Aummer 92 1
Wle#n n#3
Samstag, 28. April 1012
Allen, die in der Heimat zurückgeolieren sind,
drängte sich in diesen Tagen die Frage auf: Was
müssen die Kämpfer draußen sich sagen, wenn
die Landesgenossen in der Heimat ihnen aus
Frivolität die nötige Hilse verweigern? Denn
das war der Berliner Streik zum guten Teil;
nebstbei auch etwas Machtlitzel, um zu zeigen:
Alle Räder stehen still, wenn dein starler Arm es
wikl! Die Bezahlung ionnte den Grund des
Streiks nicht bilden, denn Tein Grofteil oder
Ausständigen bezieht 20 Ml. Tagesrerdienst und
mehr! Wievi'ele Taufende des handwerlüichen,
gewerblichen und gebildeten Mittelstandes reichen
in ihrem Einlommen nicht im Entferntesien
an diese Löhne heran! Um so unverantwertlick#er
ist das Vorgehen. Ein sold er Streil isl auch die
gewaltigste Schädigung der Arbeitersache für alle
Zukunft, denn darüber soll man sich nicht täuschen,
daß das deutiche Volk Abrechnung halten
würde mit jenen, welche die Mühen, Slirapazen
von so und so vielen Millionen verloren, das
Blut von so vielen Hunderttansenden umsonst
geflossen sein liesen, das Land jormii aus gewissenloser
Launc in? außerste Elend stienen.
General Gröner hat im Hauptausschuß des
Reichstages gesagt, es liegen Beweise dafür vor,
daß die Bewegung auch vom feindlichen Ausland
gefördert murde. (Gewiß, wir wissen,
daß das feindlicke Ausland sich an jeden
Strohhalm illammert, um daraus neue
Zuversicht für seine verzweiselnden Völler ab.
auleiten. Und gerade in diesen Tagen hat der
Parif jer „Figaro“ noch geschrieben: „Die Entente
habe besonderes Inleresse an den Ausständen
in Deutschland, da die Folgen sich bei
der militärischen Operation im deutschen cere
geltend macken müstten. Seollten sich die Streils
ausdehnen und verlängern, so würde die Mu-K.
Uitionsversergung. an der Front baldigst und
lich in Mitleidenschaft gerogen sein.“ Also
b- feindlidte Preise änß#ert ihre helle Freud:
über die deutsche Aus standelewegung und erwartet
daraus für sich die grösten Vorteile. Es
ist tief bedauerlich, das, es bei uns Leute gibt,
auf die der Feind in dieser Hinsicht seine Hoffnungen
bauen will. Das i#t für uns ein duniler
Pu#t in der Geschichte dieses Krieges.
Auch die SEingabe der Arbeiterorganisationen
verdient ernsteste Beachtung. Sie bringt Wünsche
vor, die den Ausföhrungen des Generals
Gröner im Reictag rielfach begegnen. Was
dem einen reckt in, ist dem anderen billig, jagle
der Chef des Kricgsamtes, und derhalb iann
man nur damit einverstanden zein, das auch auf
der anderen Seite nach dem Rechien geiehen
wird. Die Arbeiter haben jetzt schwere Pflichten
zu erfüllen, sie sollen aber auch n ihren Recklen
nickht verlürzt werden. Und an allen liegt
es, auch an den Behörden, vor allem in der
Ernêhrungsfrage nach Kraften n
lich ist. Triir dann n## die Auftiärung, wie ise
General Gröner wirnicht. in den breiten Massen
hinzu, dann wird icherlic; alies zum guten Ende
führen und der Matkel. der da oder dart in des
Reiches Schicfal Uunde sich vrormuagen lkennte,
wieder schwinden. Dann werden wmir sicher erreichen,
wonach u##r uns alle so sehr sehnen: einen
ehrenvollen, siegreicken und dauernden Frieoen.
Die Ausführungen des Generals Groner im
Hauptausschui der Reiche clage und seinen kraflvellen
Aufruf werden um in der nächiten Num—
mer vetöfsentlichen.
