Metadata : Historische Untersuchungen. Heft V. (5)

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schläge  schlüssig  gemacht,  so  war  auch  damit  noch  nicht  viel  gewonnen,
  da  man  dann  erst  mit  den  Kurfürsten  und  etwa  auch  mit
den  Städten  sich  zu  benehmen  hatte,  die  vielleicht  mit  ganz  anderen
  Vorschlägen  kommen  mochten.  War  einmal  die  ursprüngliche
  Absicht,  wie  sie  in  dem  Beschluls  vom  26.  Juni  hervortrat,
ohne  Ausschüsse  zu  verhandeln,  aufgegeben,  so  empfahl  es  sich
ohne  Zweifel,  einen  ständischen  Gesamtausschufs  aus  allen  Kurien
mit  der  Vorberatung  der  dem  Reichstage  vorliegenden  Materien
zu  betrauen.  In  der  That  scheinen  die  Fürsten  den  Kurfürsten,
denen  sie  am  6.  Juli  von  den  Beschlüssen  des  vergangenen  Tages
Anzeige  machten  '),  alsbald  angelegen  zu  haben,  durch  Hinzugabe
einer  Anzahl  kurfürstlicher  Vertreter  dem  fürstlichen  Ausschufs
einen  allgemeineren  Charakter  zu  verleihen.  Die  Kurfürsten  zogen
den  Vorschlag  in  Erwägung,  und  eine  fürstliche  Relation  meldete
am  9.  Juli,  sie  hätten  eingewilligt,  vier  Deputierte  zu  dem  fürstlichen
  Ausschuls  hinzuzuverordnen?).  Allein  schliefsliich  kam  es
doch  nicht  dazu.  Sicherlich  sprach  da  wieder  die  Eifersucht  der
ersten  Kurie  mit;  die  Kurfürsten  besorgten,  ihrer  Autorität  etwas
zu  vergeben,  wenn  sie  sich  einfäch  dem  Vorgehen  der  Fürsten  anschlossen
  und  deren  Initiative  somit  anerkannten®).  Dazu  kam
aber,  dafs  man  sich  nicht  darüber  einigen  konnte,  ob  man  den
Städten  in  dem  Ausschuss  Vertreter  bewilligen  solle  oder  nicht.

Am  10.  Juli  wurde  auf  kurfürstlicher  Seite  über  diese  Angelegenheit
  verhandelt,  freilich  nur  von  den  Räten*).  Die  Herren,
nämlich  die  anwesenden  drei  Kurfürsten,  dazu  der  Erzherzog  und
viele  Fürstlichkeiten,  entfernten  sich  aus  Speier,  um  für  ein  Paar

ı)  N  zum  6.  Juli,  a.  a.  0.  S.  307.
?)  Die  Neuburgische  Relation  von  diesem  Tage.

%)  Dafs  die  Kurfürsten  die  anderen  Stände  lenken  wollten,  schrieb  Pack
an  Herzog  Georg  in  einem  Briefe,  von  dem  allerdings  nur  die  Inhaltsangabe
  und  kein  Datum  erhalten  ist;  derselbe  gehört  aber  in  diese  Zeit;  es  ist
davon  die  Rede,  „wie  die  Question  der  Session  geortert*  (7.  Juli,  s.  0.)  und
dafs  „die  Kurfürsten  keinen  Ausschufs  willigen  wollen“.

*)  Am  9.  fanden  Vorberatungen  des  Kurfürsten  von  der  Pfalz  mit
seinen  Räten  statt,  s  M  zu  diesem  Datum.  Hier  war  man  für  die
Bildung  eines  Gesamtausschusses,  welcher  die  Verhandlungen  beschleunigen
und  aufserdem  eine  freiere  Aussprache  auf  allen  Seiten  ermöglichen  würde,
wenn  nämlich  die  Verordneten  unter  sich  verhandelten  und  keine  störende
Rücksicht  auf  die  fürstlichen  Personen  zu  nehmen  hätten.  Im  Interesse  der
Beschleunigung  und  Vereinfachung  der  Sache  war  man  auch  pfälzischerseits
für  die  Heranziehung  der  Städte  zum  Ausschuls.

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