Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1868. (59)

Minderjährige  und  moralische  Personen  können  durch  ihre  gesetzlichen
Vertreter,  doboig  durch  ihre  uie  es  mitstimmen.  h  ihre  gesehlich

Wählbar  ist  jeder  Wiesengenosse,  der  den  Vollbesitz  der  bürgerlichen  Rechte
nicht  durch  rechtskräftiges  Erkenntniß  verloren  hat.

Im  Uebrigen  sind  bei  der  Wahl  die  Vorschriften  für  Gemeindewahlen
zu  beobachten.

Zur  Legitimation  des  Vorstandes  dient  das  vom  Bürgermeister  bescheinigte
  Wahlprotokoll.

S.  7.
Der  Wiesenvorsteher  ist  die  ausführende  Verwaltungsbehörde  des  Verbandes
  und  vertritt  denselben  anderen  Personen  und  Behärden  gegenüber.
Er  hat  insbesondere:

a)  die  Ausführung  der  gemeinschaftlichen  Anlagen  nach  dem  festgestellten
Bewässerungsplane  mit  Hülfe  des  vom  Vorstande  erwählten  Wiesenbaumeisters
  zu  veranlassen  und  dieselbe  zu  beaufsichtigen;  «

b)  die  Beiträge  auszuschreiben,  die  Zahlungen  auf  die  Kasse  anzuweisen
und  die  Kassenverwaltung  zu  revidiren;

c)  die  Voranschläge  und  Jahresrechnungen  den  Wiesenschöffen  zur  Fest.
stellung  und  Abnahme  vorzulegen;

d)  den  Wiesenwärter  und  die  Unterhaltung  der  Anlagen  zu  beausfsichtigen
und  die  halbjährige  Grabenschau  im  April  und  November  mit  den  Wiesenschöffen
  abzuhalten

e)  den  Schriftwechsel  für  den  Wiesenverband  zu  führen  und  die  Urkunden
desselben  zu  unterzeichnen;  zur  Abschließung  von  Verträgen  ist  die  Zustimmung
  der  Wiesenschöffen  nöthig;

4)  die  Ordnungsstrafen  gegen  Mitglieder  des  Verbandes  wegen  Verletzung
dieses  Statuts  und  der  besonders  dazu  erlassenen  Reglements  bis  zur
Höhe  von  Einem  Thaler  festzusetzen  und  zur  Kasse  einzuziehen.

In  Behinderungsfällen  läßt  sich  der  Wiesenvorsteher  durch  einen  Wiesenschöffen
  vertreten.

S.  8.

Zur  Bewachung  und  Bedienung  der  Wiesen  stellt  der  Vorstand  einen
Wiesenwärter  auf  dreimonatliche  Kündigung  an,  dessen  Lohn  die  Generalversammlung
  der  Genossen  bei  der  Wahl  des  Vorstandes  ein  für  alle  Mal  bestimmt.
  Die  Wahl  des  Wiesenwärters  unterliegt  der  Bestätigung  des  Landrathes.
  Der  Wiesenwärter  ist  allein  befugt  zu  wässern  und  muß  so  wässern,  daß
alle  Parzellen  den  verhältnißmäßigen  Antheil  an  Wasser  erhalten.  Kein  Eigenthümer
  darf  die  Schleusen  öffnen  oder  zusetzen  oder  überhaupt  die  Bewässerungs-(r.

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