Die Arbeiterschafe und der Berliner
Streik.
Verlin, 28. April.
Die Arbe.lergaoDerchlands haben
als Antweri auf den Brief Hindenburgs
ein gemeinsames. Streiten= an den Chef des
Die zweite Fran.
Neman von An Seyffert-Klinger.
24) (Nachdruck verbsten.)
Eine Enterbte nannte sie sich, weil sie
Friedrich Vetzold geliebt hatte mu all der Glut
und Treue eines semen Hergens, in dem nie.
mals ein Zwiespalt
Pepold aber han, beese Liebe niemals ermidert,
er schätzte Beate hoch und mar ihr stets
ein aufrichtig ergehener Freund gewesen. Sein
Herz aber blicb ihr nerichlollen. auch dann, als
bder Tod ihm seine junge Frau ent ien hatte.
Dos war eine biltere Enttäuschung für
Beate gewesen, welche wohl noch immer gehofft
hatte, dereinst den Platz der Verstorbenen einzunehmen.
Es war ihr nicht leicht geworden, gänzlich
kn resignieren, und als sie doch endlich alle
Uünsche im innersten Herzensschrein begraben,
2 war die „Freude am Leben in ihr gebrochen
war der einzige Sonnenstrahl in
rem rebeten Dasein. Wie lelen aber kamn
He aina längeren Besu
Nun aber weilte sie hier, ’man hörte ihre
liebe Gümre das jüberheell Lachen, es waren
mtrtlia „ reudentunde
stisch richtete er sch wleder auf. Unter
lhrem To#en en lag Petzo (66 Briel. sie grih
danach und öffnete ihn lang
Freundin! EG Zeilen schreibe
Icd- u
bricht alles ũber mir in Die
E erdrückt mich. Ich habe das ber
il,
t
1 dem Bette. Sie lollte ihn
Kriegsamtes, Generalleutnant v. Gröner, gerichte.
Sie erlären sich darin mit dem leitenden Gedanken
des Hindenburgbriefes völlig. einverstanden
und sagen: „Arbeitseinstellungen in der gegenwärtigen
Stunde sind zu vermeioen. Die Erhaltung
der Sicherheit des Reiches steht an erster
Stelle. Nach allen Kundgebungen der Gegner
Deutschlands unterliegt es für politisch reife
Menscken keinem Zweifel, daß nicht eine Verminderung,
sendern nur eine Erhöhung der Wider-Uandstraft
Deutschlands uns den baldigen Frieden
bringen kann. W? diese politische Erlenmtnis
nicht vorhanden ist, sollle zum Mindesien
das Mitgefühl mit unseren an den Fronten
ilhr Leben einsehzenden Söhnen und Brüdern die
Arbeitnehmerschaft von Handlungen sern halten,
die geeignet find, die Kraft der Kämpfenden zu
lähmen. Nur ein herzloser und genifssenloser
Mensch 1# dazu raten, diesen d.e erforderlich en
V. -eteidigungomttiel zu versagen. Diese Aufsassung
beherrscht nach unserer innersten Ueberzeugung
auch die Bevöllerungslresse, die durch unsere
Organisat: onen vertreten werden. Unsererseits
wird alles geschehen, sie nicht nur zu erhalten,
sondern zu stärlen und eu erweitern.“
Schreiben sagt dann vom Berliner
„Von unverantworllicken Leuten iit,
Das
Streik:
lücklichermeise mit ganz vereinzeltem Erfolg, versucht
worden, die Arbei#t- einstellung der Waffenund
Munitionsarbeiter politischen Zwecken dienstbar
zu machen. Der Wunsch nach baldiger Beenrigung
des blutigen VBöllerringene isi, ebn wie
in anderen kriegführenden Längern, auch im
deutscken Volle groß. Er ist menschlich erilärlich
und verständlich. Das Beftreben, ein Mittel zu
sinden, die Beendigung des Krieges herbeizuführen,
beherrscht auch die arbeitende Bevölkerung.
