320 Preußische Unterstützung des französischen Vorgehens in Nom.
angewiesen worden, seinen Bericht an den Dotschoster v. Werther zu adressieren, damit Aer
gegebenenfalls von dem Inhalt den französischen Minister in Kenntnis setzen könne. Indesfen
muhte Wertber nach dem Eingang des Arnimschen Berichts, in dem auf eine wesentlich schärfere
Jassung des französischen Schriftstücks gedrungen wurde, am 7. April melden, daß der Text
des Memoires bereits abgeschlossen sei.
Berlin, den 8. April 1870.
Text des französischen Schriftstückks heut durch Geldjäger an Sie abgegangen. Srei-
berr von Wertber glaubt nicht, daß öbre neuste Expedition eine Anderung bewirken könne.
Warquis von Banneville gsoll es in zwei Exemplaren mitnehmen, eins für den Kardinal,
eins für dos Konjil; wie letzteres übergeben werden soll ist mir unklar. Um den Schritt
Frankreichs unterstützen zu können, müssen wir abwarten, daß er ausgeführt wird. Erst
alsdann wird es Ew. pp. Aufgabe sein, dem Cardinal Antonelli unser Einverständniß mit
den von Grankreich in dem Schriftstück vertretenen Auffassungen des Verhältnisses zwischen
Kirche ulnd] Staat kundzugeben. Einige Redensarten des Memoirs passen natürlich nur
für Katholiken. Unfre Unterstücthung des französischen Schrittes muß natürlich innerholb des
MAaßes ulnd] der Form dieses Schrittes selbst bleiben ulnd) motivirt werden durch unsre
Sürsorge für den Kirchlichen ulnd] staatlichen Srieden unfrer katholischen Mitbürger-.
Graf Bray bat Graf TCauffkirchen ange wiesen, sich mit Shnen und dem österreichischen
Gesfandten über die Unterstützung bei dem Kardinal zu verständigen und hiervon den
MAinoritäts-Bischöfen Mitteilung zu machen. Graf Trauttmansdorff ist nach Münchener
Mitteilung von Graf Beust angewiesen, das französische Schriftstücke nicht zu adoptieren,
aber sich ihm zu allsoslieren".
Marquis Banneville sollte am 8. oder 9. von Paris abgehen.
1536. Schreiben an den Kronprinzen Frledrich Wilhelm.
[Reinschrift von der Hand des Vortragenden Aats Bucher.]
Berlin, den 8. April 1870.
Cuerer Königlichen Hobeit verfehle ich nicht untertänigst anzuzeigen, daß ich die auf
die panische Verfassung bezüglichen Papierer dem Fürsten von Hohenzollern übersandt habe
und den Legationsrat Bucher, welcher erst morgen expediert werden kann, anweisen werde,
dieselbeln) bei seiner Anwesenbeit in Düsseldorf-# zurückzuerbitten.
2 Die vier letzten Sätße eigenhändige Korrektur Bismarcks.
Die von Bismarck angeordnete preußische Unterstützung des franzssischen Schrittes erfolgte durch
ein Schreiben Arnims an Kardinal Antonelli vom 23. April. S. dessen Cext: Das Staatsarchio, XXIV,
212 ff. In einem Telegramm vom 27. April (Das Staatsarchio, VIII, 265) fragte Arnim an, ob er
nicht versuchen solle, gemöh einer Anregung des Vischofs von Orleans Dupaonloup, eine Audienz beim
Pap#st zu erlangen, um diesen mit Rücksicht auf die Lage der Dinge in Deutschland m einer Vertagung
des Konz#ils m bewegen. Indesfen erbielt er am 4. Mai durch Thile die Weifung: „Se. Majestät der
König dölt es nicht für angemessen, dah Sie nach Ihrem schon sebr starken Schreiben an den Kardinal
noch weitere Schritte bei dem Dapst tun, sondern will die Wirkung jenes Schreibens ruhig abwarten.“
Bismarck, der leit dem 14. April in Barnin weilte, wor an dieser Weisung nicht beteiligt.
1556. : Es handelt sich um elnen Abdruck der spanischen Berfassung vom 6. Juni 1869 nebst einer deutschen
1u über die Anwesenbeit Buchers in Düsseldorf. M. Busch, Tagebuchblätter, III, 222.