Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1900. (84)

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v  Das  Bestellgeld  beträgt  für  jeden  Extrapostwagen  auf  jeder  Station  25  Pf.  Auf  anderen
Punkten  als  den  wirklichen  Stationen  wird  die  Bestellgebühr  nicht  erhoben.

VI  Für  das  Schmieren  eines  jeden  Wagens,  welcher  nicht  von  der  Post  gestellt  ist,  sind
25  Pf.  zu  zahlen.

vi  Für  die  Erleuchtung  mit  zwei  Laternen  werden  20  Pf.  für  jede  Stunde  der  vorschriftsmäßigen
  Beförderungszeit  erhoben.  Ueberschießende  Minuten  werden  für  eine  halbe  Stunde  gerechnet.
  Die  Erleuchtungskosten  müssen  stationsweise  von  den  Reisenden  vor  der  Abfahrt  mit
den  anderen  Gebühren  berichtigt  werden.

om  Wegegeld  und  sonstige  derartige  Abgaben  werden  nach  den  zur  öffentlichen  Kenntniß
gebrachten  Tarifen  erhoben.  Unentgeltlich  hergegebene  Mehrbespannung  kommt  bei  Berechnung
des  Wegegeldes  nicht  in  Betracht.

IX  Das  Postillonstrinkgeld  beträgt  ohne  Unterschied  der  Bespannung  für  jeden  Postillon
für  das  Kilometer  10  Pf.

X  Extrapostreisende,  welche  sich  am  Bestimmungsort  ihrer  Reise  nicht  über  6  Stunden  aufhalten,
  haben,  wenn  sie  mit  den  auf  der  Hinreise  benutzten  Pferden  und  Wagen  einer  Station  die
Rückfahrt  bis  zu  dieser  Station  bewirken  wollen  und  sich  vor  der  Abfahrt  darüber  erklären,  für
die  Rückfahrt  nur  die  Hälfte  der  nach  den  Sätzen  unter  31,  u.,  v  und  m  sich  ergebenden  Beträge,
mindestens  jedoch  für  die  ganze  Fahrt  die  Kosten  für  eine  Hinbeförderung  von  15  Kilometern  zu
entrichten.  Eine  Entschädigung  für  das  sechsstündige  Stilllager  des  Gespanns  und  des  Postillons
ist  nicht  zu  zahlen.  Zwischen  der  Ankunft  und  dem  Antritte  der  Rückfahrt  muß  den  Pferden  eine
Ruhezeit  mindestens  von  der  Dauer  der  einfachen  Beförderungsfrist  gewährt  werden.  Will  der
Reisende  auf  der  Rückfahrt  eine  andere  Straße  benutzen  als  auf  der  Hinfahrt,  so  wird  die  ganze  Fahrt
als  eine  Rundreise  angesehen,  auf  welche  die  vorstehenden  Bestimmungen  keine  Anwendung  finden.

XI  Reisende  können  durch  Laufzettel  Extrapostpferde  vorausbestellen.  Die  Wirkung  der
Pferdebestellung  beschränkt  sich  auf  24  Stunden,  für  welche  der  Reisende  auch  bei  unterbliebener
Benutzung  der  Pferde  nur  das  Wartegeld  zu  zahlen  hat.  In  dem  Laufzettel  muß  Ort,  Tag  und
Stunde  der  Abfahrt,  die  Zahl  der  Pferde  und  der  Reiseweg  mit  Benennung  der  Stationen  angegeben,
  auch  bemerkt  werden,  ob  die  Reise  im  eigenen  Wagen  erfolgt  oder  ob  ein  offener,  ein
ganz=  oder  halbverdeckter  Stationswagen  verlangt  wird  sowie  ob  und  mit  welchen  Unterbrechungen
die  Reise  stattfinden  soll.  Der  Laufzettel  ist  von  dem  Reisenden  abzufassen  und  zu  unterschreiben.
Ist  der  Reisende  nicht  am  Orte  ansässig  oder  sonst  nicht  hinlänglich  bekannt,  so  muß  er  seinen
Stand  und  Wohnort  angeben.  Für  die  Beförderung  des  Laufzettels  mit  den  Posten  ist  eine
Gebühr  nicht  zu  entrichten.

XI  Jeder  Extrapostreisende,  welcher  sich  an  einem  unterwegs  gelegenen  Orte  länger  als
eine  halbe  Stunde  auphalten  will,  ist  verpflichtet,  hiervon  der  Postanstalt  vor  der  Abfahrt  Nachricht
  zu  geben.  Dauert  der  Aufenthalt  über  eine  Stunde,  so  ist  von  der  fünften  Viertelstunde
an  ein  Wartegeld  von  25  Pf.  für  Pferd  und  Stunde  zu  entrichten.  Ein  längerer  Aufenthalt  als
24  Stunden  darf  nicht  stattfinden.

xm  Wenn  von  vorausbestellten  Pferden  nicht  zu  der  angegebenen  Zeit  Gebrauch  gemacht
wird,  so  ist  für  Pferd  und  Stunde  ein  Wartegeld  von  25  Pf.