Sedauerlich isl, daf einige, menn auch unbedentende
Kreise, dieses Mittel in einer Verweigerung
der Lerstellung der zur Landeererteidigung erferderlichen
Waffen erblicken. Solche Ideen hätlen
jedoch die bellagten Arbeitseichtellungen in
dem eingetretenen Umsang nickt herbeirühren
iönnen, menn nicht bestimmte Voraussetzungen
für die Mifstimmung in der arbeitenden Bevöllerung
vorhanden wären.“
Die Arbelterorganisationen gehen dann in
ihren Darle hungen näher auf diese Vorausjetzt
agen für die Mistztimmung ein. Als wesentlic,
ste üriee werden die „unzureichenden
Manahmen auf dem Gebiete der Ernährungspolität“
bezeichuct; gibt es doch „immer noch ver-Pnuitemasig
grorz: Mengen wichtiger Nahrungemittel
auserhalb der Nationierung, jedoch
nur zu Preifen, die ven der erwerbsläligen Beröllerung
nicit be ahlt uerden lönnen“. Das
koala u. diese Nal rungomittel reillz3#zu ersas.
· handle-Itan den Aulal zu den Arl
tcslsalbnirden
«qc«tcllts11«UkaZ-mh·-men
u t der nöt arse uno Nücksichls-I#ziglen
d durzs, eeführt. üuer den“. Weiter werden
aufgezähl: zärei ende Entlohnung, unnötige
Härten bei se urc füh rung des Hilfsdienitg:-setzes,
Tünchränkung und Besektigung der Rechte
der Arbeiler und Behandlung der Arbeitnehmer.
„Dier eine Aenderung herbeizuführen, sollle sich
die Staats- und Heeresleitung nachorüclichst an-
die in i:
gelegen sein laisen“.
Mit der Bitie, von diesem Schreiben dem Generalfeldmarse
all v. Hindenburg Kenntnis zu
geben, heist c: dann zum Schluf: „Wir werden
immer Uieder hinmeisen, daß Diejenigen sich an
unjerem Vaterlande versundigen, ose durch willlürlicke
Lerabminderung der Lieferung von Verleidigungemitteln
die Wideritandskraft unseter
Truppen schwächen. Auf der anderen Zeite muß
aber auch alles getan werden, was erforderlich
die Leiflungsfähigkeit der Heimarmce zu erhalten.
Werden die Pflickten mit dem tiefen
Ernr, welchen die gegenwärtige Zeit sorder
stimmte Gefühl, als seien dies die lehten Wort
die ich Ihren je aihtreiten werde, ein ehnen
Lebewohl, aber auch eine legle, diingende:,
flehende rinte. Nehmen Sie Irmgard an Ihr
Herz, verlassen Sie das Kind nicht. In em
beifolgenden Palet befinden sich hunze#:t
Tausendmarlscheine — Irmgards Vermögen.
Bewahren Sie das Geld gut * Ilmen allein
kann ich es anvertrauen — verralen Sie
keinem, auch Irmgard einstweilen nichts von
dem Vorhandensein des Geldes, damit cs ihr
nicht geuommen wird. Ich will, daß Irmgard
im Besiz dieses Geldes bleibt. Lassen Sie
mich cs Ihnen lagen, teure Freundin, daß ich
den nahenden Tod fühle, meine Kraft ist gebrochen.
ich werde sterben Kür das, was Sie
mir und meinem Kinde ##i##sen sind, konnte
ich Ihnen mtemals genr#danen — möge
Gott Sie dafür lohnen. Las cun ich Ihnen
für all die mir bemiesene Anyaglichkeit und
Aufopferung noch nach meinem Tode eine
bittere Enttäuschung bereite, lso rechten Sie
nicht strenge, ver zeihen Sie mir. Nicht Undank
zegen Sie, nicht Pietätlosigkelt bestimmten mein
Handeln, sondern eine Verkettung von Umllanden,
denen gegenüber ich machtlos war.
Und lollten Sie mir doch zürnen, Beate,
lassen Sie es Jrmgard nicht entgelten, das orme
Kind, welches unter dem Druck des Unglücks
ohnehin schwer enug Zu leiden haben wird.
