Volltext : Deutsches Kolonialblatt. XXVIX. Jahrgang, 1918. (29)

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ellc  existe  actuellement  dans  les  territoires  de
1  Association  Internationale  du  Congo,  et  de
nous  aAvoir  indiqué  les  conditions  d’'un  traité
entre  I'Allemagne  et  I'/Association.  Mes  propres
vues,  j  ai  été  heureux  de  le  constater,  s'’accordent
avec  celles  de  Votre  Altesse.  Je  me  sens
encouragé  par  IA  àA  Lui  demander  si  Ellc  ne
Ccroit  pas  qdue  le  moyen  le  plus  direct  et  le  plus

efficace  pour  arriver  à  lenr  commune  réalisation

serait  d’amener  avec  les  cabinets  de  Paris  et
de  Londres  une  entente  qui  aurait  pour  conséquence

  la  fondation  immédiate  et  definitive#

d’'un  Etat  indépendant  dans  I’Afrigue  Equatoriale.
  On  arriverait  d’'un  coup  à  une  solution
durable  et  qui  seule  pent  offrir  toutes  les
garanties  puisque  le  nouvel  Etat  serait  constitus

le  gardien  de  la  liberté  commerciale  sur  ses

territoires  et  que  le  maintien  de  son  existence
serait  attaché  à  la  fidlele  cCxécution  des  conventions
  qui  l’auraient  consacrés.  J’ai  l’entière
confiance  que  Votre  Altesse  qui  u  menc  à  bien
tant  et  de  si  gloriceuses  entreprises,  pourrait
faire  accepter  les  vues  à  cet  egard  par  les
Gouvernements  Français  et  Anglais  et  réEussirait.
ainsi  à  donner  une  assiette  stable  et  certaine
à  une  affaire  dui,  de  I’avis  aujourd’hui  général,
intéresse  à  un  égal  degré  le  commerce  et  la
civilisation.

C'’est  en  me  félicitant  bien  vivement  de
Iexcellente  occasion  due  Votre  Altesse  a  bien
voulu  me  fournir  de  me  rappeler  à  Son  bon
souvenir  duc  je  La  prie  de  croirc  toujours
à  ma  haute  et  particulière  considération  comme
à  ma  tres  sinco#re  amitié.

(s.)  I.Sopold.

Dieses  Handschreiben  enthielt  sich  jedes  Eingehens
auf  die  dem  König  durch  Erlaß  an  den  Grafen
Brandenburg  vom  4.  Juni  bekanntgegebenen  Bedingungen,
  unter  denen  Deutschland  weitere  Verhandlungen
  über  einen  Vertrag  mit  der  Gesellschaft
zu  führen  bereit  sein  würde.  Diese  waren:  die
Aufrechterhaltung  der  bestehenden  Handelsfreiheit  im
ganzen  Kongogebiet.  Ein  eventueller  Vertrag  müsse
daher  den  deutschen  Reichsangehörigen  die  gleichen
Rechte  und  Vergünstigungen  wie  den  eigenen  Angehörigen
  der  Gesellschaft  und  namentlich  in  betreff
des  Handels  nicht  nur  Meistbegünstigung,  sondern
freien  Handel  zusichern,  und  zwar  dergestalt,  daß  eine
Abtretung  von  Gebieten  der  Gesellschaft  an  eine
undere  Macht  —  mit  deren  Möglichkeit  man  in  Berlin
immer  noch  rechnen  zu  müssen  glaubte  —  nur  mit

 

dem  Vertrag  belastet  erfolgen  könne,  diese  Macht  also
mit  den  Rechten  der  Gesellschaft  auch  deren  Pflichten

gegen  Deutschland  übernehmen  würde.

deutlich  zu  äußern,  verlangte  der  König  in  seinem
Handschreiben  an  Bismarck,  daß  dieser  die  Initiative

bei  Frankreich  und  England  ergreife,  um  deren  Einverständnis

  zu  der  Begründung  des  beabsichtigten
unabhängigen  Staates  in  Acyuatorialafrika  herbeizuführen.

