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lager bilden. — 3. Der Fliegenpilz ist in Laub- und Nadelwäldern gemein und
vermehrt sich bei feuchtwarmem Wetter mit ungeheurer Schnelligkeit. — 4. Er
ist giftig und wir hüten uns vor ihm. Seine unzählbaren Sporen durchziehen
die Luft. Die Sporen vieler kleiner Pilze sind jetzt als die Erreger ansteckender
Krankheiten, z. B. der Diphtheritis, des Typhus, der Cholera erkannt. Diese
Kleinpilze in Tausenden von Arten heißen Bakterien und sind die Veran—
lassung schwerer Seuchen. Zu solchen Zeiten muß jedermann vorsichtig sein und
die Anordnungen befolgen, die Arzte und Behörden gegeben haben. Frische Luft
und Reinlichkeit sind auch in diesen Zeiten die beste Medizin. Nicht so steht es
mit dem Wasser. Es ist meistens durch die hineingefallenen Bakterien vergiftet
und darf deshalb nur gekocht genossen werden. — 5. Einige Pilze enthalten viel
Nahrungsstoff und sind eßbar, z. B. der Steinpilz, die eßbare Morchel, der
Eierschwamm, der Pfefsee ü9, der Champignon u. v. a. Der letztere
4 ist am meisten geschätzt. Er hat einen weiß-
lichen oder blaßbräunlichen Hut, blaßrote
und später bräunliche Sporenblättchen und
wächst auf Wiesen und an Waldrändern im
Sommer und Herbst. Auch in Kellern und
Gewächshäusern wird er künstlich gezüchtet.
Beim Sammeln der eßbaren Pilze muß man
sich hüten, Gesundheit und Leben durch
Giftpilze zu gefährden. Die Unterschei-
dung zwischen eßbaren und giftigen ist
oft schwer. Verdächtig ist bei einem Pilze
ein widriger Geruch, Wechsel der Farbe an
einer Schnittfläche, besonders ins Blaue, ein
aussickernder Milchsaft, grelle Farben, schmie-
rige Oberhaut. Doch können diese Mittel
é&E 8t leicht trügen. Nur ein Mittel ist untrüg-
rr lich: Man muß die wichtigsten eßbaren
Piilze genau kennen, dann braucht man sich
um die giftigen nicht zu kümmern. Der
gelbrote Rost, der schwarze Brand und
das schwärzliche Mutterkorn im Getreide sind schädliche Nacktpilze. Auch
der Meltau im Getreide, die Fäule der Kartoffeln und Trauben, die Rot-
fäule der Bäume, der Rotz der Pferde, der Rotlauf der Schweine, die
Hühner-, Enten= und Krebspest u. v. c. Krankheiten der Tiere werden durch
Pilze verursacht. Die Hefenpilze erregen die Gärung von Flüssigkeiten. Die
vielen Schimmelarten sind Fadenpilze. Zu den Pilzen gehört der Haus-
schwamm, der ganze Wohnungen zerstört und die Luft mit seinen Sporen ver-
dirbt. Die Bauchpilze, z. B. die bekannten Boviste auf den Wiesen, sind
kugelig und mit einem braunen Pulver angefüllt. Zu ihnen gehört die wal-
nußgroße Trüffel in Wäldern, einige Zoll unter der Erde, die ein Leckerbissen
ist und von Trüffelhunden aufgespürt wird.
54. Die Tollkirsche. 1 1
1. Die Tollkirsche oder Belladonna, d. h. schöne Dame, ist eine gefährliche
Giftpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse. — 2. Die Wurzel
ist rübenförmig, der Stengel 1 m hoch, das Blatt eiförmig und ganzrandig Die
rößeren Blätter stehen in 2 Reihen wechselständig. Dazwischen in die breiten
Qüchn schieben sich kleinere als Deckblätter für Blüten und Fruchtstände. Weide-
tiere meiden die giftigen Blätter, aber ein Erdfloh frißt ohne Schaden Löcher
49. Fliegenschwamm.