Verzeihen Sie — mnit dieser Bitte schride ich.
Bis ins alle Cwigkeit Ihr Schuldner — Usiedrich
old.“
Unnalürlich weit waren ben Au
öffnel, nachdem sie zu Ende
geschehen? Was bennete
beiden Füßen
en ce--
—
r mystsche Buess
z1 eic eich war sie aus
nlemals wiedersehen,
ron aun Seiten erfullt, so wird unser deutsches
Voll auch diese schwersten Wochen des furchtbaren
Weltkrieges bestehen.“
r7reEBP———
—
Berlin, 26. April.
Die auf Sonntag, 22. April, nach Berlin einberufen?
ause#errden#lich: Hauptrersammlung des
Vereins Deutscher Zeitungs- Verleger war aus
allen Teilen des Reichs sehr stark besucht.
Zu dem Punkte „Kriegswichtigkeit aller Zeitungebetriele“
teilte der Vorsitzende mit, daß
es bisher nur in einzelnen Korpsbezirken gelungen
sei, bei den zuständigen # riegsamtsstellen
die Erllärung aller Betriebe als kriegswichtig
durckanjetzen. Zur Beseitigung der dadurch herbeigeführten
ungleichmäaßigen Behandlung, die
im Gegensatz zu den gegebenen Jusagen steht,
nimmt die Versammlung einstimmig eine Entschlies
ung an, die sich gegen oie noch vielfach ersolgende
rüdsig islese Einziehung unersehlicher
Kräste des Zeitungsgewerbes nendet. Der Vorsiand
wird ausgefordert, mit aller Enischeedenheit
nochmals darauf hinzuwi#rlen, daß oie Zeilungen
nun endlich in allen Korpsbezirlen als
tiriegemichtig erllärt werden, damit das Zeitungsgewerbe
von der bei der Bedeutung seiner
vaterländischen Aufgabe doppelt schwer auf ihm
lastenden dauernden Beunruhigung befreit und
die —* terhaltung seiner Betricbe gesichert
werde.
Vescnders gründlich wurde die Papierfrage
erörtert, in Verbindung mit einer von den Gebilsen
neuerdings, geforderten auf erordentlich
hohen Lehnerhebung die schwerste Kriegosorge
der Zeitungsbetriele. Esser (Stuttgari) bedauerte
bie Zortdauer des Kelzwuchers unter den
Augen der Behẽrden; Lattmam, (Goslar) rügte
die Papierverschwendung, die in andern Jueigen
des Papiergemerdes rielsach noch getrieben
wird und die ausreichende Herstellung und Lieserung
veon Papierh alʒ verhindert; Krauß (Leipzig)
erklart für den Kreisverein Sachsen, daß
dieser eine Papierpreiserhöhung unter keinen
Umständen annehmen lonne. Es sei bitterer,
letzter Ernst, wenn die Jeitungen, die als fast
einuges Geurerbe jeinen Kriegegewinn aus der
Kriegelenjunkiur zögen, nun saglen: wir lönnen
nicht mehr. Landtageabgerrducter= Graef (Anllam)
beteme mit Schärse, jedes Verwauen zu
der Regierung muse schwinden, uenn das von
ihr, unter Geldopfern der Veorleger, geĩd, aĩfene
Srgan dos Papier verteuere, slatt es zu erbilligen.
Besonders die mittlere und lleine Proeimzpreise
erliege unter diesen Umstanden der
Konkurrenz der billigen, nich lapttallräftigen
Gre tastblätter. Der mehrfach geforderte gesetzlich:
Zwang zur # erilellung einer geuessen Men.
ge von Druckpapier ist, wie Müller (Berlin) ausführt,
in der Satung der Reicksstelle für Papierholz
bereits vorgeschen, aber bisher nicht
durd geführt, da man, wie Prof. Wollf (Dresden)
bemerkt, den Beck zum (Härtner gesetzt hat.
