland hat sich für diesen Schritt der Zustimmung der be—
teiligten Mächte versichert, die ihrerseits ähnliche Abtretungen sich erwirkten.
Rußland erhielt Liautung, die Bucht von Talienwan mit Port Arthur,
welche es inzwischen wieder nach einem fürchterlichen Kriege an Japan
verloren hat; England erhielt Weihaiwei, Frankreich die Kwangtschoubucht
und das Vorkaufsrecht auf die große Insel Hainan. Die Zahl der Vertragshäfen
stieg von 25 auf 28.
China hat durch diese Pachtverträge mit den europäischen Mächten
den Vorteil, daß seine Integrität gewahrt und seine mineralischen Schätze,
in Schantung z. B. die reichlichen Kohlenlager, endlich aufgeschlossen
werden. Aus eigener Energie und Initiative scheint es das nie erreichen
zu können, da indolente, anpassungsunfähige Volksmassen seiner Entwicklung
entgegenstehen. Und diese, verbunden mit ihrem Anhang in
der Umgebung des jungen Kaisers, dessen Willen durch die fremdenfeindliche
Kaiserin-Mutter vollständig lahmgelegt wurde, sind es denn
auch gewesen, die den im Sommer 1900 erfolgten Aufstand erregten,
welcher zur Niedermetzelung von Tausenden von chinesischen Christen, der
Ermordung unseres Gesandten Freiherrn von Ketteler in Peking, der
Belagerung der fremden Gesandtschaften und den danach ausbrechenden
Wirren führte, Ereignissen, die wir nachstehend ausführlich schildern
werden.
An unserem Besitzstand haben diese nichts zu schmälern vermocht.
Die Provinz, Schansi genannt, ist eine der dichtest bevölkerten des
Reiches der Mitte. Man schätzt ihre Bevölkerung auf 25 Millionen,
das sind 173 auf den qkm, gegen nur etwa 112 in Deutschland. Schansi
beherbergt. große Metall= und Kohlenschätze. v. Richthofen hielt diese
letzteren für so bedeutend, daß sie den Bedarf der gesamten Welt auf
Jahrtausende decken könnten. Dieser beträgt nach ungefährer Schätzung
zurzeit eiwa ½ Milliarde Tous jährlich. Über diesem Reichtum hocken
und verhungern die Chinesen. Sie essen das Gras, welches auf der
zum Teil zutage liegenden Kohle wächst, diese selbst lassen sie unberührt
oder tragen sie nur in kleinen Körben in die nächste Umgebung. Dabei
bezahlen sie einen enormen und teuren Kohlenimport, besonders aus Japan,
woher z. B. noch 1903 allein in Schanghai 700000 Tons neben nur