Full text : Deutsches Kolonialblatt. XXVIX. Jahrgang, 1918. (29)

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Für  Messungen  außerhalb  des  Weichbildes  des  dienstlichen  Wohnsitzes  des  Vermessungsbeamten
  kommt  zu  dem  nach  I  bis  IV  berechneten  Gesamtkostenbetrag  noch  ein  Zuschlag  von
30  v.  H.,  welcher  die  Unkosten  für  Hin=  und  Rückreise,  Reisekosten  des  Landmessers  u.  a.  m.  decken
soll.  Wenn  die  tatsächlichen  Kosten  unter  30  v.  H.  bleiben,  so  kommen  nur  die  tatsächlichen  Kosten
in  Ansatz.

VI.  Der  Berechnung  der  Kosten  für  Grenzwiederherstellungen,  Grenzverlegungen,  Grenzbegradigungen
  werden  die  Größe  des  Grundstücks  und  die  Sätze  nach  1  bis  V  zugrunde  gelegt.
Der  hiernach  sich  ergebende  Gesamtbetrag  wird  im  Verhältnis  der  wiederhergestellten,  verlegten  oder
begradigten  Grenzstrecke  zum  Umfang  des  Grundstücks  ermäßigt.

Artikel  2.

"  Kommt  ein  Vermessungsantrag  nicht  zur  Ausführung  oder  muß  eine  angefangene  Messungsarbeit
  ohne  Verschulden  des  ausführenden  Landmessers  abgebrochen  werden,  so  wird  ein  den  Unkosten
und  der  wirklich  geleisteten  Arbeit  bzw.  der  auf  die  Messung  verwandten  Zeit  entsprechender  Kostenbetrag
  in  Rechnung  gestellt,  welcher  jedoch  den  Betrag  nicht  überschreiten  darf,  der  sich  nach  den
vorstehenden  Sätzen  ergibt,  wenn  die  Messung  zur  Ausführung  gekommen  wäre.

Artikel  3.

Die  Prüfung  und  Bescheinigung  der  nach  §  1  der  Verordnung  etwa  eingesandten  Messungsarbeiten
  durch  den  Gouvernementslandmesser  erfolgt  kostenlos.  Wenn  jedoch  eine  solche  Arbeit  noch
vervollständigt  oder  vor  ihrer  Verwendung  örtlich  geprüft  werden  muß,  so  wird  ein  der  ausgeführten
Arbeit  entsprechender  Teil  der  Kosten  nach  Art.  1  I  bis  VI  bis  zum  Höchstbetrage  von  drei  Vierteln
der  sich  hiernach  berechnenden  Gesamtkosten  in  Rechnung  gestellt.

Artikel  4.

Von  den  beim  Gouvernementslandmesser  vorhandenen  Karten  und  Besitznachweisungen
werden  auf  Antrag  Kopien  bzw.  beglaubigte  Auszüge  erteilt.

Hierfür  werden  folgende  Gebühren  erhoben:

a)  für  eine  einsache  Handzeichnung  auf  Pausleinwand,  Format  21  X  33  em,  eine  Mindestgebühr
  von  17,00  J.  Bei  Zeichnungen  größeren  Umfanges  wird  ein  der  Arbeitsleistung
  und  den  verbrauchten  Zeichenpapieren  und  Materialien  entsprechender  höherer
Betrag  in  Berechnung  gestellt;

b)  für  jede  angefangene  oder  volle  Seite  eines  Auszuges  aus  der  Besitznachweisung  2,00  J7.

Die  vorstehend  unter  a  und  b  aufgeführten  Sätze  können  überall  da  ermäßigt  werden,  wo
ihre  Anwendung  zu  einer  unverhältnismäßig  hohen  Bezahlung  führen  würde.

Buea,  den  24.  November  1908.

Der  Kaiserliche  Gonverneur.
Seitz.

VI.  Dienstanweisung  für  die  Vermessungsbeamten  des  Schutzgebiets  Kamerun.
§  1.  Die  Vermessungsbeamten.

Den  örtlichen  Verwaltungsbehörden  werden  nach  Bedarf  Vermessungsbeamte  (Landmesser")
und  Katasterzeichner"“)  durch  das  Gonvernement  zugeteilt.

Die  Vermessungsbeamten  sind  dem  Bezirksleiter  dienstlich  unterstellt  und  haben,  soweit  nicht
allgemeine  Vorschriften  des  Gonvernements  vorliegen,  deren  Anordnungen  auch  hinsichtlich  der  Art
der  Ausführung  ihrer  Arbeiten  —  von  rein  technischen  Fragen  abgesehen  (vgl.  §  13)  —  zu  befolgen.
  Letztere  Vorschrift  findet  keine  Anwendung  auf  die  Ausführung  von  Vermessungsarbeiten
für  Grundbuchzwecke.

Die  Vermessungsbeamten  dürfen  zu  anderen  als  Vermessungsarbeiten  nur  mit  Genehmigung
des  Gonvernements  herangezogen  werden.

Die  Landmesser  sind  die  dienstlichen  Vorgesetzten  der  ihnen  zugeteilten  Katasterzeichner.
Die  Unterstellung  erfolgt  durch  Verfügung  des  Gouverneurs  oder  des  Bezirksleiters.

*  Nach  der  Bekanntmachung  vom  4.  Februar  1914  Regierungslandmesser.
*“5)  Nach  der  Bekanntmachung  vom  4.  Februar  1914  Kataster=  oder  Vermessungsassistenten.