Volltext : Propaganda als Machtinstrument.

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Mann,  kriszepelun  en  wurde.  Die  Stadt
P.  mußte  200  Mill.  Frank  Kontribution
zahlen.  Am  29.  Jan.  wurden  die  Forts
von  den  Deutschen  besetzt,  und  sofort  begann
  die  Verproviantierung  der  Stadt.

der  Abschluß  der  Friedenspräliminarien
  sich  über  den  dreiwöchentlichen  Waffenstillstand
  hinaus  verzögerte,  so  forderte
Bismarck  26.  Febr.  als  Bedingung  der
Verlängerung  desselben  die  Besetzung  des
westlichen  Teils  von  P.  bis  zum  Abschluß.
Dieselbe  erfolgte  auch  1.  März  mit  30,000
Mann,  hörte  aber  nach  Genehmigung  der
Friedensbedingungen  durch  die  Nationalversammlung
  in  Bordeaux  2.  März  wieder
auf.  Schon  infolge  der  Präliminarien
wurden  die  Forts  auf  dem  linken  Seineufer
von  den  Deutschen  geräumt,  die  im  Norden
und  Osten  der  Stadt  blieben  bis  zur  Unterwerfung
  des  Kommuneaufstands  besetzt.
Vgl.  Heyde  und  Fröse,  Geschichte  der
Belagerung  von  P.  (1874—75,  3  Bde.).

Passan,  ehemals  ein  reichsunmittelbares
  Bistum  im  bayr.  Kreis,  wurde
738  begründet,  indem  der  Bischofsitz  von
dem  zerstörten  Lorch  nach  P.  verlegt  wurde.
Das  später  errichtete  Erzbistum  Salzburgbeanspruchte
  Metropolitanrechte  über
P.,  was  dessen  Bischöfe  beharrlich  verweigerten.
  Doch  wurde  das  Bistum  erst
1728  unmittelbar  dem  päpstlichen  Stuhl
unterstellt.  Im  17.  Jahrh.  hatten  mehrere
Erzherzöge  von  Osterreich  nacheinander
das  Bistum  inne.  1803  wurde  es  säkularisiert,
  und  sein  Gebiet,  das  nördlich  der
Donau  gelegen  war,  fiel  an  den  Großherzog
  von  Toscana,  nachherigen  Kurfürsien
  von  Salzburg;  nur  die  Stadt  P.  und
die  Festung  Oberhaus  (bei  Passau)  kamen.
an  Bayern.  Letzteres  erwarb  erst  1805
das  ganze  Fürstentum  P.,  das  etwa  so  groß
als  das  heutige  Fürstentum  Schwarzburg=Rudolstadt
  war.  Durch  das  Konkordat
von  1817  wurde  das  Bistum  wiederhergestellt
  und  dann  der  Erzdiözese  München-Freising
  überwiesen.

P.  historisch  denkwürdig  durch  den
Passauer  Vertrag  zwischen  den  katholischen
  und  evangelsschen  Reichsständen.
Derselbe  wurde  durch  die  Erhebung  des
Kurfürsten  Moritz  von  Sachsen  gegen  Kaiser
  Karl  V.  veranlaßt  und  auf  dem  Fürsten-3.



Passau  —  Paulus  Diaconus.

tag  zu  P.  im  Juni  1552  mit  dem  König
Ferdinand  abgeschlossen.  Der  Vertrag  hatte
nur  bis  zu  endgültiger  Regelung  der  kirchlichen
  Angelegenheiten  auf  einem  Reichstag
  Geltung,  gewährte  den  Bekennern  der
Augsburgischen  Konfession  Religionsfreiheit,
  beseitigte  das  Augsburger  errim
und  gab  den  gean  enen  Fürsten  Johann
riedrich  von  Sachsen  und  Philipp  von
ssen  die  Freiheit.  Der  Kaiser  erteilte  15.
Aug.  die  Bestätigung  (s.  Augsburger
Raligionsfriede  .
Paimmalgechtsbnrkeit(Ekb-,
Guts-,  Privatgerichtsbarkeit),  die
ehedem  mit  dem  Besitz  eines  Guts,  namentlich
  eines  Ritterguts,  verbundene,
auf  alten  Privilegien  beruhende  Befugnis
zur  Ausübung  der  Rechtspflege  über  die
Hintersassen.  Der  Guts=  oder  Gerichts-F
  übte  sie  durch  den  Gerichtshalter
Justitiarius)  aus.  Schon  die  deutschen
Grundrechte  von  1848  wollten  die  P.  bes
  eitigen  zinvielen  deutschen  Staaten  wurde
dieselbe  ausdrücklich  aufgehoben  und  1877
auch  durch  das  Gerichtsverfassungsgesetz
für  das  Deutsche  Reich  abgeschafft.
Panlus  Diaconus,  Sohn  Warnefrids,
langobardischer  Esschichtschreiber,  eboren
um  730  in  Friaul  aus  edlem  Geschlecht,
ward  am  Hof  des  langobardischen  Königs
Ratchis  zu  Pavia  erzogen  und  hielt  sch
wahrscheinlich  auch  unter  dessen  Nachfolgern
  am  Gniglichen  Hof,  dann  bei  ##
richis  von  Benevent,  dem  Gemahl
langobardischen  Königstochter  Adelperga,
auf.  Für  diese  schrieb  er  781  seine  =  Römische
  Geschichte  („Historia  romana-,
1879  von  H.  Droysen  in  den  „Monumenta
  Germanise  bistorica“  herausge-Eeng
  Sie  ist  eine  Bearbeitung  älterer
eschichtswerke  und  reicht  bis  auf  Justinian.
  Hierauf  trat  er  als  Mönch  in  das
Kloster  Monte  Cassino  in  Kampanien,
begab  sich  aber  781  auf  den  Wunsch
Karls  d.  Gr.  an  dessen  Hof,  wo  er  als  Gelehrter
  und  Lehrer  mit  Erfolg  wirkte  und
eine  Bistumsgeschichte  von  Metz  (’Gesta
episcoporum  Mettensium,  in  den-Monumenta
  Germaniese  historica.Script.II.
grausgegrber  schrieb.  787  kehrte  er  nach
Monte  assiuo  urück  und  Lechfte  sein
Hauptwerk,  die  Langobardische  Geschichte-