  Es  erging  daher  unter  gleichzeiliger  Mitteilung
  einer  Abschrift  des  obigen  Schreibens  des
Königs  ein  zum  Teil  von  Bismarck  selbst  entworfener
Erlaß  an  den  Grafen  Brandenburg,  in  dem  es  hieß:
„Bevor  unser  eigenes  Verhältnis  zu  der  Afrikanischen
Gesellschaft  durch  ein  bestimmtes  Vertragsverhältnis
des  in  dem  Erlaß  vom  4.  Juni  stizzierten  Inhalts
geregelt  ist,  fehlt  es  mir  an  einer  vom  Standpunkt  der
deutschen  Politik  gerechtfertigten  Veranlassung,  unsern
Einfluß  bei  den  anderen  Mächten  zugunsten  der
Afrikanischen  Gesellschaft  bzw.  eines  aus  ihrem  Besitz
zu  bildenden  Staatswesens  einzusetzen.  Es  ist  auch
fraglich,  ob  Schritte  in  London  und  Paris,  welche  für
das  Interesse  des  Deutschen  Rciches  an  der  Sache
Zeugnis  geben  würden,  deiselben  förderlich  oder
schädlich  sein  würden.  England  wie  auch
vielleicht  Portugal  versuchen  einstweilen  noch  für  den
Kongovertrag  mit  gewissen  Modifikationen  die  Anerkennung
  der  anderen  Mächte  zu  gewinnen.  Wenn
dies  wohl  schließlich  auch  ohne  Erfolg  bleiben  wird,
so  wird  gleichwohl  eine  diplomatische  Aktion,  welche
das  vollständige  Scheitern  der  Englisch-Portugiesischen
Bemühungen  zur  Voraussetzung  hätte,  mindestens
verfrüht  sein.  Hierzu  kommt,  daß  England  gerade  in
diesem  Augenblick  unseren  Interessen  an  der  westafrikanischen
  Küste  nicht  so  freundlich  gegenübersteht,
wie  wir  nach  der  Haltung  erwarten  durften,  die  wir
seit  Jahren  zugunsten  der  englischen  Politik  auf  allen
Gebieten  eingenommen  haben  und  wie  es  für  den
Erfolg  der  Vermittlung,  die  König  Leopold  von  uns
erwartet,  nötig  sein  würde.  Daß  Frankreich  willens
wäre,  eine  Vermittlung  in  der  angestrebten  Richtung
zu  übernehmen,  dafür  liegt  bisher  keine  Wahrscheinlichkeit
  vor.  Jedenfalls  würde  es  für  König  Leopold
leichter  als  für  uns  sein,  die  Französische  Regierung
hierüber  sondieren  zu  lassen,  zumal  die  Beziehungen
zwischen  der  Internationalen  Gesellschaft  und  Frankreich
  durch  ein  bindendes  Abkommen  bereits  geregelt
worden  sind.  Wollten  wir  diese  Sondierung  in  Paris
übernehmen,  so  würden  wir  hierdurch,  wenn  vielleicht
auch  nicht  bei  der  gegenwärtigen  Französischen  Regierung,
  so  doch  in  weiteren  Kreisen  Mißtrauen
erregen.  Wir  müssen  bei  Behandlung  solcher  Fregen
Frankreich  gegenüber  mehr  als  irgendein  anderes
Land  enge  Grenzen  beobachten,  wenn  wir  Mißdeutungen
  vermeiden  wollen,  welche  auf  unsere
Gesomtbeziehungen  zurückwirken  könnten.  König

Leoopold  ist  in  der  Lage,  derartige  Rücksichten  nicht

nehmen  zu  brauchen.“  Der  Gesandte  bekom  gleich
zeitig  den  Auftrag,  die  Angelegenheit  dem  König  in

dem  vorstehenden  Sinne  vertraulich  vorzutragen.
Statt  sich  nun  zu  diesen  Bedingungen  klar  und

Daneben  richtete  Bismarck  an  den  König  das
nachstehende  Antwortschreiben: