Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1873. (57)

472  Nr.  79  —

Sonderbestimmungen.

Militärurlauber.

Militärurlauber  sind  für  die  Dauer  des  Urlaubs  von  dem  Kommnnalverband  des  Urlaubsortes
  mit  Brot  zu  versorgen.

Militärurlaubern  steht  nur  die  gleiche  Brotration  wie  der  versorgungsberechtigten  Zivilbevölkerung
  zu;  sie  dürfen  mithin  nicht  ohne  weiteres,  also  nicht  schon  auf  Grund  ihrer
Eigenschaft  als  Militärurlauber,  Zulagen  erhalten,  sondern  nur,  soweit  sie  als  Schwer=  oder
Schwerstarbeiter  tätig  sind.

Es  ist  den  Kommunalverbänden  anheimgestellt,  die  Brotversorgung
der  Militärurlauber  entweder  durch  örtliche  Brotkarten  oder  durch  Röm
erfolgen  zu  lassen.  Im  einzelnen  gelten  folgende  Bestimmungen:

Anzahl  der  auszuhändigenden  Nbm.
1.  Militärurlaubern  ist  eine  der  örtlichen  Wochenbrotmenge  entsprechende  Anzahl  von

Rbm  auszuhändigen.
Ort  der  Aushändigung  der  Rbm.

2.  Die  Rbm  dürfen  nur  an  dem  auf  dem  Urlaubsschein  vermerkten  Urlaubsort  ausgehändigt

  werden.
Zeit,  für  die  Rbm  anszuhändigen  sind.

3.  Die  Ver  sorgungsdauer  beginnt  mit  dem  Tage  des  Eintreffens  am  Urlaubsort  und
endet  mit  dem  auf  dem  Urlaubsschein  hierfür  ausdrücklich  vermerkten  Tage.

Vermerk  über  Aushändigung  von  Nöm  auf  dem  Urlaubsschein.
4.  Die  Anzahl  der  ausgehändigten  Röm  und  der  Zeitraum,  für  den  sie  ausgehändigt
worden  sind,  sind  auf  dem  Urkaubsschein  zu  vermerken.

Führung  von  Listen  über  die  an  Militärurlanber  verausgabten  Rbm.

5.  Die  Kommunalverbände  haben  von  den  Ausgabestellen  der  Lebensmittelkarten  ihres
Bezirks  monatliche  Nachweisungen  über  die  Ausgabe  von  Röm  an  Militärurlauber  führen  zu
lassen.  Diese  Nachweisungen  müssen  mindestens  enthalten:

Name  des  Urlaubers,

:  Dienstgrad,

Tlruppenteil  oder  Behörde,

.Zeitraum,  für  den  Rbm  verabfolgt  worden  sind,
Gewichtsmenge  des  Gebäcks,  die  verabfolgt  worden  ist,  und
Quittung  des  Empfängers.

Nach  Ablauf  der  monatlichen  Versorgungsperiode,  also  nach  dem  15  eines  jeden  Monats,
sind  in  der  Nachweisung  die  Zahl  der  Urlaubstage  und  die  angegebene  Gebäckmenge  aufzurechnen.

Diese  Nachweisungen  sind  von  dem  Kommunalverband  nachzuprüfen  und  dem  Direktorium
der  Reichsgetreidestelle  mit  den  laufenden  Mehlanforderungen  oder  Mehlbedarfsnachweisungen
einzureichen.

E  Sde—