Inhaltsverzeichnis : Reichs-Gesetzblatt. 1888. (22)

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§.  4.

Militär-Extrazüge  werden  bei  Gefahr  im  Verzuge  (in  Fällen  öffentlicher                                                                                                                                                                                   Militär-  Extrazüge.
Noth  und  dergleichen)  auf  Verlangen  der  die  Truppen  entsendenden  Militärbehörde
von  der  Eisenbahnverwaltung  ohne  Verzug  gestellt.

§.  5.

1.  Innerhalb  des  Fahrplans  für  den  öffentlichen  Verkehr  wird  eine  Anzahl                                                                                                                                                                       Militär-Fakultativzüge
von  Zügen  (Militär-Fakultativzüge)  zur  jederzeitigen  freien  Verfügung  der  Militär-Eisenbahnbehörden
  nach  einem  im  Voraus  von  der  Eisenbahnverwaltung  mit  den
Militär-Eisenbahnbehörden  zu  vereinbarenden  Fahrplan  vorgesehen.

2.  Der  letztere  Fahrplan  ist  so  einzurichten,  daß  er  thunlichst  selten  Aenderungen
  unterworfen  zu  werden  braucht.  Die  Zeitlage  der  Züge  ist  den  militärischen
Zwecken  anzupassen;  auch  ist  für  den  Anschluß  durchgehender  Militärzüge  auf
Nachbarbahnen  Sorge  zu  tragen.  Die  Fahrgeschwindigkeit  der  Militär-Fakultativzüge
  soll  im  Allgemeinen  einschließlich  der  kleinen  Betriebsaufenthalte  2²/³  Minuten
auf  das  Kilometer  (22,5  km  in  der  Stunde  oder  375  m  in  der  Minute)  nicht
übersteigen.

3.   Die  Eisenbahnverwaltung  hat  den  hiernach,  wo  erforderlich  tabellarisch
und  graphisch,  aufzustellenden  Fahrplan  für  die  Militär-Fakultativzüge  der  Militär-Eisenbahnbehörde
  in  Ortszeit  mitzutheilen.

Es  ist  jedoch  der  Eisenbahnverwaltung  gestattet,  bei  Durchführung  der
Militär-Fakultativzüge  im  einzelnen  Falle  innerhalb  ihres  eigenen  Bereichs  Verschiebungen
  des  vereinbarten  Fahrplans  vorzunehmen,  soweit  dies  unter  Einhaltung
der  festgesetzten  Ankunfts-  und  Abfahrtszeit  auf  den  Uebergangsstationen  und  unter
Wahrung  der  für  militärische  Zwecke  vorgesehenen  Aufenthaltszeit  auf  Zwischenstationen
  ausführbar  erscheint.

§.  6.

1.  Den  Militär-Eisenbahnbehörden  ist  gestattet,  für  den  Verkehr  unter  ein-                                                                                                                                                                                Benutzung
ander  und  mit  den  Eisenbahnverwaltungen  die  Telegraphen  der  betheiligten  Bahn-                                                                                                                                                der  Telegraphen.
gebiete  in  Anspruch  zu  nehmen.  Im  Uebrigen  gelten  für  die  Benutzung  der
Bahntelegraphen  seitens  der  Militärbehörden  ausschließlich  die  Festsetzungen  des
Reglements  vom  7.  März  1876  (R.  Tel.  Regl.).

2.  Offiziere  und  Personen  im  gleichen  Range  ohne  Dienstsiegel,  welche
während  eines  Bahntransports  aus  Anlaß  desselben  Telegramme  absenden  müssen,
können  dieselben  durch  den  Vorsteher  der  Aufgabestation  mit  dessen  Dienststempel
beglaubigen  lassen.  Derartige  Telegramme  sind  möglichst  mit  dem  Bahntelegraphen
zu  befördern  (R.  Tel.  V.  §.  4;  R.  Tel.  Regl.  §.  10).

Zweiter  Abschnitt.
Zuständigkeit  und  Geschäftsverkehr  der  Behörden.
§.  7.
Zur  Mitwirkung  bei  Ausführung  dieser  Ordnung  sind  außer  den  zuständigen                                                                                                                                       Mitwirkende  Behörden.
Civilbehörden  und  Eisenbahnverwaltungen  die  nachfolgenden  Militärbehörden  berufen:
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