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Teil, d. h. auf die Erscheinung hat man es aber mit Erkenntnis zu
tun und hier gilt die Kategorie der Notwendigkeit, d. h. die Antithefis
der Antinomie. Bei der dritten Antinomie ist also sowohl die Behauptung
der Thesis als auch Antithesis möglich, je nach dem Standpunkt,
von dem man sie betrachtet.
In der vierten Antinomie handelt es sich um die höchste Bedingung
alles Veränderlichen, d. h. um die Weltursache als notwendiges
Wesen und hiermit um die unbedingte Existenz der Substanz selber.
Auch in der vierten Antinomie können sowohl die Behauptungen
der Thesis und Antithesis wahr sein, da das notwendige Wesen als
intelligibel außer der Reihe der Erscheinungen gedacht werden muß.
Betrachtet man die Seite der Sinnenwelt, so wird man finden, daß alle
Dinge als zufällig nur eine empirisch bedingte Existenz haben, was
aber nicht ausschließt, daß die ganze Reihe der Gesamtheit eine unbedingte
Existenz hat. Dieses Unbedingte ist intelligibel und kann als
transzendentaler Grund, d. h. als notwendiges Wesen gedacht werden.
Auch die letzten beiden Antinomien können als regulatives Prinzip
nur zeigen, daß unfere Vernunft das Intelligible nur als Grenzbegriff
gebrauchen kann und daß sie hierüber hinaus nur über eine
Möglichkeit aber nicht Wirklichkeit urteilen kann. Das Unbedingte der
vierten Antinomie überschreitet das Kosmologische der Ideen und führt
ins Übersinnliche und damit zum Ideal der reinen Vernunft überhaupt.
Die Lehre der Theologie vom Dasein Gottes, die sich angeblich
auf die Vernunft stützt, hat das Bestreben, die Idee vonsder Möglichkeit
eines Wesens aller Wesen derartig zu vergegenständlichen und zu einer
Wirklichkeit zu machen, daß sie unserem Begriff zugänglich ist.
Da in der Idee Gottes als das Wesen aller Wesen auch diejenige
der höchsten Realität liegt, von der die Beweise für das Dasein Gottes
der rationalen Theologie ausgehen, so untersucht Kant zuerst, was der
Vernunft von der höchsten Realität überhaupt zugänglich ist.
Kant geht davon aus, daß auch die Begriffe der Negarionen von
Realitäten abgeleitet sind, so daß die Realitäten gewissermaßen den
transzendentalen Inhalt zu der Möglichkeit aller Dinge und ihrer
durchgängigen Bestimmung enthalten. Den Gegenstand durchgängig
zu bestimmen, heißt: ihn mit allen Aussagen der Erscheinung vergleichen
und ihn dadurch bejahend oder verneinend vorzustellen. Für diese Bestimmung
haben wir nun in unserer Vernunft ein transzendentales
Substrat, das in diesem Sinne nichts anderes ist, als die Idee von einem
Unbeschränktsein der Realität, d. h. unser geistiges Ich ist selbst Beweis,
daß es etwas Wirkliches gibt, das über unsere Sinnenwelt hinausgeht.
In dem Unbeschränktsein der Rsalität und Homogenität der
Materie kann man hieraus eine solche für die Allheit herleiten und