thumbs : Historische Untersuchungen. Heft V. (5)

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mit  uns  und  wir  mit  ihnen  zu  des  Kaisers  Majestät  schickten  und
nach  Laut  der  Instruktion  werben  liefsen,  wir  hättens  wohl  ausgerichtet
  und  wären  nicht  übel  allhie  gewesen“.

Gewils  kamen  diese  Darlegungen  zur  rechten  Zeit,  um  die
Evangelischen  zu  warnen,  ihre  Forderungen  nicht  zu  hoch  zu
spannen  und  über  der  Form  die  Sache  selbst  nicht  zu  unterschätzen.
Doch  ist  nicht  zu  sagen,  wie  lange  sich  die  Verhandlungen  über
die  Instruktion  noch  hingezogen  und  zu  welchem  Ergebnis  sie  geführt
  haben  würden  '),  wenn  nicht  der  Erzherzog  abermals  in  den
Gang  der  Beratungen  eingegriffen  und  das  Verlangen  gestellt  hätte,
die  Reichshandlung  so  rasch  wie  nur  möglich  zum  Abschlufs  zu
bringen.

Es  war  diesmal  von  Ferdinand  wohl  nicht  darauf  abgesehen,
das  Werk  des  Reichstages  zu  stören  und  zu  hintertreiben.  Soweit
sich  erkennen  läfst,  hat  der  Infant  das  Gesandtschaftsprojekt  gebilligt,
  wenn  auch  wohl  nur  deshalb,  weil  ungünstigeren  Beschlüssen
dadurch  vorgebeugt  wurde.  Aber  ihm  brannte  in  Speier  der  Boden
unter  den  Fülsen.  Seitdem  am  13.  August  die  Nachricht  von  dem
Falle  der  Festung  Peterwardein  eingetroffen,  war  zu  gewärtigen,
dafs,  da  kein  Hindernis  den  Marsch  des  überlegenen  Feindes  aufhalten
  zu  können  schien,  alles  auf  den  Ausgang  einer  Feldschlacht
gestellt  werden  müsse.  Fiel  aber  diese  zum  Nachteil  des  Königs
Ludwig  aus,  so  war  Ungarn  verloren  und  niemand  vermochte  zu
sagen,  wieweit  dann  der  Türke  seine  siegreichen  Schaaren  vorstofsen
  werde;  die  Österreichischen  Erblande  schienen  seinem  Ein-1)

  U.a.  wurde  damals  vorgeschlagen,  wenn  ein  Generalkonzil  nicht  zu
erlangen  wäre,  so  solle  statt  einer  Nationalversammlung,  welche  nicht  für
befugt  gelten  könne,  die  Glaubensfrage  zu  lösen,  eine  internationale  Gelehrtenkommission
  gebildet  werden,  um  die  Glaubensfrage  zu  entscheiden  und  allerlei
Beschwerden  und  Mifsbräuche  abzustellen,  auch  die  neuen  Lehren,  deren  Verkündiger
  sich  ja  wiederholt  erboten  hätten,  an  geeigneter  Stelle  Rede  zu
stehen,  zu  prüfen.  Diejenigen,  welche  dann  die  Entscheidung  der  Kommission
nicht  annehmen,  solle  man  „ihres  Wohlgefallens  lassen  eigenem  Willen  nachfolgen“,
  in  der  Zuversicht  „andere  Fürsten,  Herren  und  Städte  möchten
durch  so  kurzen  Weg  all  ungerad  Mifsbräuche,  Irrtum  und  Zwietracht,  zuvoraus
  Verderbnis  der  Seelen  in  ihren  Landen  seliglich  vermeiden“.  Die
Kosten  aber  soll  man  auf  die  Geistlichen  legen,  weil  diese  die  Sache  vornehmlich
  angeht.  —  Dies  ist  der  Inhalt  eines  eigenen  Gutachtens  in  den
R.T.A.  des  Würzburger  Kr.  A.,  mit  der  Überschrift  „Consilium  Olitoris“;
in  verso  von  anderer  Hand:  „Bedenken  wie  ein  friedlicher  Abschied  von  dem
jetzigen  Reichstag  zu  Speier  genommen  möcht’  werden.“  Ohne  Datum.