Full text : Deutsches Kolonialblatt. XXII. Jahrgang, 1911. (22)

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uUnter  Zurücklassung  seines  Gepäcks  und  von  acht
ungen,  nur  von  einem  Jungen  und  zwei  Buang-Eingeborenen
  begleitet,  weiter  in  nordnordwestlicher
  Richtung  vor.
reichen  Wamba-Eingeborenen,  die  mit  den  Buang-Eingeborenen
  in  Feindschaft  leben.  Die  letzteren
hatten  Richard  auch  vor  einem  Betreten  des
Gebiets  der  Wambaleute  gewarnt.  Richard  wurde
dann  von  den  Wambaleuten  trotz  Gegenwehr  erschlagen,
  mit  ihm  der  ihn  begleitende  Arbeiter
und  ein  Buang-Eingeborener.  Der  überlebende
Buang-Eingeborene  brachte  die  Kunde  zu  seinem
Platze,  worauf  die  Richardschen  Arbeiter  die  Habe
des  Getöteten  mit  Hilfe  der  Eingeborenen  zur
Küste  nach  Bussama  brachten.
Die  erneute  Ermordung  eines  Weißen  und
die  Rücksicht  auf  die  Küstenbewohner,  die  gerade

in  der  Gegend  des  Markham  in  ständiger  Furcht

vor  den  Überfällen  der  Hinterlandbewohner  leben,
machte  ein  energisches  Durchgreifen  gegen  die
Wambaleute  notwendig.

fuhr,  nahm  ich  den  Polizeimeister  Kraus  und
25  Soldaten  zur  Verstärkung  mit  und  marschierte
am  28.  Januar  mit  ihm  und  46  Soldaten  bei
Steinmetzspitze  ins  Herzoggebirge.  Dieses  wurde
in  seinen  verschiedenen  Höhenzügen  durchquert,
wobei  Höhen  von  zweifellos  über  1200  m  (Moosvegetation)
  überschritten  werden  mußten.  Am
31.  Januar  gelangten  wir  zu  den  Buangleuten,
mit  denen  wir  gleichfalls  freundschaftliche  Beziehungen
  anknüpften.
dann  unter  Zurücklassung  sämtlichen  Gepäcks  gegen
die  Wambaleute  vorgegangen.  Wir  waren  von

Er  stieß  hier  auf  die  zahl-Von

  Morobe,  wohin
ich  zur  Erledigung  anderer  Geschäfte  mit  „Gabriel“

Am  1.  Februar  wurde

 

über  vierhundert  mit  Speeren,  Pfeil  und  Bogen,
Holzschwertern  und  Schilden  bewaffneten  Buangleuten
  begleitet.  Als  wir  in  dem  Gebiet  der
Wamba  ankamen,  sammelten  sich  Scharen  von
Eingeborenen  in  den  Dörfern  und  führten  dort
Kriegstänze  auf.  Wir  rückten  bis  zu  einer  hohen
Bergkuppe  bei  dem  größten  der  Wambadörfer
vor;  dort  gingen  dann  die  Wambaleute  von  zwei
Seiten  in  langen  Reihen,  hinter  ihren  mannshohen
  Schilden  gedeckt,  direkt  zum  Angriff  gegen
uns  über.  In  fast  dreistündigem  Gefecht  wurden
sie  zurückgeschlagen  und  auseinandergetrieben.
Das  große  Wambadorf  wurde  unter  Feuer  genommen
  und  eingeäschert.  Die  Wambaleute  hatten
etwa  vierzig  Tote.  Die  befreundeten  Buangleute
  griffen  in  das  Gefecht  ein.  Stellenweise
kam  es  zu  einem  erbitterten  Nahkampf.  Die
Soldaten,  anfänglich  durch  die  Menge  der  Gegner
und  den  Einfluß  der  aufgeregten  Buangleute

unruhig  gemacht,  hielten  sich  nachher  sehr  tapfer.

Polizeimeister  Kraus  verdient  für  sein  ruhiges,
tapferes  Vorgehen  volle  Anerkennung.  Nach  insgesamt
  elf  Stunden,  während  der  wir  außer
etwas  wildem  Zucker  nichts  genossen  hatten,  gelangten
  wir  wieder  in  Buang  an  und  erreichten
nach  zwei  Gewaltmärschen  am  3.  Februar  die
Küste.  Nach  Angabe  der  Buangleute  ist  Richard
von,  den  Wambaleuten  begraben  und  nur  die
beiden  ermordeten  Schwarzen  sind  aufgefressen
worden.

Ob  die  Wambas  identisch  mit  den  Lae  Wambas
am  mittleren  Markham  sind,  konnte  nicht  mit
Sicherheit  festgestellt  werden.

 

Rolonialwirtschaftliche  Oitteilungen.

Beobachtungen  auf  einer  Reise  von  Campo  nach
Duala  (Kamerun).
Auszug  aus  einem  Bericht  von  Dr.  Fickendey.
Geologisches.
Hinsicht
vo
Es

das
n

 

 

läßt  sich  sicherlich  der  Boden  längere  Zeit  ohne  Zufuhr
mineralischer  Dünger  kulturfähig  erhalten.  n  geringerem

  Maße  finden  sich  Schwemmböden,  und  zwar

hauptsächlich  in  den  Überschwemmungsgebieten  der
größeren  Flüsse,  deren  Wert  für  landwirtschaftliche
Zwecke  naturgemäß  sehr  schwankt.  Neben  fast  sterilem
Sande  sind  schwere  Lehmböden  von  außerordentlicher
Fruchtbarkeit  vorhanden.

An  der  Küste  ist  es  auffallend,  daß  sämtliche  Flüsse
und  Bäche  nach  Norden  umgebogen  sind.  Die  Erscheinung
  ist  offenbar  auf  die  in  nördlicher  Richtung  verlaufende
  Küstenströmung  zurückzuführen,  die  das  aus- 



laufende  Flußwasser  mit  fortträgt.  Dieser  Bewegung

ist  zuzuschreiben,  daß  die  Brandung  von  dem  Südufer
aus  einen  sich  stetig  verlängernden  Sandwall  aufwirft,
so  daß  der  Fluß  schließlich  der  Strandlinie  parallel
eine  ganze  Strecke  nordwärts  fließt,  nur  durch  einen
Sandwall  von  der  Brandung  getrennt.  Der  Fluß  hat
nun  immer  die  Neigung,  in  die  alte  Richtung  zurückzukehren,
  er  wird  schließlich  das  Kuiestück  durchbrechen,
und  das  Spiel  kann  sich  dann  wiederholen.  In  der