Es sprachn ferner Vensing (Dortmund), Dietzsch
(Schreriv, Dr. Korn (Breslau); alle forderten
ron dem V rstande die äußerste Entschiedenheit
gegenüber den Papierfabriten und angcsichts des
V ersagens der Reichestelle für Papierholz zu
zeigen. Die Aufforderung eines der Redner, im
Falle, daß das Gewerbe weriter von der Regierung
im Sticht gelassen werde, zur Durchsetzung
seiner bedrohten Interessen, die mit dem
grofen Interesse der Allgemeinheit zusammenfielen,
die aupeersten, letten gesetzlichen Mittel
u ergreisen, um endlich den um ihre Existenz rincenden
Zeitungsverkegern zur Erfüllung ihrer
berechuigten Jorderungen zu verhelfen, fand stürmisch
n Beifall. Die sehr lebhafte Aussprache
nach dessen Anblick sie mit ban ehnsucht
oerlangte ? . . .. Sicher weren # Angaben
übertrieben, aber er war allein und ratlos,
wer weiß, wozu ihn die Verzweiflung trieb!
So ganz ohne weiblichen tröstenden Zuspruch
zu sein, das ist sast immer verhängnisvoll
für einen Mann. Ob es ihr gelingen
würde, ihn gaufzurichten, ihm mieder Hoffnung
einzusiößen?
Aber wenn er sich in gewagte Spekulationen
eingebassen- große Berlufte erlitten
hatte, die zu decken eine Unmöglichkeit war?
eate besaß lein Vermögen, das Schloß
und ein paar Morgen Waldland gehörten ihr
allerdings. Beides aber durfte nach den Bestimmungen
der Familie weder veräußert noch
verpfändet werden.
dem Freunde durch Geldopfer
r##
allo aicht helien können, trotzdem sie ihr Herzbölut
dahingegee hätte, wenn es zu seinem
Heil gewesen w
Sie — 5i0 allein an, und je länger
sie nachdachte, um so mehr sank ihr Mut.
Ihr rowaren die Hände gebunden, sie konnte
alchts beginne
las en Brief noch einmal, und immer
8 Sran e sich ibr die Üeberzeugung aul,
ß Petzold . dein Einjlusse einer starken.
daß het Depression gehondelt, für sein Tun
uielleictt kaum verantwortlich gemacht werden
nn elie sie NMmsord noch mehr beunruhigen,
ihr den Brief zei
gen
Nein, dazu genn lle sich nicht entschließen.
Von unten klang die Stimme des Postboten
herauf, welcher Zeitungen und Briese
brachte. Da sprach auch Zrmaard.
gipfelte in einer instimmig angenommenen Entschliesung.
Sie stellt die große Eregung der
Zeitungsverleger über die drehende Papier
preiserhöhung gegenüber der SEndauenden Verschled
terung der Lage des Lewerbes fest und
verlangt, daß die Pspierhen stelle unter Zurückstellung
fiskalischer Onteressen und bel angemel:
sener Vertretung des Zeitun in ihrer
Geschäfloführung ien higenilschen Gründungszweck
dienstbar gemacht werde.
Unter den weiter angenommenen Anträgen
gilt einer, (von Wellf.Dresden gestellt), der Aufdequng
des Wuchers mit anderen Rohmaterialien,
insbesondere der Farde. Die Besprechung
der Lohnfrage wird, als zur Zuständigkeit des
deutschen Bud drucker-Vereins gehörig, ausgeschieden
und nur mitgeteilt, daß ganz außerordentlich
hohe Ferderungen von den Gehilfen erhoben
orde
66. Bersonalnachrichlen.
München, 26. April. Der König begeht am
28. April das 50 fährige Jubiläum als Inhaler
des 10. Infanlerie Regiments. Auf Wunich oes
Königs wird, mit Rücksid,t auf den „Krieg, u.nrt.
jeder bejonderen Feier abgesehen. E Eine Abordnung
der Armec und des 10. Infanterie-Regiments,
bie Freitag abend in Münckhen cintrifft,
wird dem König die Glückwünsche übermitteln.
Das 10. Regiment wird eine Erimerungsgabe
überreichen lassen.
——.
