Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen auf das Jahr 1908. (92)

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88.

Brillen,  Bruchbänder,  Bandagen,  künstliche  Glieder,  orthopädische  Apparate
und  sonstige  Heilmittel,  die  einem  die  Anstalten  verlassenden  Kranken  als  zu  seinem
Fortkommen  unbedingt  nötig  mitgegeben  werden  müssen,  sind  von  diesem  selbst  oder
von  der  für  ihn  zahlenden  dritten  Stelle,  von  Berufsgenossenschaften,  Invalidenversicherungen
  und  Krankenkassen  aber  nur,  soweit  deren  gesetzliche  Verpflichtung

sich  erstreckt,  zu  ersetzen.
§  9.

Die  Aus=  und  Zufertigung  der  Rechnungen  über  das  Kur=  und  Verpflegungsgeld
  und  die  daneben  noch  zu  erstattenden  besonderen  Aufwände  (8  6)  erfolgt,  wenn
der  Aufenthalt  eines  Kranken  nicht  über  3  Wochen  dauert,  bei  seiner  Entlassung,
bei  längerem  Aufenthalte  regelmäßig  alle  3  Wochen.  Zur  Bezahlung  der  Rechnung
wird  eine  zweiwöchige  Frist  gewährt.  Die  Beteiligten  haben  das  Recht,  auf  Feststellung
  einer  Kostenrechnung  bei  dem  Verwaltungsdirektorium  der  Großh.  Landesheilanstalten
  in  Jena  anzutragen.  Gegen  die  Feststellung  des  Verwaltungsdirektoriums
findet  Beschwerde  an  das  Großherzogliche  Staatsministerium,  Departement  des
Innern,  statt.  Weder  der  Antrag  auf  Feststellung  noch  die  Beschwerde  gegen  die
erfolgte  Feststellung  haben  aufschiebende  Wirkung.

8  10.
Die  Pflichten  eines  Verwahrers  im  Sinne  der  §§  688  und  700  des  Bürgerlichen
  Gesetzbuches  übernehmen  die  Verwaltungen  der  Anstalten  nur  für  solche  Gegenstände,
  die  den  zuständigen,  in  den  Hausordnungen  zu  benennenden  Angestellten

zur  Verwahrung  übergeben  worden  sind.

8  11.
Besuche  bei  Kranken  unterliegen  den  durch  die  Hausordnungen  festgesetzten
Voraussetzungen  und  Einschränkungen.  Ganz  verweigert  kann  der  Besuch  eines
Kranken  dann  werden,  wenn  davon  erhebliche  Nachteile  für  dessen  Zustand  zu

befürchten  sind.
8  12.

Mit  dem  1.  Oktober  1908  treten  die  Ministerialbekanntmachung  vom
28.  Februar  1902  —  Regierungsblatt  Seite  25  —  und  der  Nachtrag  vom
22.  September  1906  —  Regierungsblatt  Seite  319  —  rücksichtlich  der  in  die
allgemeinen  Krankenräume  (Klasse  II)  der  Großh.  klinischen  Landesanstalten  auf-