Cndshut, 26. April. Ein in einem hiesigen
Reservelgzarctt liegender schwerverwundeter Sol.
dat erhielt ein Münchner Pferdelos geschenkt.
Wrost war die Freude des Kriegers, als er erfuhr,
das Los sei mit 700 Mk. gez#gen. Der
zurzeit in Pilsting auf Urlaub weilende Unter
Effüier Gleiner laufte dart ein Münchner Pfer
Sies und machte damit den zweiten Haupttref
et.
Grafenau, 26. April. Gelegentlich einer mi
litärischen Nachschau wurden in einem Dorf im
bayerischen Walde versckiedene versteckte Sacken
gesunden; so hatte ein Bauer mehrere Weizen.
säcke unlterm Heu versteckt; ein anderer hatte für
1 Zeniner Butierschmalz den Misthaufen als sil
d res Versleck ####gesehen. In Simback fanden
Kinder in einem Jiegelofen 50 Säcke Getreice
rersteckt, der Besiher ist bekannt, das Getreide
beschlagnahmt.
Aürnberg, 26. April. Zu dem Explosions.
unglück in Fürth erfahren wir nock, das von den
in das Kranlenhaus eingelieferten Schwerverlen
ten 8 Frauen und 1 Mann gestorben sind. Die
Zahl der Opfer beläuft sich somit auf 52. Die
Ramen der Getöteten konnten bis jetzt noch nicht
sämtlich einwandfrei fesigestellt worden.
Niederaschau, 26. April. Einen merlwür—
digen Widerjpruch seiner Zwedbestimmung lei
siete sich der Verschönerungsverein Aschau, der
einem weiteren Kreise bekannt zu werden verdient.
An der Straße nach Bernau lieht eine
niedlicze Votivlapelle, über deren Dach eine
Linde „ibre herrliche Blätterkronc breitete undo
dem Landschaftsbild einen eigenen Reiz verlieh.
kat von Bienen fanden dort willkommene
Atzung, unsere Singvogelwelt willlommene Un.
terkunft und Schutz. Ihr reicher Blätterschmuck
scheint aber doch einem unstverständigen“ Nach.
bar im Wege gestanden zu sein, und so mußte,
wie man hört, auf Veranlassung des genannten
Verreins dessen eigenes Werk aus fruchtbarerer,
„Nichts für mich'?
Keme Karte, cgor
nichts
lein von Sassen nichts. ollte im Laufe de-Tages
noch Post für Sie eintrefien. so tomme
ich ag nbend mit heran. Das tue ich ger
Einer kuschlichrn. Zriusgel. ist nen
sicher. Gu halten Sie 9 Wor
„Gnädiges Fräulein ½ Wor tich darauf
verlassen. tönte es respektvoll zurück, „auch
obne das verheihene Trinkgeld würde ich cs
lun, schon Fräulein von Sassen zuliebe, die
stels — und hilfsbereit gegen unierein
Fein gütiges Lächeln erhellie Beates feinc.
wüasten Züge. Rasch trat sie in den Korridor
„Jruchen, sorg' doch, daß der Mann in
der Küche einm Frühstück bekommt, Bratenstulle
und Bier, bei dem rauhen Wetter kann er's
oll geschehen, Tanlichen!“ rief Irmgard,
und il solgte ihr der Siephansbote.
„Nachgerade lerne ich das Entsagen aus dem
Esseff.“ eit Beate, indem sie ihre Toiletie
veraowst mdigte. „Wenn man erst dahin gelangt
ist, r als höchstes Glück zu empfinden,
wenn man oen Fue bereiten kann, dann
muß doch wohl alles Weh und Leid aufhören.
Ich habe nobl, Grad der Selbstentäußerung
tzu erreicht; freilich, noch nicht ganz; ein wen i
ehnsucht 2 verborgenes Wünschen siah
a n en es tut noch bei jedem
Anleß weh dort innen.
Daß von Peßold kein Brlef, kelne Depesche
ekommen, war lhr im Grunde angenehm, sie
ette dergleichen befürchtet.
—.
Meein, hnädiges Fräulein, auch für Frän
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